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Welche Pflege hilft bei stark geschädigtem oder blondiertem Haar?

Wenn das Haar an seine Grenzen kommt: Was stark geschädigtes oder blondiertes Haar wirklich braucht

Stark geschädigtes oder blondiertes Haar fühlt sich oft stumpf, strohig und brüchig an – besonders nach häufiger Blondierung, Färbung oder intensivem Styling. Das ist kein rein optisches Problem, sondern ein Zeichen dafür, dass die Haarstruktur angegriffen ist. Die gute Nachricht: Mit einer konsequenten, passenden Pflege lässt sich einiges abfangen. Im Folgenden geht es darum, was im Haar tatsächlich passiert, welche Schritte in der Pflege wirklich sinnvoll sind und welche Gewohnheiten Sie im Alltag überdenken sollten.


Was Blondierung mit Ihrem Haar macht – und warum es so strapaziert wirkt

Blondierungen und andere intensive chemische Behandlungen greifen die innere Struktur des Haars an. Um Farbpigmente zu lösen, wird die Schuppenschicht geöffnet. Dabei können:

  • Proteine in der Haarfaser geschädigt werden
  • Lipide (Fette) in und auf dem Haar verloren gehen
  • die Schuppenschicht dauerhaft rau und porös werden

Die Folge: Das Haar verliert leichter Feuchtigkeit, wirkt trocken, fühlt sich rau an und bricht schneller. Blondiertes Haar ist häufig stark porös – es saugt Wasser rasch auf, gibt es aber ebenso schnell wieder ab. Dadurch wirkt es oft wechselweise „aufgequollen“ und dann wieder spröde.

Pflege für stark geschädigtes oder blondiertes Haar verfolgt im Kern drei Ziele:

  1. Feuchtigkeit auffüllen
  2. die Oberfläche glätten
  3. die Haarfaser vor weiterem Schaden schützen

So bauen Sie eine sinnvolle Pflegeroutine für geschädigtes Haar auf

Für sichtbar beruhigtes, geschmeidigeres blondiertes oder geschädigtes Haar braucht es vor allem Regelmäßigkeit und Produkte, die aufeinander abgestimmt sind.

1. Milde Reinigung statt „Knirsch-Gefühl“
Greifen Sie zu einem sanften Shampoo, das speziell für trockenes oder strapaziertes Haar formuliert ist. Es soll die Kopfhaut gründlich, aber schonend reinigen, ohne die Längen zusätzlich zu entfetten. Tragen Sie das Shampoo hauptsächlich am Ansatz auf; die Längen werden beim Ausspülen ausreichend mitgereinigt.

2. Spülung nach jeder Haarwäsche
Ein Conditioner nach jeder Wäsche ist bei geschädigtem Haar kein Luxus, sondern Standard. Er hilft, die Schuppenschicht anzulegen, macht das Haar besser kämmbar und verringert Reibung. Tragen Sie ihn nur in Längen und Spitzen auf und lassen Sie ihn kurz einwirken, bevor Sie gründlich ausspülen.

3. Regelmäßige Intensivpflege
Ein- bis zweimal pro Woche lohnt sich eine reichhaltige Maske oder Kur. Sie versorgt das Haar mit Feuchtigkeit und pflegenden Stoffen. Achten Sie auf Inhaltsstoffe wie Feuchthaltemittel (z. B. Glycerin, Aloe vera) und strukturstärkende Komponenten wie Proteine oder ceramidähnliche Lipide. So werden Lücken in der Haarstruktur teilweise aufgefüllt und die Oberfläche glatter.

4. Leave-in-Produkte als Schutzschild
Pflege, die im Haar bleibt – etwa Cremes, Sprays oder leichte Öle – legt sich wie eine Schutzschicht um die Haarfaser. Das reduziert Reibung, dämpft Frizz und schützt vor mechanischem Stress, etwa beim Kämmen, Zopftragen oder Schlafen. Idealerweise ergänzen diese Produkte Ihre Basisroutine, sie ersetzen sie nicht.


Typische Stolperfallen – und wie Sie sie vermeiden

Bei stark strapaziertem oder blondiertem Haar wiederholen sich bestimmte Fehler immer wieder.

Zu häufiges Waschen
Tägliches Waschen kann die Längen unnötig austrocknen, vor allem bei ohnehin porösem Haar. Wenn möglich, strecken Sie die Waschabstände auf zwei bis drei Tage.

Dauerhaft zu viel Protein
Protein kann geschädigtes Haar stabilisieren, aber die Dosis ist entscheidend. Zu viele proteinlastige Produkte hintereinander können das Haar hart, stumpf und „überladen“ wirken lassen. Ziel ist eine Balance zwischen Feuchtigkeit und Proteinen, nicht einseitige Versorgung.

Heißes Wasser und extreme Hitze
Sehr heißes Wasser öffnet die Schuppenschicht zusätzlich und kann das Haar noch rauer machen. Gleiches gilt für hohe Temperaturen beim Föhnen oder Glätten ohne Hitzeschutz. Je poröser das Haar, desto empfindlicher reagiert es darauf.

Aggressives Bürsten
Ruckartiges Kämmen, vor allem im nassen Zustand, begünstigt Haarbruch. Nasses Haar ist aufgequollen und deutlich verletzlicher. Sanftes Entwirren, idealerweise von den Spitzen Richtung Ansatz, ist deutlich schonender.


Erprobte Tipps, die geschädigtes Haar im Alltag wirklich entlasten

  • Lauwarm waschen, kühl ausspülen: Das schont die Schuppenschicht und kann für etwas mehr Glanz sorgen.
  • Hitzeschutz nicht vergessen: Vor Föhn, Glätteisen oder Lockenstab immer ein geeignetes Hitzeschutzprodukt verwenden und eher moderate Temperaturen wählen.
  • Spitzen regelmäßig schneiden: Spliss lässt sich nicht „reparieren“. Ein regelmäßiger Schnitt verhindert, dass sich der Schaden weiter nach oben „frisst“.
  • Schonend trocknen: Nicht rubbeln. Das Haar lieber in ein Handtuch (gern Mikrofaser oder ein altes Baumwoll-T-Shirt) einschlagen und sanft ausdrücken.
  • Schutz in der Nacht: Ein lockerer Zopf oder Dutt und ein glatter Kissenbezug (z. B. Satin oder Seide) verringern Reibung und damit Haarbruch.
  • Chemische Behandlungen reduzieren: Größere Abstände zwischen Blondierungen oder Färbungen geben dem Haar die Chance, sich etwas zu erholen, während gesünderes Haar nachwächst.

Kurz zusammengefasst

Stark geschädigtes oder blondiertes Haar braucht in erster Linie Schutz, Feuchtigkeit und eine konsequent schonende Routine. Milde Shampoos, Conditioner nach jeder Wäsche, regelmäßige Intensivpflege und passende Leave-in-Produkte können die Struktur sichtbar beruhigen und das Haar widerstandsfähiger wirken lassen. Entscheidend ist nicht ein einzelnes „Wundermittel“, sondern das Zusammenspiel: wie Sie waschen, wie Sie stylen – und wie achtsam Sie im Alltag mit Ihrem Haar umgehen.


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