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Was hilft wirklich gegen Pickel und Mitesser?

Was wirklich gegen Pickel und Mitesser hilft – und worauf Sie getrost verzichten können

Unreine Haut kann einen erstaunlich großen Einfluss auf das eigene Wohlbefinden haben – egal, ob es nur gelegentliche Pickel sind oder hartnäckige Mitesser, die einfach nicht verschwinden wollen. Tipps und Produkte gibt es im Überfluss, von „Wundermitteln“ bis zu fragwürdigen Hausrezepten. Vieles davon kostet Geld, Zeit oder Nerven – und bringt kaum etwas.

Im Folgenden geht es um das, was wirklich belegt ist, was Sie im Alltag konkret umsetzen können und welche gut gemeinten Maßnahmen Ihre Haut eher zusätzlich stressen.


Woher Pickel und Mitesser kommen – und warum das mehr ist als „Pech“

Um Unreinheiten nicht nur zu überdecken, sondern sinnvoll anzugehen, lohnt ein kurzer Blick auf die Ursachen. Pickel und Mitesser entstehen in der Regel durch ein Zusammenspiel aus:

  • Übermäßiger Talgproduktion
  • Verhornungsstörungen: abgestorbene Hautzellen werden nicht richtig abgestoßen und verstopfen die Poren
  • Bakterienbesiedlung in den Poren
  • Entzündungsreaktionen der Haut

Mitesser (Komedonen) sind zunächst nicht entzündet.
Offene Mitesser sehen schwarz aus, weil der Talg an der Luft oxidiert – es ist kein „Schmutz“. Geschlossene Mitesser bleiben weißlich unter der Haut. Entzündete Pickel entstehen, wenn sich in diesen verstopften Poren Bakterien vermehren und das Immunsystem reagiert.

Wirksame Pflege setzt genau hier an: Talg regulieren, Verhornung normalisieren, Poren frei halten, bakterielle Belastung reduzieren und Entzündungen beruhigen.


Eine wirksame Anti-Pickel-Routine: weniger Schnickschnack, mehr Konsequenz

Eine einfache Routine, die Sie konsequent durchhalten, wirkt in der Regel besser als ein ständig wechselndes Arsenal an Produkten.

1. Sanfte Reinigung – morgens und abends
Verwenden Sie ein mildes, wasserlösliches Reinigungsprodukt, das Talg und Schmutz entfernt, ohne die Haut auszutrocknen. Ein „quietschsauberes“ Gefühl ist kein Qualitätsmerkmal, sondern oft ein Zeichen von Überreinigung. Aggressive Reiniger können Reizungen fördern und die Talgproduktion als Gegenreaktion sogar ankurbeln.

2. Chemische Peelings statt Rubbeln
Körnige Peelings oder raue Waschlappen verletzen die Haut leicht und verschlechtern entzündliche Prozesse eher. Sinnvoller sind Produkte mit chemisch peelenden Wirkstoffen:

  • Salicylsäure (BHA): öllöslich, dringt in die Poren ein, löst Talg und abgestorbene Zellen
  • Fruchtsäuren (AHA): arbeiten eher an der Oberfläche, verfeinern das Hautbild und unterstützen die Zellerneuerung

Entscheidend ist die richtige Dosis: lieber regelmäßig und moderat als täglich und zu stark, und immer mit Blick auf die eigene Verträglichkeit.

3. Leichte, nicht komedogene Feuchtigkeitspflege
Unreine Haut ist nicht automatisch gut mit Feuchtigkeit versorgt. Wird sie zu stark ausgetrocknet, reagiert sie häufig mit noch mehr Talg. Leichte Formulierungen (Gels, Fluids, Emulsionen) hydratisieren, ohne die Poren unnötig zu belasten. „Nicht komedogen“ ist ein sinnvoller, wenn auch kein absoluter, Anhaltspunkt.

4. Punktuelle Behandlung von Pickeln
Spezielle Spot-Treatments können einzelne, entzündete Stellen schneller abklingen lassen. Wichtig ist, sie wirklich nur auf den Pickel zu geben und nicht großflächig zu verteilen – sonst riskieren Sie unnötige Reizungen der gesunden Haut, während der eigentliche Effekt nicht besser wird.

