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Sollte eine Haarkur eher in Längen und Spitzen oder auch am Ansatz aufgetragen werden?

Haarkur richtig anwenden: Gehört sie nur in die Längen – oder auch an den Ansatz?

Eine Haarkur kann trockenes, strapaziertes Haar deutlich geschmeidiger machen – vorausgesetzt, sie wird sinnvoll eingesetzt. Die zentrale Frage lautet dabei: Gehört sie nur in Längen und Spitzen oder auch an den Ansatz? Die Antwort hängt von Haartyp, Kopfhaut und Produkt ab. Im Folgenden geht es darum, was wirklich wichtig ist, wie Sie Haarkuren praktisch anwenden – und welche Fehler Ihnen das Ergebnis ruinieren können.


Was eine Haarkur eigentlich macht – und warum der Ansatz ein Sonderfall ist

Haarkuren sind konzentrierter als Spülungen. Sie sollen vor allem:

  • die Längen geschmeidiger machen
  • Haarbruch und Spliss optisch mildern
  • das Haar leichter kämmbar machen und weniger spröde wirken lassen

Die Haare am Ansatz und die Kopfhaut ticken anders als die Längen:

  • Am Ansatz ist das Haar jünger, meist gesünder und noch nicht so stark beansprucht.
  • Die Kopfhaut produziert Talg, der das Haar bis zu einer gewissen Länge von selbst mitpflegt.
  • Zu reichhaltige Produkte am Ansatz können das Haar schnell fettig aussehen lassen oder platt herunterdrücken.

Darum gilt: Eine klassische, cremige Haarkur ist in erster Linie für die Längen und Spitzen gedacht – vor allem bei mittellangem und langem Haar.

Es gibt aber gezielte Ausnahmen: Spezielle Kopfhaut- oder Ansatzkuren sind ausdrücklich dafür formuliert, auf die Kopfhaut zu kommen. Sie sind meist leichter, wirken eher regulierend oder beruhigend und haben andere Aufgaben als eine klassische Längenpflege.


So tragen Sie eine Haarkur im Alltag sinnvoll auf

Damit die Kur tut, wofür Sie sie gekauft haben, hilft eine klare, einfache Reihenfolge:

  1. Haare waschen und gründlich ausspülen
    Shampoo sorgfältig ausspülen, damit keine Reste die Kur „überlagern“ oder ihre Wirkung mindern.

  2. Überschüssiges Wasser entfernen
    Wasser sanft ausdrücken, nicht rubbeln. Das Haar soll feucht sein, aber nicht mehr tropfen – sonst wird die Kur nur verdünnt.

  3. Kur gezielt auftragen

    • Menge der Haarlänge anpassen.
    • Ab etwa Ohrhöhe in Längen und Spitzen einarbeiten.
    • Ansatz und Kopfhaut bei normalen Haarkuren aussparen.
  4. Einwirkzeit beachten
    Die Zeitangabe auf der Verpackung ist kein Deko-Detail. Länger einwirken zu lassen führt nicht automatisch zu „mehr Pflege“, kann das Haar aber unnötig beschweren.

  5. Gründlich ausspülen
    So lange spülen, bis sich das Haar leicht, aber nicht mehr „flutschig“ anfühlt. Rückstände, die beim Ausspülen nach oben gezogen werden, lassen den Ansatz schneller strähnig wirken.


Typische Stolperfallen – und wie Sie sie vermeiden

1. Haarkur direkt am Ansatz verteilen
Vor allem bei feinem oder schnell fettendem Haar sorgt das für einen platten, angeklatschten Ansatz – ganz gleich, wie viel Volumenspray Sie danach verwenden.

2. Zu häufige Anwendung
Sehr reichhaltige Kuren jeden oder jeden zweiten Tag können das Haar überpflegen: Es wirkt schwer, verliert an Sprungkraft und wird schneller fettig. Für viele genügt 1–2 Mal pro Woche.

3. Haarkur als Kopfhautpflege „umfunktionieren“
Eine normale Längenpflege ersetzt keine durchdachte Kopfhautpflege. Bei Jucken, Schuppen oder Spannungsgefühl sind passende Kopfhautprodukte sinnvoller als eine klassische Haarkur.

4. Zu viel Produkt auf einmal
Eine dicke Schicht Kur lässt sich schlecht ausspülen und nimmt dem Haar Leichtigkeit und Glanz. Mit weniger Produkt lässt sich das Ergebnis oft besser kontrollieren.


Praxistipps für verschiedene Haartypen

Feines, schnell fettendes Haar

  • Kur ausschließlich in die unteren Längen und Spitzen geben.
  • Beim Ausspülen darauf achten, dass nichts in den Ansatz „wandert“.
  • Leichte Formulierungen wählen und eher seltener kuren.

Trockenes, dickes oder stark strapaziertes Haar

  • Kur großzügiger in Längen und Spitzen verteilen.
  • Die obere Grenze der empfohlenen Einwirkzeit nutzen, wenn das Produkt es hergibt.
  • Den Ansatz trotzdem freilassen, außer das Produkt ist explizit auch für die Kopfhaut vorgesehen.

Locken und Wellen

  • Längen und Spitzen gründlich mit Kur versorgen – Locken sind von Natur aus trockener.
  • Die Kur mit den Fingern einkneten statt grob durchzukämmen, damit die Lockenstruktur erhalten bleibt.

Empfindliche oder trockene Kopfhaut

  • Am Ansatz nur Produkte verwenden, die ausdrücklich für die Kopfhaut gedacht sind.
  • Normale Haarkuren weiterhin in den Längen belassen, nicht nach oben ziehen.

Kurz zusammengefasst

In den meisten Fällen gehört eine klassische Haarkur in die Längen und Spitzen – nicht auf den Ansatz. Die Kopfhaut versorgt den Ansatz durch Talg bereits mit einer gewissen Grundpflege und reagiert auf zu reichhaltige Produkte schnell mit fettigem, platt wirkendem Haar. Nur ausgewiesene Kopfhautkuren sind tatsächlich für den Ansatz gedacht. Wer die Kur gezielt in den Längen einsetzt, nicht übertreibt und gründlich ausspült, nutzt ihr Pflegepotenzial sinnvoll aus, ohne das Haar unnötig zu beschweren.


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