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Wie viel Serum benötigt man pro Anwendung und kann man es überdosieren?

Wie viel Serum braucht Ihre Haut wirklich?

Seren gelten als die kleinen Hochleistungsarbeiter in der Pflegeroutine: leicht, hochkonzentriert, zielgerichtet. Genau deshalb taucht früher oder später die Frage auf: Wie viel davon ist eigentlich sinnvoll? Und kann man es übertreiben?

Im Folgenden geht es darum, warum die Dosis beim Serum tatsächlich eine Rolle spielt, welche Menge sich in der Praxis bewährt hat – und woran Sie erkennen, dass Ihre Haut genug hat.


Warum die Menge beim Serum wichtiger ist, als viele denken

Seren enthalten in der Regel deutlich mehr Wirkstoffe als klassische Cremes. Sie sind flüssiger, ziehen schnell ein und zielen auf konkrete Bedürfnisse ab – etwa mehr Feuchtigkeit, ein ebenmäßigeres Hautbild oder Unterstützung bei Fältchen.

Gerade weil Seren so konzentriert sind, kommt es weniger auf „viel“ als auf „richtig verteilt“ an. Die Haut kann nur eine begrenzte Menge an Wirkstoffen aufnehmen. Was darüber hinausgeht, bleibt an der Oberfläche, schichtet sich mit anderen Produkten, kann die Haut reizen oder schlicht stören.

Die Frage ist daher nicht: „Wie viel passt noch drauf?“, sondern: „Wie wenig reicht, damit das Serum effektiv wirkt, sich gut anfühlt und die Haut nicht stresst?“


Orientierung im Alltag: So viel Serum reicht in der Regel aus

Für die meisten flüssigen oder gelartigen Gesichtsseren hat sich folgende Menge bewährt:

  • Nur Gesicht: etwa 2–3 Tropfen
  • Gesicht + Hals: etwa 3–4 Tropfen
  • Gesicht, Hals + Dekolleté: etwa 4–5 Tropfen

Kommt das Serum aus einem Spender, entspricht das ungefähr einer erbsen- bis haselnussgroßen Menge – abhängig von Konsistenz und Spendermechanik.

So können Sie Ihr Serum auftragen:

  1. Gesicht nach der Reinigung sanft trocken tupfen – leicht feuchte Haut nimmt Wirkstoffe besser auf.
  2. Die kleine Menge Serum zwischen den Fingerspitzen verteilen.
  3. Von der Gesichtsmitte nach außen sanft aufdrücken oder streichen, bei Bedarf bis Hals und Dekolleté. Nicht stark reiben.
  4. Kurz einziehen lassen, danach die gewohnte Creme auftragen.

Ein guter Anhaltspunkt: Die Haut wirkt anschließend durchfeuchtet und weich, ohne zu glänzen oder zu kleben.


Mehr ist nicht immer besser: Typische Fehler bei der Serum-Menge

Viele gehen unbewusst davon aus, dass doppelte Menge auch doppelte Wirkung bedeutet. Das ist bei Seren selten der Fall – im Gegenteil, zu viel kann den Effekt eher schmälern. Mögliche Folgen einer Überdosierung:

  • Klebriges, schweres Hautgefühl – das Produkt liegt auf, statt einzuziehen.
  • Rötungen oder Brennen, insbesondere bei empfindlicher Haut oder Wirkstoffen wie Säuren, Vitamin C in hoher Dosierung oder Retinoiden.
  • Unreinheiten oder Unterlagerungen, wenn zu viel Produkt und zu viele Schichten die Haut überfordern.
  • Pilling-Effekt: Das Serum rollt sich beim Darüberstreichen ab, weil die Oberfläche bereits „überladen“ ist.

Heikel wird es vor allem dann, wenn mehrere potente Seren gleichzeitig und in großzügiger Menge verwendet werden. Das kann die Hautbarriere unnötig strapazieren und die Haut insgesamt sensibler machen.


Wie Sie die passende Menge für Ihre Haut finden

Haut ist individuell – was für die eine Person perfekt ist, kann für die andere schon zu viel sein. Deshalb lohnt sich ein vorsichtiges Herantasten.

Hilfreiche Leitlinien:

  • Mit wenig starten: Beginnen Sie mit 1–2 Tropfen und steigern Sie nur, wenn die Haut das gut annimmt und sich noch „unterversorgt“ anfühlt.
  • Auf das Hautgefühl achten:
    • Spannt die Haut stark, wirkt aber nicht irritiert → oft eher ein Zeichen für mehr Feuchtigkeit insgesamt (z. B. durch Creme), nicht zwangsläufig für mehr Serum.
    • Glänzt, klebt oder schmiert sie → beim nächsten Mal etwas weniger Serum verwenden oder die Schichten reduzieren.
  • Konzentrierte Wirkstoffe vorsichtig einführen: Bei Peelingsäuren, Retinoiden oder hochdosierten Wirkstoffen gilt: lieber sparsam dosieren und mit geringerer Häufigkeit starten, statt direkt täglich und in großer Menge zu verwenden.
  • Mehrere Seren schichten:
    • Zuerst die flüssigsten, dann die reichhaltigeren Texturen.
    • Von jedem nur eine kleine Menge – insgesamt sollte jede Schicht dünn bleiben, nicht wie ein Film aufliegen.
  • Konstanz statt Übermaß: Regelmäßige Anwendung in moderater Menge bringt meist deutlich bessere und stabilere Ergebnisse als gelegentliche „Serum-Bomben“.

Kurz zusammengefasst

Für die meisten Seren reichen wenige Tropfen oder eine kleine erbsen- bis haselnussgroße Menge pro Anwendung. Zu viel Serum ist selten medizinisch gefährlich, kann aber die Haut reizen, Unreinheiten begünstigen, unangenehm kleben und die Aufnahme weiterer Produkte verschlechtern.

Ihre Haut profitiert langfristig mehr von der passenden Menge und einer konsequenten, gut abgestimmten Routine als von möglichst viel Produkt auf einmal.


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