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Machen bestimmte Lebensmittel oder Make-up Unreinheiten schlimmer?

Machen bestimmte Lebensmittel oder Make-up Unreinheiten wirklich schlimmer?

Unreine Haut wird gern als „Pubertätsproblem“ abgetan – tatsächlich begleitet sie viele Menschen bis weit in die 40er oder 50er. Wenn sich Pickel häufen, kommen schnell Sätze wie: „Das war bestimmt die Schokolade“ oder „Mein Make-up verstopft die Poren“. Aber wie viel davon stimmt wirklich?
In diesem Artikel geht es darum, welchen Anteil Ernährung und Make-up tatsächlich an Unreinheiten haben, welche Zusammenhänge wissenschaftlich diskutiert werden – und wie Sie beides so wählen, dass Ihre Haut möglichst entspannt bleibt.


Was hinter Unreinheiten steckt – und wo Ernährung und Make-up ins Spiel kommen

Unreinheiten entstehen, wenn sich in den Poren Talg, abgestorbene Hautschüppchen und Bakterien stauen. Die Talgdrüsen reagieren stark auf Hormone – deshalb treten Pickel besonders häufig in hormonellen Umbruchphasen auf: Pubertät, Zyklus, Schwangerschaft, Wechseljahre.

Ernährung und Make-up sind dabei selten die Ursache im Alleingang, können aber die Neigung zu Unreinheiten verstärken oder abmildern. Studien legen nahe, dass bestimmte Ernährungsweisen die Talgproduktion und die Entzündungsbereitschaft der Haut erhöhen können. Ungeeignetes oder schlecht entferntes Make-up lässt Poren zusätzlich „dichtmachen“.

Entscheidend ist: Haut reagiert sehr individuell. Was bei einer Person Pickel provoziert, bleibt bei einer anderen folgenlos. Es geht daher weniger um starre Verbote, sondern darum, Zusammenhänge bei sich selbst zu erkennen und gegebenenfalls nachzujustieren.


Wie Ernährung die Haut beeinflussen kann

Einige Ernährungsgewohnheiten stehen im Verdacht, Unreinheiten zu begünstigen:

  • Lebensmittel mit hohem glykämischen Index
    Stark zuckerhaltige oder schnell verdauliche Kohlenhydrate (z. B. süße Getränke, Süßigkeiten, stark verarbeitetes Weißmehl) lassen den Blutzucker rasch steigen. Das wirkt sich auf Hormone aus, die wiederum die Talgproduktion ankurbeln können.

  • Hoher Konsum stark verarbeiteter Lebensmittel
    Fertigprodukte enthalten oft viel Zucker, ungünstige Fette und diverse Zusatzstoffe. Diese Kombination kann entzündliche Prozesse im Körper fördern – und damit auch die Entzündungsneigung der Haut.

  • Milchprodukte – ein individueller Faktor
    Mehrere Studien haben einen möglichen Zusammenhang zwischen bestimmten Milchprodukten und Akne gefunden, vor allem bei Menschen, die ohnehin zu Unreinheiten neigen. Die Daten sind nicht völlig eindeutig, aber bei manchen bessert sich das Hautbild, wenn sie Milchprodukte einschränken.

Eine insgesamt ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Ballaststoffen, hochwertigen Fetten und genügend Flüssigkeit unterstützt die Haut in ihrer Funktion. Sie ersetzt keine medizinische Behandlung bei ausgeprägter Akne, kann aber ein wichtiger Baustein sein.


Wenn Make-up die Haut stresst: diese Fehler machen vieles schlimmer

Make-up ist nicht automatisch ein Feind unreiner Haut. Problematisch wird es vor allem durch bestimmte Gewohnheiten und Formulierungen:

  • Sehr deckende, okklusive Texturen
    Schwere, stark abdichtende Produkte können wie ein Film auf der Haut liegen und den Abfluss von Talg erschweren.

  • Unvollständige oder zu schnelle Reinigung
    Rückstände von Foundation, Puder und Concealer verbinden sich mit Talg, Schweiß und Schmutz – ein ideales Gemisch für verstopfte Poren.

