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Wie oft sollte man peelen und welche Wirkstoffe sind geeignet?

Sanft zur schönen Haut: Wie oft Peeling sinnvoll ist – und welche Wirkstoffe wirklich helfen

Peelings gelten als kleine Wundermittel für glattere, strahlendere Haut. Gleichzeitig gehören sie zu den Produkten, mit denen man sich sehr schnell mehr schaden als nutzen kann – vor allem, wenn zu häufig, zu stark oder mit unpassenden Wirkstoffen gearbeitet wird. Die Folge sind dann Rötungen, Spannungsgefühle und anhaltende Irritationen.

Entscheidend ist also nicht, dass Sie peelen, sondern wie und wie oft. Im Folgenden geht es darum, welche Peelings sinnvoll sind, wie häufig sie für unterschiedliche Hauttypen infrage kommen und worauf Sie achten sollten, damit Ihre Haut langfristig profitiert, statt gestresst zu werden.


Was Peelings in der Haut wirklich bewirken

Ein Peeling löst abgestorbene Hornzellen von der Hautoberfläche. Dadurch wirkt der Teint gleichmäßiger, feiner und reflektiert Licht besser. Gleichzeitig können nachfolgende Pflegeprodukte leichter eindringen, weil die „Bröckchenschicht“ auf der Oberfläche dünner wird.

Grundsätzlich unterscheidet man zwei Gruppen:

  • Mechanische Peelings
    Arbeiten mit kleinen Schleifkörpern (Partikeln), die durch Reibung die Oberfläche glätten. Das Gefühl ist oft sofort „sauberer“, aber mechanische Reize sind auch immer ein kleines Risiko für empfindliche Haut.

  • Chemische Peelings
    Setzen auf Säuren oder Enzyme, die die Verbindungen zwischen abgestorbenen Zellen lösen – ohne physisches Rubbeln. Das wirkt meist gleichmäßiger und lässt sich feiner dosieren.

Die wichtigsten chemischen Wirkstoffgruppen:

  • Fruchtsäuren (AHA, z. B. Glykolsäure, Milchsäure)
    Wirken hauptsächlich an der Hautoberfläche. Sie eignen sich vor allem bei normaler bis trockener oder sonnengeschädigter Haut, können feine Linien glätten und den Teint ebenmäßiger wirken lassen.

  • Salicylsäure (BHA)
    Fettlöslich, dadurch in der Lage, in die Poren einzudringen und dort Talg zu lösen. Ideal bei öliger, zu Unreinheiten neigender Haut, Mitessern und verstopften Poren.

  • Polyhydroxysäuren (PHA, z. B. Gluconolacton)
    Gelten als besonders sanft, weil ihre größeren Moleküle langsamer in die Haut eindringen. Interessant für empfindliche oder zu Rötungen neigende Haut, die klassische AHAs nicht gut verträgt.

  • Enzympeelings
    Arbeiten mit eiweißspaltenden Enzymen, die abgestorbene Zellen „abknabbern“. Sie gelten meist als sehr mild und kommen ohne Reibung aus – eine gute Option für zartere oder irritationsanfällige Hautbilder.


Wie oft ist ideal? Orientierung nach Hauttyp und Peeling-Art

Die richtige Häufigkeit lässt sich nicht pauschal festlegen – sie ergibt sich aus Hauttyp, Produkt und Konzentration. Als Ausgangspunkt können folgende Richtwerte dienen:

  • Normale bis leicht fettige Haut

    • Chemisches Peeling mit AHA oder BHA: meist 1–3 Mal pro Woche
    • Mechanische Peelings: eher max. 1 Mal pro Woche, um die Barriere nicht unnötig zu stressen.
  • Trockene oder empfindliche Haut

    • Milde AHA-, PHA- oder Enzympeelings: häufig 1 Mal pro Woche, bei guter Verträglichkeit gelegentlich bis 2 Mal
    • Mechanische Peelings: besser zurückhaltend einsetzen oder ganz darauf verzichten, da Reibung hier schnell zu Rötungen und Mikroverletzungen führt.
  • Ölige, zu Unreinheiten neigende Haut

    • BHA-Peelings: je nach Konzentration 2–3 Mal pro Woche, sehr sanfte Formulierungen können bei guter Verträglichkeit auch häufiger genutzt werden
    • Mechanische Peelings: nur mit Vorsicht, weil starkes Rubbeln Entzündungen und Pusteln eher verschlimmern kann.

