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Welche Peelings eignen sich bei trockener, schuppiger Haut?

Welche Peelings trockene, schuppige Haut wirklich verträgt

Warum Peeling bei trockener Haut Fluch und Segen zugleich sein kann

Trockene, schuppige Haut fühlt sich rau an, spannt und lässt Make-up schnell unruhig wirken. Der erste Impuls ist dann oft: Peeling drauf, Schüppchen weg. Was logisch klingt, kann die Situation aber verschlimmern – vor allem, wenn die ohnehin geschwächte Hautbarriere zusätzlich gereizt wird.

Hier geht es darum, welche Peelings trockene, schuppige Haut tatsächlich gut verträgt, worauf Sie bei der Auswahl achten sollten und wie Sie ein Peeling so einsetzen, dass die Haut glatter wirkt, ohne noch trockener zu werden.


Was trockene, schuppige Haut wirklich braucht

Trockene, schuppige Haut kämpft meist an zwei Fronten:
Sie bildet zu wenig eigene Fette, und die Schutzbarriere ist häufig angegriffen. Die Folge: Feuchtigkeit entweicht schneller, Reizstoffe dringen leichter ein, die Haut reagiert empfindlicher.

Peelings können trotzdem sinnvoll sein, weil sie

  • lose Hornschüppchen entfernen
  • die Oberfläche glätten
  • nachfolgende Pflege besser „durchlassen“

Die entscheidende Frage ist nicht, ob Sie peelen – sondern womit.

  • Mechanische Peelings mit Körnchen arbeiten über Reibung. Bei trockener Haut ist das oft zu viel: Die Schuppen werden zwar abgetragen, gleichzeitig wird die empfindliche Oberfläche aber zusätzlich irritiert.
  • Chemische Peelings mit Säuren oder Enzymen lösen die Verbindung zwischen alten Zellen, ohne Rubbeln. In niedriger Dosierung sind sie bei trockener Haut meist besser kalkulierbar und milder.

Besonders geeignet bei trockener, schuppiger Haut sind:

  • Sanfte Fruchtsäuren in niedriger Konzentration, z. B. Milchsäure (Lactic Acid), die zusätzlich Wasser in der Haut bindet
  • Polyhydroxysäuren (PHA), die sehr mild wirken und Feuchtigkeit anziehen, etwa Gluconolacton
  • Enzympeelings, die abgestorbene Zellen über Enzyme lösen, ohne Körnchen und ohne Rubbeln

So bauen Sie ein Peeling behutsam in Ihre Pflegeroutine ein

Für trockene Haut gilt: minimalistisch denken. So viel Peeling wie nötig, so wenig wie möglich.

Ein sanfter Ablauf kann zum Beispiel so aussehen:

  1. Milde Reinigung
    Nutzen Sie eine Reinigung ohne austrocknende Tenside und ohne starkes Spannungsgefühl danach. Wenn die Haut nach dem Abwaschen nicht brennt oder zieht, ist das ein guter Ausgangspunkt.

  2. Peeling nur ein- bis zweimal pro Woche
    Nach der Reinigung ein mildes chemisches Peeling oder ein Enzympeeling auftragen. Mechanische Peelings – insbesondere mit groben Körnern – besser weglassen.

  3. Einwirkzeit ernst nehmen
    Halten Sie sich an die angegebene Einwirkzeit. Länger drauflassen bringt bei empfindlicher, trockener Haut keinen Bonus, sondern erhöht das Risiko für Reizungen.

  4. Feuchtigkeit direkt im Anschluss
    Im nächsten Schritt ein feuchtigkeitsspendendes Serum (z. B. mit Glycerin oder Hyaluron) und anschließend eine reichhaltige Creme verwenden, um Wasser in der Haut zu halten und die Barriere zu stabilisieren.

  5. Tagsüber an Sonnenschutz denken
    Säurepeelings können die Haut lichtempfindlicher machen. Ein geeigneter Sonnenschutz fürs Gesicht gehört daher tagsüber unbedingt dazu.


Wenn guter Wille zu viel des Guten wird: Häufige Fehler

Gerade bei trockener, schuppiger Haut sind es oft dieselben Stolperfallen:

  • Zu häufiges Peelen
    Wer täglich oder sehr oft peelt, nimmt der Haut die Möglichkeit, sich zu regenerieren. Das Ergebnis: mehr Trockenheit, Rötungen, ein permanentes Spannungsgefühl.

  • Aggressive Körnerpeelings
    Grobe Partikel können Mikroverletzungen verursachen. Die Haut fühlt sich kurzzeitig glatter an, ist aber im Hintergrund gestresst und auf Dauer eher instabil.

  • Mehrere Peelings übereinander
    Verschiedene Säureprodukte in einer Routine oder zusätzlich noch ein Rubbelhandschuh – die Summe der Reize ist das Problem.

  • Peelen auf ohnehin gereizter oder rissiger Haut
    Brennende, hochrote oder rissige Haut braucht Beruhigung, nicht zusätzliche „Aktivität“. In dieser Phase sollte Peeling konsequent pausieren.


Sanfte Strategien für eine glattere, weniger schuppige Haut

Mit ein paar einfachen Leitlinien lässt sich Peeling gezielt nutzen, ohne die Haut dauerhaft zu strapazieren:

  • Nach milden Formulierungen suchen
    Produkte, die ausdrücklich für empfindliche oder trockene Haut entwickelt wurden, sind meist besser geeignet als stark „klärende“ oder „porentief reinigende“ Varianten.

  • Auf das Hautgefühl achten
    Deutliches Brennen, starke Rötung oder intensives Spannen nach dem Peeling sind kein „normaler Effekt“, sondern ein Warnsignal. Dann: Pause, niedriger dosieren oder Produkt wechseln.

  • Langsam einsteigen
    Ein neues Peeling zunächst nur einmal pro Woche testen. Wenn die Haut es gut verträgt, kann vorsichtig auf zweimal wöchentlich gesteigert werden – mehr muss es in der Regel nicht sein.

  • Feuchtigkeit und Lipide mitdenken
    Peeling entfernt, pflegt aber nicht. Trockene, schuppige Haut profitiert besonders von einer Kombination aus Feuchtigkeitsbindern (z. B. Glycerin, Hyaluronsäure) und lipidreichen Cremes oder Balms.

  • Körper nicht vergessen
    Schuppige Stellen an Schienbeinen, Oberarmen oder Rücken lassen sich mit milden Körper-Peelings und anschließender reichhaltiger Bodylotion ebenfalls deutlich verbessern.


Kurz zusammengefasst

Trockene, schuppige Haut kommt mit milden chemischen Peelings und Enzympeelings meist besser zurecht als mit mechanischen Rubbelpeelings. Sie entfernen Schüppchen, ohne zusätzliche Reibung, vorausgesetzt: niedrige Konzentrationen, seltene Anwendung, konsequente Feuchtigkeits- und Barrierpflege. Ziel ist nicht, alle Schuppen „wegzuschrubben“, sondern die Hautbarriere zu stärken und das Hautbild behutsam zu glätten.


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