  • Geteilte Pinsel und Schwämmchen
    Wer Tools teilt, tauscht auch Bakterien aus. Das kann Entzündungen anfeuern, vor allem bei ohnehin empfindlicher oder unreiner Haut.

  • Ständiges Nachschminken ohne zwischendurch zu reinigen
    Wenn immer neue Schichten auf bereits glänzende, verschwitzte Haut kommen, wird die Porenöffnung zunehmend blockiert.

Generell gilt: Je empfindlicher und unreiner die Haut, desto wichtiger sind saubere Tools, passende Texturen und eine verlässliche Reinigungsroutine.


Hautfreundlicher Alltag: praktische Schritte für Ernährung und Make-up

So können Sie Ernährung und Make-up alltagstauglich hautbewusster gestalten:

  • Schrittweise testen statt radikal verbieten
    Wenn Sie einen Zusammenhang vermuten, reduzieren Sie für einige Wochen gezielt z. B. stark zuckerhaltige Snacks oder bestimmte Milchprodukte – und beobachten Sie die Reaktion der Haut.

  • Regelmäßig, bunt und möglichst unverarbeitet essen
    Viel Gemüse, etwas Obst, Vollkornprodukte, pflanzliche Fette sowie ausreichend Wasser unterstützen eine stabile Hautbarriere und ein ausgeglichenes Entzündungsgeschehen.

  • Gezielt auf Reaktionen nach einzelnen Lebensmitteln achten
    Wenn Sie das Gefühl haben, dass bestimmte Speisen Unreinheiten triggern, kann ein Ernährungstagebuch helfen, solche Muster zu erkennen statt nur zu vermuten.

  • Make-up nur auf gereinigter, gepflegter Haut auftragen
    Eine milde Reinigung und eine zur Haut passende Feuchtigkeitspflege sollten vor dem Schminken selbstverständlich sein.

  • Tools konsequent sauber halten
    Pinsel und Schwämmchen sollten – je nach Nutzung – mindestens einmal pro Woche gereinigt werden, bei sehr unreiner Haut lieber etwas häufiger.

  • Abendliche Reinigung nicht auslassen
    Make-up konsequent entfernen – auch dann, wenn der Tag lang war. Eine milde, gründliche Reinigung hält die Poren freier und reduziert das Risiko neuer Entzündungen.


Typische Stolperfallen – und wie Sie sie umgehen

  • „Ich esse einmal etwas Süßes, sofort habe ich Pickel – also bringt Ernährungsumstellung nichts.“
    Einzelne „Ausnahmen“ sind selten entscheidend. Die Haut reagiert eher auf das langfristige Ernährungsprofil als auf den einen Schokoriegel.

  • „Bei unreiner Haut darf ich kein Make-up tragen.“
    Make-up ist nicht per se schädlich. Probleme entstehen vor allem durch ungeeignete Formulierungen und mangelnde Reinigung.

  • „Nur teure Produkte helfen gegen Unreinheiten.“
    Ein hoher Preis garantiert keine bessere Verträglichkeit. Ausschlaggebend ist, wie Ihre Haut konkret reagiert – und wie konsequent Sie Ihre Routine durchführen.

  • „Ich muss alle fettreichen Lebensmittel meiden.“
    Ungesättigte Fette (z. B. aus Nüssen, Samen, hochwertigen Pflanzenölen) sind wichtig für Haut und Stoffwechsel. Kritischer sind stark verarbeitete Fette und insgesamt unausgewogene Kost.


Kurz zusammengefasst

Bestimmte Ernährungsweisen und ungeeignetes oder schlecht entferntes Make-up können Unreinheiten verstärken, sind aber selten der einzige Auslöser. Hormone, genetische Veranlagung, Stress und die übrige Hautpflege spielen mindestens eine ebenso große Rolle. Wer auf eine vernünftige, ausgewogene Ernährung achtet, die Haut gründlich reinigt und Make-up bewusst auswählt, kann die Tendenz zu Unreinheiten in vielen Fällen deutlich abmildern.


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