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Können bestimmte Haarfärbe- oder Blondierprodukte Haarausfall verstärken?

Können Haarfarbe und Blondierung Haarausfall wirklich verstärken?

Haarfarbe, Blondierung, Balayage – vieles, was das Haar optisch aufwertet, setzt es gleichzeitig unter Stress. Verständlich also, dass die Frage im Raum steht: Kann Färben oder Blondieren den Haarausfall tatsächlich verstärken? Die Sorge ist besonders groß, wenn die Haare ohnehin dünner werden oder sensibel reagieren. Im Folgenden geht es darum, was chemische Behandlungen in Haar und Kopfhaut tatsächlich anrichten, wo das reale Risiko liegt – und wie Sie Ihr Haar farbverändert bekommen, ohne es unnötig zu ruinieren.


Was beim Färben und Blondieren im Haar wirklich passiert

Damit eine Farbe hält oder eine Blondierung aufhellt, müssen die Produkte tief genug in die Haarstruktur eindringen.

Dazu werden im Prinzip zwei Wirkmechanismen kombiniert:

  • ein alkalischer Stoff, der die äußere Schuppenschicht des Haares öffnet
  • ein Oxidationsmittel, das natürliche Pigmente aufhellt oder neue Farbmoleküle bildet

All das findet an der sichtbaren Haarlänge statt – an der Haarfaser –, nicht an der Haarwurzel in der Kopfhaut.

Wichtig ist dabei die Unterscheidung:

  • Haarbruch ist nicht dasselbe wie Haarausfall.
    Chemische Belastung kann die Haarfaser spröde machen. Die Folge: Das Haar bricht, wirkt dünner, fransig oder „abgebissen“. Die Haarwurzel selbst kann dabei völlig intakt bleiben.

  • Echter Haarausfall spielt sich an der Haarwurzel ab.
    Dauerhaft verstärkter Haarausfall entsteht, wenn Haarfollikel geschädigt sind oder aus anderen Gründen (z. B. hormonell, genetisch, Medikamente, Erkrankungen) weniger oder dünnere Haare produzieren.

Unter normalen Umständen dringen Haarfarbe und Blondierung – korrekt angewendet – nicht so tief in die Kopfhaut ein, dass sie die Haarwurzel direkt schädigen. Kritisch wird es eher, wenn die Kopfhaut gereizt oder allergisch reagiert oder das Produkt falsch benutzt wird.


Wie chemische Behandlungen indirekt mehr Haare kosten können

Auch wenn Haarfarbe nicht automatisch die Follikel angreift, kann sie unter bestimmten Bedingungen Haarausfall begünstigen – oder zumindest so wirken, als würde sie es tun.

Mögliche Zusammenhänge:

  • Reizungen der Kopfhaut
    Brennen, Jucken, Spannungsgefühl oder Rötung nach dem Färben deuten auf eine Reizung hin. Eine stark entzündete Kopfhaut kann das Haarwachstum vorübergehend stören – manchmal fallen dann tatsächlich mehr Haare aus.

  • Allergische Reaktionen
    Bestimmte Farbstoffe können Allergien auslösen. In schweren Fällen kommt es zu Schwellungen, starker Rötung, Bläschen oder Krusten. Eine so entzündete oder verletzte Kopfhaut kann in den betroffenen Arealen vermehrten Haarverlust nach sich ziehen.

  • Mechanische Belastung
    Grobes Rubbeln beim Ausspülen, ruppiges Kämmen oder intensives Hitze-Styling direkt nach dem Blondieren setzen der bereits geschwächten Haarfaser zusätzlich zu und fördern Haarbruch.

  • Optischer „Schockeffekt“
    Beim Ausspülen einer Farbe oder Blondierung lösen sich viele ohnehin schon lose Haare auf einmal. Das sieht dramatisch aus, ist aber häufig nur regulärer Haarwechsel, der sich zeitlich bündelt.

Besteht bereits ein medizinischer Haarausfall, kann jede zusätzliche Reizung der Kopfhaut die Situation verschlimmern – oder zumindest das Gefühl verstärken, dass „noch mehr“ ausfällt.


Typische Stolperfallen – und wie Sie sie umgehen

Einige Fehler tauchen beim Färben immer wieder auf:

  • Zu häufiges Komplettfärben oder erneutes Blondieren der Längen
    Die Haarfaser wird Schicht für Schicht poröser, Haarbruch nimmt deutlich zu.

  • Überzogene Einwirkzeiten
    Länger einwirken lassen bringt selten ein besseres Farbergebnis, aber fast immer mehr Schädigung.

  • Färben auf bereits gereizter oder verletzter Kopfhaut
    Kleine Kratzer, Wunden, entzündete oder stark schuppende Stellen reagieren empfindlicher und können durch Farbe zusätzlich in Mitleidenschaft gezogen werden.

  • Eigenmächtiges Herummischen
    „Pi-mal-Daumen“-Mischungen verändern das Verhältnis der Inhaltsstoffe. Das kann die Konzentration reizender Substanzen deutlich erhöhen.

  • Warnsignale ignorieren
    Starkes Brennen, Schmerzen, sichtbare Schwellungen oder nässende Stellen sind keine normalen Begleiterscheinungen, sondern Gründe, sofort abzubrechen.


Schonender färben: praktische Tipps für weniger Risiko

Farbe muss kein Tabu sein – entscheidend ist, wie Sie vorgehen und wie empfindlich Ihre Kopfhaut reagiert.

  • Allergietest vorab
    Ein Test an einer kleinen Hautstelle (z. B. hinter dem Ohr) kann Hinweise geben, ob Ihre Haut auf das Produkt reagiert.

  • Längere Abstände zwischen den Färbungen
    Je mehr Zeit Kopfhaut und Haar zur Regeneration bekommen, desto besser. Ansätze nachfärben, Längen nur bei Bedarf auffrischen.

  • Kopfhaut nicht zusätzlich stressen
    Vor dem Färben nicht heftig kratzen, scharfe Peelings oder alkoholhaltige Tinkturen vermeiden. Eine leicht fettige Kopfhaut wirkt eher schützend.

  • Auf Körpersignale achten
    Bei starkem Brennen, Schmerzen oder massiver Rötung: sofort ausspülen, nicht „tapfer sein“.

  • Sanfte Pflege danach
    In den ersten Tagen nach der Färbung: kein sehr heißes Föhnen, keine extremen Glätteisen-Sessions, keine aggressiven Stylingprodukte. Feuchtigkeit und milde Pflege stabilisieren die angegriffene Haarfaser.

  • Bei bestehendem Haarausfall abklären lassen
    Wenn Sie ohnehin überdurchschnittlich viele Haare verlieren, gehört das medizinisch abgeklärt – unabhängig davon, ob Sie färben oder nicht.


Kurz zusammengefasst

Haarfarbe und Blondierung wirken primär auf die sichtbaren Haarlängen, nicht direkt auf die Haarwurzeln. Sie können das Haar deutlich schwächen und zu Haarbruch führen – etwas, das viele mit „Haarausfall“ verwechseln. Kritisch wird es vor allem dann, wenn die Kopfhaut stark gereizt oder allergisch reagiert oder wenn sehr häufig, sehr aggressiv gefärbt wird. Wer Abstände einhält, Warnsignale ernst nimmt und nach der Behandlung schonend mit Haar und Kopfhaut umgeht, kann das Risiko deutlich reduzieren.


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