5. Täglicher Sonnenschutz
Viele Anti-Unreinheiten-Wirkstoffe machen die Haut empfindlicher gegenüber UV-Strahlung. Ein leichter, nicht komedogener Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor schützt nicht nur vor Rötungen und Reizungen, sondern auch vor postinflammatorischen Hyperpigmentierungen (dunklen Flecken nach abgeheilten Pickeln).


Typische Stolperfallen – und wie Sie sich Ärger ersparen

Vieles, was „gründlich“ wirken soll, richtet unterm Strich mehr Schaden an:

  • Zu häufiges oder zu aggressives Reinigen
    Wenn die Haut brennt, spannt, schuppt oder dauerhaft gereizt ist, ist das kein Reinigungs-Erfolg, sondern ein Warnsignal. Die Hautbarriere leidet, Unreinheiten können sich sogar verschlimmern.

  • Pickel ausdrücken mit Fingernägeln
    Der Klassiker: kurzfristig befriedigend, langfristig riskant. Bakterien und Talg können tiefer ins Gewebe gedrückt werden, Entzündungen nehmen zu, Narben und Pigmentflecken werden wahrscheinlicher.

  • Zuviele Produkte auf einmal
    Wer jede Woche etwas Neues ausprobiert, hat schnell keine Orientierung mehr, was die Haut verträgt – und was nicht. Außerdem steigt das Risiko für Irritationen durch sich überlagernde Wirkstoffe.

  • Alkoholhaltige oder stark parfümierte Produkte
    Hohe Alkoholgehalte können zwar kurzfristig „entfetten“, schwächen aber die Schutzbarriere und trocknen aus. Intensive Duftstoffe sind ähnlich problematisch: Sie können die Haut reizen, ohne irgendeinen Nutzen für das Hautbild zu haben.

  • Schwere, okklusive Texturen auf öliger Haut
    Sehr reichhaltige, fettige Cremes oder Wachstexturen sind auf zu Unreinheiten neigender, öliger Haut meist keine gute Idee. Sie können die Poren zusätzlich verstopfen und Komedonen fördern.


Alltagsnahe Tipps für sichtbar ruhigere, klarere Haut

Pflegeprodukte sind nur ein Teil der Gleichung. Der Alltag liefert reichlich zusätzliche Reize – positiv wie negativ.

  • Weniger ins Gesicht fassen
    Klingt banal, ist aber wirksam. Hände transportieren Schmutz, Talg und Bakterien, die im Gesicht wenig verloren haben.

  • Handy und Kissenbezüge regelmäßig reinigen bzw. wechseln
    Beides kommt direkt mit der Gesichtshaut in Kontakt. Fett, Make-up-Reste und Schmutz sammeln sich dort leicht an und sind ein unterschätzter Faktor.

  • Haare aus dem Gesicht halten
    Vor allem bei Stylingprodukten mit Ölen, Wachsen oder Silikonen lohnt es sich, Pony und Strähnen nicht dauerhaft auf Stirn und Schläfen liegen zu lassen.

  • Schminke abends vollständig entfernen
    Make-up, Sonnenschutz und Talg bilden zusammen einen Film, der in den Poren verbleiben kann. Eine gründliche, aber sanfte Reinigung am Abend ist Pflichtprogramm.

  • Stress im Blick behalten
    Stress beeinflusst Hormone und Entzündungsprozesse – und kann Unreinheiten verstärken. Entspannung, ausreichend Schlaf und Bewegung sind keine „Beauty-Floskeln“, sondern reale Einflussfaktoren.

  • Auf Warnzeichen des Körpers achten
    Sehr schmerzhafte, tief sitzende oder plötzlich stark zunehmende Unreinheiten, die über längere Zeit anhalten, gehören in ärztliche Hände. Spätestens bei Narbenbildung oder starkem Leidensdruck ist eine dermatologische Abklärung sinnvoll.


Kurz zusammengefasst

Wirksam gegen Pickel und Mitesser sind vor allem: eine sanfte, konsequente Reinigung, passende chemische Peelings, leichte Feuchtigkeitspflege, punktuelle Behandlung einzelner Unreinheiten und täglicher Sonnenschutz. Genauso entscheidend ist es, klassische Fehler wie aggressives Rubbeln, permanentes Ausdrücken und Übertreiben mit Produkten zu vermeiden. Mit einer klaren, durchdachten Routine und etwas Geduld beruhigt sich das Hautbild bei vielen Menschen deutlich.


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