Augenpflege clever einbauen: So fügt sie sich sinnvoll in Ihre Routine ein
Augenpflege gehört zu den Produkten, bei denen viele unsicher sind: Brauche ich sie überhaupt, und wenn ja, in welcher Reihenfolge trage ich sie auf? Die Haut um die Augen ist besonders zart und reagiert schnell empfindlich. Deshalb lohnt sich ein genauer Blick auf die richtige Einbindung in Ihre Routine. Hier geht es darum, wann Augenpflege sinnvoll ist, an welcher Stelle sie im Ablauf steht und wie Sie sie anwenden, damit Ihre Haut bestmöglich davon profitiert.
Warum die Augenpartie eine eigene Pflege-Routine verdient
Die Haut rund um die Augen ist dünner als im restlichen Gesicht und hat weniger Talgdrüsen. Sie trocknet daher leichter aus, und feine Linien, Schwellungen oder Müdigkeitsanzeichen werden schneller sichtbar. Gleichzeitig wird dieser Bereich durch Blinzeln, Reiben und Schminken mehrmals täglich beansprucht.
Eine eigene Augenpflege ist nicht für alle zwingend, kann aber hilfreich sein, wenn Sie:
- zu Trockenheit um die Augen neigen
- viel Zeit vor Bildschirmen verbringen
- häufig Make-up in diesem Bereich tragen
- empfindlich auf „normale“ Gesichtspflege reagieren
Die Augenpflege sollte sich logisch in Ihre bestehende Routine einfügen. Sie ist dann kein zusätzlicher Ballast, sondern ein gezielter Schritt.
Die ideale Reihenfolge: So sortieren Sie Ihre Augenpflege in den Produkt-Layering
In der Gesichtspflege gilt: von leichten zu gehaltvolleren Texturen, von wässrig zu cremig. Daran orientiert sich auch die Position der Augenpflege.
Eine typische Reihenfolge kann so aussehen:
Reinigung
Entfernen Sie Make-up, Sonnenschutz und Schmutz gründlich. Dazu gehört auch das Augen-Make-up mit einem geeigneten Produkt.
Toner / Gesichtswasser (falls vorhanden)
Tragen Sie ihn hauptsächlich auf das gesamte Gesicht auf. Die Augenpartie können Sie aussparen oder je nach Verträglichkeit nur leicht mitbenetzen.
Serum für das Gesicht
Leichte, flüssige Texturen kommen vor Cremes. Sparen Sie den Augenbereich eventuell aus, wenn das Serum starke Wirkstoffe enthält, zum Beispiel exfolierende Säuren.
Augenpflege
Jetzt ist ein guter Zeitpunkt: Die Haut ist sauber und nicht überpflegt, sie nimmt die Textur gut auf.
- Leichte Augen-Gels: eher morgens oder abends, wenn Sie ein Frischegefühl wünschen.
- Reichhaltigere Augen-Cremes oder -Balms: eher bei Trockenheit oder nachts.
Gesichtscreme
Tragen Sie Ihre Gesichtscreme anschließend auf und lassen Sie einen kleinen Abstand zur Augenpartie, damit die Augenpflege nicht überlagert wird.
Sonnenschutz (morgens)
Sonnenschutz kommt als letzter Schritt über die Gesichtscreme. Einige Produkte sind vorsichtig um die Augen herum anwendbar. Testen Sie hier die eigene Verträglichkeit.
Typische Stolperfallen: und wie Sie sie vermeiden
Zu viel Produkt
Für beide Augen reicht in der Regel eine sehr kleine Menge, kleiner als ein erbsengroßer Klecks. Zu viel Produkt kann in die Augen gelangen und reizen.
Zu nah am Wimpernkranz
Augenpflege gehört auf den Knochenrand um das Auge, den sogenannten Orbitalbereich, nicht direkt an die Wimpern. Die Textur verteilt sich von allein etwas nach innen.
Reiben statt sanftes Einarbeiten
Starkes Ziehen an der zarten Haut strapaziert zusätzlich. Besser ist, die Pflege leicht einzuklopfen oder sanft zu verstreichen.
Unverträgliche Wirkstoff-Kombinationen
Wenn Sie bereits starke Wirkstoffe im Gesicht verwenden, zum Beispiel intensive Peelings, reagiert die Augenpartie schnell überempfindlich. Wählen Sie hier eher milde, schlichte Formulierungen.
Praxistipps für eine entspannte und gepflegte Augenpartie
Morgens eher leicht, abends gern reichhaltiger
So verrutscht Make-up weniger, und die Haut erhält nachts mehr Pflege.
Auf saubere, trockene Haut auftragen
Augenpflege kommt nach dem Serum und vor der Creme. So fügt sie sich gut ein und wird nicht verdünnt.
Regelmäßigkeit ist wichtiger als Menge
Eine gut verträgliche Augenpflege, die Sie täglich verwenden, unterstützt die Haut besser als ständig wechselnde Produkte.
Sanfte Anwendungstechnik
Mit dem Ringfinger üben Sie automatisch weniger Druck aus. Arbeiten Sie von innen nach außen.
Auf die Haut reagieren, nicht auf Trends
Wenn Ihre Augenpartie mit Ihrer normalen Gesichtscreme gut zurechtkommt, ist ein zusätzliches Produkt nicht zwingend nötig.
Kurz zusammengefasst
Die Augenpflege hat ihren sinnvollsten Platz nach dem Serum und vor der Gesichtscreme. Die zarte Haut rund um die Augen reagiert positiv auf gezielte, sanfte Pflege, besonders bei Trockenheit oder Empfindlichkeit. Achten Sie auf eine kleine Produktmenge, etwas Abstand zum Wimpernkranz und eine behutsame Anwendung. So lässt sich Augenpflege gut in Ihre Routine integrieren, ohne sie zu verkomplizieren.
Häufig gestellte Fragen zur Augenpflege in der Routine
Brauche ich eine separate Augenpflege, wenn meine Gesichtscreme mild ist?
Nicht zwingend. Wenn Ihre Augenpartie mit Ihrer Gesichtscreme gut zurechtkommt, können Sie bei diesem Produkt bleiben. Eine zusätzliche Augenpflege ist vor allem dann sinnvoll, wenn Sie spezielle Bedürfnisse wie starke Trockenheit haben oder bestimmte Wirkstoffkonzentrationen im Augenbereich vermeiden möchten.
Sollte ich Augenpflege morgens und abends verwenden?
Das ist möglich, aber kein Muss. Viele verwenden sie morgens für mehr Frische und abends zur Unterstützung der Regeneration. Entscheidend ist, wie Ihre Haut reagiert und wie umfangreich der Rest Ihrer Routine ist.
Kann ich Augenpflege direkt unter Make-up verwenden?
Ja, sofern die Textur nicht zu reichhaltig ist und Sie ihr ein paar Minuten Zeit zum Einziehen geben. Zu viel Produkt begünstigt, dass Concealer oder Lidschatten schneller verrutschen.
Was mache ich, wenn meine Augen auf ein Produkt reagieren?
Beenden Sie die Anwendung, spülen Sie den Bereich mit lauwarmem Wasser und beobachten Sie die Haut. Greifen Sie anschließend zu möglichst einfachen, reizarmen Formulierungen. Bei anhaltenden Beschwerden sollten Sie ärztlichen Rat einholen.