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Was sind Komedogene Inhaltsstoffe und wie finde ich heraus, ob ein Produkt komedogen ist?

Komedogene Inhaltsstoffe: Wie sie entstehen – und woran Sie sie erkennen

Wer zu Unreinheiten oder verstopften Poren neigt, stolpert früher oder später über den Begriff „komedogen“. Nur: Was bedeutet das konkret – und wie lässt sich einschätzen, ob ein Produkt Ihre Haut unterstützt oder eher ausbremst?
Im Folgenden geht es darum, was komedogene Inhaltsstoffe ausmacht, warum sie nicht für jede Haut automatisch ein Problem sind und wie Sie systematisch prüfen können, ob ein Produkt zu Ihnen passt.


Was bedeutet „komedogen“ eigentlich genau?

Komedogene Inhaltsstoffe sind Substanzen, die dazu beitragen können, dass Poren sich zusetzen und Mitesser (Komedonen) entstehen. Man findet sie in Pflegeprodukten, Make-up und Sonnenschutz – oft, ohne dass es auf den ersten Blick ersichtlich ist.

Ob ein Stoff in der Praxis komedogen wirkt, hängt jedoch nicht nur vom Inhaltsstoff selbst ab, sondern auch von:

  • der eingesetzten Konzentration
  • der Kombination mit anderen Komponenten im Produkt
  • Ihrem Hauttyp und Ihrem aktuellen Hautzustand

Komedonen bilden sich, wenn Talg, abgestorbene Hautschüppchen und gelegentlich auch Produktreste die Poren verstopfen. Einige Inhaltsstoffe können diesen Prozess begünstigen, andere wirken eher ausgleichend, feuchtigkeitsspendend oder sogar entzündungshemmend.

Zur Orientierung gibt es sogenannte „Komedogenitäts-Skalen“, die Inhaltsstoffe meist von 0 (nicht komedogen) bis 5 (stark komedogen) einordnen. Viele dieser Angaben stammen aus älteren Untersuchungen, teils an Tierhaut oder unter Bedingungen, die mit einer fertigen Formulierung wenig zu tun haben. Sie können ein grobes Gefühl vermitteln, ersetzen aber nicht die Beobachtung Ihrer eigenen Haut.


So prüfen Sie Schritt für Schritt, ob ein Produkt komedogen sein könnte

Wenn Sie einschätzen möchten, ob ein Produkt Ihre Poren tendenziell belastet, hilft ein geordnetes Vorgehen:

  1. INCI-Liste lesen
    Auf der Verpackung sind die Inhaltsstoffe unter „Ingredients“ aufgeführt – absteigend nach Einsatzkonzentration. Alles, was weit oben steht, ist in relevanter Menge enthalten und damit im Zweifelsfall entscheidender als Stoffe am Ende der Liste.

  2. Auf bekannte „Problemkandidaten“ achten
    Als tendenziell komedogen gelten vor allem bestimmte schwere Öle, Wachse und Buttern. Auch einzelne Fettsäuren und ihre Derivate können bei zu Unreinheiten neigender Haut ungünstig sein – insbesondere, wenn sie unter den ersten Positionen der INCI-Liste auftauchen.

  3. Konsistenz und Finish beachten
    Sehr reichhaltige, stark okklusive Texturen, die einen spürbaren Film hinterlassen, fördern bei fettiger oder akneanfälliger Haut eher verstopfte Poren. Leichte Fluids, Gel-Cremes oder dünnflüssige Lotionen sind in solchen Fällen meist unkomplizierter als cremige, wachsige Formulierungen.

  4. Patch-Test und Beobachtung
    Führen Sie neue Produkte nicht direkt „volle Breitseite“ ein. Tragen Sie sie zunächst auf einem begrenzten Areal oder für 1–2 Wochen nur abends auf. Achten Sie darauf, ob sich Unterlagerungen, Mitesser oder ungewöhnliche Unreinheiten entwickeln, die Sie sonst nicht beobachten.