Entscheidend ist immer die Reaktion Ihrer eigenen Haut. Anhaltende Rötungen, Brennen, starke Trockenheit oder ein dauerhaft gespanntes, gereiztes Gefühl sind klare Warnsignale. Dann sollten Sie Häufigkeit, Konzentration oder die gesamte Peeling-Art überdenken – und bei Unsicherheit lieber ärztlichen oder dermatologischen Rat einholen.


Wenn guter Wille zu viel wird: typische Peeling-Fehler

Ein Peeling kann viel bewirken, aber vor allem, wenn man es übertreibt, zeigt die Haut sehr deutlich, dass es zu viel war. Häufige Stolperfallen:

  • Zu häufiges Peelen
    Wird die Hautbarriere dauerhaft angegriffen, reagiert die Haut empfindlicher, trockener und gereizter. Ausgerechnet das, was Poren verfeinern sollte, kann so Unreinheiten und Rötungen begünstigen.

  • Zu hohe Konzentrationen
    Sehr starke Säuren in hoher Dosierung gehören in professionelle Hände. Für den Hausgebrauch sind moderate Produkte sinnvoller – die Ergebnisse kommen langsamer, sind aber sicherer.

  • Zu viel Rubbeln bei mechanischen Peelings
    Aggressives Massieren zerstört den Schutzfilm, verursacht Mikroverletzungen und kann zu flächigen Rötungen und mehr Unreinheiten führen, statt zu „Porzellanhaut“.

  • Keine oder zu wenig Sonnenpflege danach
    Nach Säure-Peelings ist die Haut vorübergehend lichtempfindlicher. Ohne konsequenten UV-Schutz steigt das Risiko für Irritationen, verstärkte Rötungen und Pigmentverschiebungen.


Sanfte Routine: so integrieren Sie Peelings sinnvoll

Damit ein Peeling Teil einer stabilen Pflegeroutine wird und nicht zum Dauer-Stresstest für die Haut, hilft eine zurückhaltende Vorgehensweise:

  • Langsam starten
    Beginnen Sie mit 1 Mal pro Woche und beobachten Sie die Haut über mehrere Wochen. Erst wenn sie stabil und ruhig bleibt, lohnt sich eine Steigerung.

  • Abends peelen
    Ideal nach der Reinigung. Anschließend eine passende Feuchtigkeitspflege auftragen – so hat die Haut über Nacht Zeit, sich zu regenerieren.

  • Auf Feuchtigkeit achten
    Nach einem Peeling sind beruhigende, feuchtigkeitsspendende Produkte sinnvoll, etwa mit Inhaltsstoffen, die Wasser in der Haut binden. Das hilft, Trockenheitsgefühle und leichte Spannungen abzufangen.

  • Nicht mit allen „starken“ Wirkstoffen kombinieren
    Säure-Peelings sollten nicht gleichzeitig mit mehreren weiteren potenziell reizenden Wirkstoffen (z. B. hochdosiertes Retinol, andere starke Säuren, grobe Scrubs) kombiniert werden. Gerade hier gilt: weniger ist oft wirksamer.

  • Konsequent Sonnenschutz verwenden
    Besonders bei AHAs und BHA ist ein täglicher, breitbandiger UV-Schutz am Morgen Pflicht, nicht Kür – unabhängig vom Wetter.


Kurz zusammengefasst

Die sinnvolle Peeling-Häufigkeit ergibt sich aus Hauttyp, Peeling-Art und Wirkstoffkonzentration. Für die meisten Hautbilder reichen 1–3 Anwendungen pro Woche mit einem milden chemischen Peeling vollkommen aus. Empfindliche Haut kommt besser mit sanften Wirkstoffen wie PHA oder Enzymen und geringerer Frequenz zurecht.

Wichtig ist weniger der schnelle Effekt als eine stabile Hautbarriere: langsam herantasten, Reaktionen ernst nehmen und lieber einen Schritt zurückgehen, wenn die Haut gestresst wirkt.


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