Wie viel Deckkraft braucht ein Concealer wirklich?
Concealer gehört für viele zur täglichen Routine – bei der Frage nach der richtigen Deckkraft bleibt aber oft ein Rest Unsicherheit. Reicht ein Hauch Produkt, um wacher auszusehen, oder muss alles komplett verschwinden – Rötungen, Pickel, Schatten? Eine einfache Antwort gibt es nicht. Entscheidend sind Anlass, Hautzustand und das Finish, das Sie sich wünschen. In diesem Artikel lesen Sie, wann starke und wann leichte Deckkraft sinnvoll ist – und wie Sie Concealer so einsetzen, dass er natürlich aussieht und zuverlässig hält.
Was Deckkraft eigentlich bedeutet – und was sie für Ihr Make-up ausmacht
Wenn von „Deckkraft“ die Rede ist, geht es letztlich darum, wie viel von Ihrer Haut noch sichtbar bleibt.
Leichte Deckkraft:
Die Hautstruktur bleibt erkennbar, Unebenheiten werden nur sanft gemildert. Das Ergebnis wirkt, als hätten Sie einfach besser geschlafen: Ihre Haut, nur ausgeruhter.
Mittlere Deckkraft:
Rötungen, leichtere Augenschatten und kleinere Unreinheiten treten optisch in den Hintergrund, ohne dass die Haut „wegretuschiert“ wirkt.
Hohe Deckkraft:
Deutliche Verfärbungen, starke Augenschatten, Pickel oder ausgeprägte Pigmentstörungen lassen sich weitestgehend neutralisieren. Das Hautbild wirkt sehr ebenmäßig, dafür aber oft auch klar geschminkt.
Je stärker die Deckkraft, desto weniger verzeiht der Concealer Fehler. Farbton, Dosierung und Verblendung müssen stimmen – sonst setzt sich das Produkt ab, wirkt trocken oder legt sich wie eine sichtbare Schicht auf die Haut.
Wann hohe Deckkraft sinnvoll ist – und wann leichte besser passt
Welche Deckkraft Sie wählen, hängt weniger von Trends ab als von Ihrem Alltag und Ihren persönlichen Bedürfnissen.
Hohe Deckkraft ist meist sinnvoll bei:
- deutlich sichtbaren Unreinheiten
- ausgeprägten, dunklen Augenschatten
- stark geröteten Partien (z. B. an den Nasenflügeln)
- Anlässen mit vielen Fotos oder starkem Kunstlicht
- sehr ebenmäßigen, „perfekten“ Make-up-Looks
Hier hilft ein hoch deckender Concealer, den Hautton möglichst gleichmäßig wirken zu lassen. Entscheidend ist ein dünner Auftrag: lieber sehr gezielt und in kleinen Mengen arbeiten, statt großflächig zu schichten – so bleibt das Ergebnis ruhiger und weniger pastig.
Leichte Deckkraft ist meist sinnvoll bei:
- leichten Augenschatten oder typischen Müdigkeitszeichen
- insgesamt ruhiger, recht ebenmäßiger Haut
- natürlichen Tages-Looks, etwa fürs Büro oder Uni
- trockener oder reifer Haut, auf der sich viel Produkt gerne in Fältchen sammelt
- minimalistischen Make-up-Routinen („No-Make-up-Make-up“)
Ein leicht deckender Concealer hellt auf und gleicht leicht aus, ohne die Haut zu „übermalen“. Ideal, wenn Sie frischer wirken möchten, Ihre Haut aber weiterhin sichtbar bleiben soll.
Typische Stolperfallen – und wie Sie sie vermeiden
Concealer kann sehr viel, aber er kann auch schnell zu viel sein. Häufige Fehler:
Zu viel Produkt:
Vor allem bei hoher Deckkraft ist die Versuchung groß, dick aufzutragen. Besser: mit einer kleinen Menge starten und nur dort behutsam nachlegen, wo es wirklich nötig ist.
Falscher Farbton:
Zu helle Nuancen unter dem Auge können die Partie gräulich oder „abgesetzt“ wirken lassen. Für Unreinheiten passen Töne, die sehr nah am eigenen Hautton sind, meist am besten – sie fallen im Gesamtbild weniger auf.
Ein Concealer für alles:
Ein sehr deckender, eher trockener Concealer unter den Augen betont schnell Fältchen und Trockenheit. Ein federleichter Concealer wiederum hat bei einem entzündeten Pickel häufig nicht genug Kraft. Unterschiedliche Zonen brauchen manchmal unterschiedliche Texturen.
Unpassende Auftragetechnik:
Unter den Augen genügt in vielen Fällen ein sanftes Einarbeiten mit Finger oder Schwämmchen. Bei Pickeln oder punktuellen Rötungen ist ein präziser Auftrag mit sehr wenig Produkt sinnvoll – eher auftupfen als verreiben.
Praxistipps für eine Deckkraft, die zu Ihnen passt
So holen Sie je nach Deckkraft das Beste aus Ihrem Concealer heraus:
Unter den Augen
Leichte bis mittlere Deckkraft wirkt hier in der Regel am stimmigsten. Tragen Sie Concealer nur da auf, wo der Schatten tatsächlich sitzt – häufig eher im inneren Augenwinkel und etwas darunter – und nicht flächig bis direkt an den Wimpernkranz.
Für Unreinheiten und Rötungen
Greifen Sie zu mittlerer bis hoher Deckkraft. Punktuell auftragen, vorsichtig einklopfen und die Ränder sorgfältig verblenden. Statt einer dicken Schicht sind zwei sehr dünne Lagen unauffälliger und halten oft besser.
Im Alltag vs. besondere Anlässe
Für den Alltag genügt vielen: leichte Deckkraft unter den Augen, dazu Concealer nur punktuell auf deutlich sichtbare Rötungen. Für Fotos, Events oder Abend-Make-up darf die Deckkraft an ausgewählten Stellen etwas höher sein – aber nicht automatisch im ganzen Gesicht.
Auf das Finish achten
Bei trockener oder reifer Haut können stark deckende, matte Formulierungen schnell jede Linie betonen. Hier lohnt eine gute Feuchtigkeitspflege als Basis, eventuell ein cremigerer Concealer – und ein besonders sparsamer Auftrag.
Kurz zusammengefasst
Die „richtige“ Deckkraft ergibt sich weniger aus Regeln als aus Ihrem Ziel.
Für einen frischen, unaufgeregten Look reicht meist eine leichte bis mittlere Deckkraft, vor allem im Augenbereich. Bei deutlich sichtbaren Unreinheiten, starken Augenschatten oder speziellen Anlässen ist eine höhere Deckkraft sinnvoll – dann aber gezielt, sparsam und gut verblendet. Entscheidend bleiben drei Punkte: passende Nuance, moderater Produktauftrag und gründliches Einarbeiten in die Haut.