  5. Nur ein neues Produkt zurzeit einführen
    Wenn Sie mehrere Produkte gleichzeitig umstellen, lässt sich kaum noch nachvollziehen, worauf Ihre Haut reagiert. Ein Produkt nach dem anderen hilft, Ursache und Wirkung sauber zu trennen.


Typische Stolperfallen bei komedogenen Inhaltsstoffen

Rund um das Thema Komedogenität kursieren einige hartnäckige Vereinfachungen. Ein paar davon sollten Sie im Hinterkopf behalten:

  • „Ein Stoff ist immer komedogen“
    Das stimmt so nicht. Derselbe Inhaltsstoff kann bei einer Person Probleme verursachen und bei einer anderen völlig unauffällig sein. Hautzustand, restliche Routine, Ernährung, Klima – all das spielt hinein.

  • „Natürliche Öle sind automatisch besser“
    Pflanzliche Öle können je nach Fettsäureprofil durchaus komedogen wirken. „Natürlich“ sagt zunächst nichts über das Risiko für verstopfte Poren aus, sondern nur etwas über die Herkunft.

  • „Bei Unreinheiten muss ich alles Fettige meiden“
    Fette und Lipide sind nicht per se Feinde unreiner Haut. Leichte Öle oder hautähnliche Lipide können die Barriere stabilisieren, ohne Poren zu verstopfen. Entscheidend sind Art des Fettes, Dosierung und Ihre individuelle Reaktion.

  • „Ein einziger komedogener Stoff macht das ganze Produkt schlecht“
    Ein potenziell komedogener Inhaltsstoff in niedriger Konzentration, eingebettet in eine gut austarierte Formulierung, muss keine Probleme verursachen. Die Summe der Faktoren zählt – nicht das bloße Auftauchen eines „roten“ Stoffes in einer Liste.


Praxiserprobte Tipps für eine porenfreundliche Routine

Damit Sie Produkte realistischer einschätzen, helfen ein paar Grundprinzipien:

  • Eigene Haut beobachten statt nur Tabellen zu folgen
    Listen zur Komedogenität sind ein nützlicher Startpunkt, aber keine endgültige Instanz. Am Ende zählt, wie Ihre Haut nach einigen Wochen tatsächlich aussieht und sich anfühlt.

  • Auf nicht zu schwere Texturen setzen
    Wenn Sie zu Unreinheiten neigen, funktionieren meist leichte Fluids, Gel-Cremes oder Lotionen besser als stark okklusive Cremes und balmartige Texturen – besonders im Sommer oder bei hoher Luftfeuchtigkeit.

  • Milde Reinigung, zurückhaltende Pflege
    Zu aggressive Reiniger entziehen der Haut Fett, was die Talgproduktion ankurbeln kann. Besser: eine sanfte Reinigung plus eine angepasste, nicht reizende Feuchtigkeitspflege.

  • Regelmäßige, aber sanfte Exfoliation
    Eine milde, kontinuierliche Entfernung abgestorbener Hautzellen hilft, Poren frei zu halten. Mechanisch stark scheuernde Peelings sind oft kontraproduktiv; chemische Peelings in moderater Dosierung sind meist kontrollierbarer.

  • Zeit lassen
    Veränderungen bei Mitessern und verstopften Poren sind selten über Nacht sichtbar. Ein realistischer Zeitraum sind mehrere Wochen konsequenter Anwendung. Viele Produkte werden zu früh abgesetzt, bevor sich ein stabiles Bild zeigt.


Kurz zusammengefasst

Komedogene Inhaltsstoffe sind Substanzen, die die Entstehung von Mitessern und verstopften Poren begünstigen können – aber nicht zwangsläufig müssen. Wirkung und Risiko hängen von Konzentration, Formulierung, Textur und Ihrer individuellen Haut ab. Nutzen Sie die INCI-Liste als Orientierung, achten Sie auf die Konsistenz und führen Sie neue Produkte schrittweise ein. Entscheidender als theoretische Bewertungen ist am Ende, wie Ihre eigene Haut langfristig darauf reagiert.


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