Zarter Glow statt Glitzer: Welcher Highlighter zum No-Make-up-Make-up passt
Ein No-Make-up-Make-up lebt von diesem Widerspruch: Man ist geschminkt – aber es sieht nicht danach aus. Der Teint wirkt ausgeschlafen, frisch und „von Natur aus“ strahlend. Genau an diesem Punkt wird der Highlighter entscheidend: Er soll Licht ins Gesicht bringen, ohne als Produkt sichtbar zu sein. Im Folgenden geht es darum, welche Highlighter-Formulierungen dafür geeignet sind, worauf Sie bei Textur und Farbe achten sollten und wie der Auftrag so zurückhaltend gelingt, dass Ihr Glow wie Ihr eigenes Hautlicht wirkt.
Warum beim No-Make-up-Make-up weniger wirklich mehr ist
Für den natürlichen Look sind nicht harte Lichtreflexe gefragt, sondern ein feiner, lebendiger Schimmer. Die Haut soll aussehen, als wäre sie einfach gut gepflegt – nicht wie „gut ausgeleuchtet“.
Besonders geeignet sind Highlighter mit:
- sehr feinen, kaum sichtbaren Schimmerpartikeln
- weicher, cremiger oder flüssiger Textur
- zur Haut passenden, zurückhaltenden Farben
Dezente Formulierungen, die in die Haut einsinken, statt nur obenauf zu sitzen, funktionieren hier am besten. Stark metallische Finishes, sichtbare Glitzerpartikel oder sehr helle, frostige Nuancen sehen schnell geschminkt aus und brechen den No-Make-up-Eindruck.
So wählen Sie den passenden Highlighter für einen unauffälligen Glow
Für einen „Ich bin einfach gut erholt“-Look lohnt sich ein genauer Blick auf zwei Punkte: Textur und Farbton.
1. Textur: Creme, Liquid oder Puder?
- Creme-Highlighter: Lässt sich mit den Fingerspitzen einarbeiten, verschmilzt gut mit der Haut und wirkt besonders weich – ideal für normale bis trockene Haut.
- Flüssiger Highlighter: Sehr vielseitig. Er kann in Foundation oder Tagespflege gemischt oder gezielt aufgetupft werden – perfekt für einen subtilen „Glow von innen“.
- Fein gemahlener Puder-Highlighter: Eher für normale bis leicht ölige Haut geeignet, wenn er wirklich nur hauchdünn und in einer sehr feinen Textur verwendet wird.
Für einen echten No-Make-up-Effekt sind Creme- und Liquid-Highlighter meist am unauffälligsten.
2. Farbwahl: Ton-in-Ton statt Drama
Orientieren Sie sich an Ihrem Unterton und an der Helligkeit Ihrer Haut:
- Helle Haut: Champagner, zarter Elfenbein-Ton oder Rosé-Schimmer.
- Mittlere Haut: Pfirsich, warmes Champagne, sanfte Goldnuancen.
- Dunklere Haut: Feiner Gold-, Bronze- oder Kupferschimmer – eher subtil als stark metallisch.
Wichtig ist, dass der Highlighter nicht „auf“ der Haut steht, sondern mit dem Hautton verschmilzt. Ein Hauch heller ist in Ordnung, aber nicht so hell, dass er weißlich oder grau wirkt.
Typische Stolperfallen – und wie Sie sie vermeiden
Beim natürlichen Highlighter-Look wiederholen sich bestimmte Fehler immer wieder:
- Zu viel Produkt: Ein stärker sichtbarer Glow wirkt schnell geschminkt. Beginnen Sie mit einer winzigen Menge und steigern Sie nur, wenn nötig.
- Falsche Platzierung: Highlighter „überall“ lässt die Haut schnell speckig oder unruhig erscheinen. Setzen Sie bewusst nur wenige Akzente.
- Grober Glitzer: Einzelne Glitzerpartikel verraten den Look sofort als Make-up. Achten Sie bei der Produktwahl auf feinen, gleichmäßigen Schimmer.
- Unpassender Farbton: Zu kühle oder zu helle Farben können das Gesicht aschig oder fleckig wirken lassen. Prüfen Sie den Ton immer im Tageslicht, nicht nur unter Kunstlicht.
Erprobte Tipps für einen Glow, der wie echte Haut aussieht
Mit ein paar gezielten Schritten lässt sich Highlighter so einsetzen, dass er fast unsichtbar bleibt – und gerade deshalb überzeugend wirkt.
Strategisch platzieren:
- oberhalb der Wangenknochen
- dezent am Nasenrücken (nur ein kurzer Streifen, nicht bis zur Spitze)
- am höchsten Punkt des Brauenbogens
- minimal im inneren Augenwinkel
- auf dem Amorbogen über der Oberlippe
Auf Reihenfolge achten:
- Creme- oder Liquid-Highlighter vor oder direkt nach einer leichten Foundation oder getönten Pflege auftragen.
- Puder-Highlighter kommt auf bereits abgepuderte Haut, damit er nicht fleckig wird.
Mit Fingern oder Schwämmchen verblenden:
Die eigene Wärme hilft Creme- und Flüssigprodukten, sich besser mit der Haut zu verbinden. Arbeiten Sie mit tupfenden Bewegungen, um den Untergrund nicht zu verschieben.
Highlighter in die Basis mischen:
Ein winziger Tropfen flüssiger Highlighter in der Foundation oder Tagespflege erzeugt einen sehr sanften All-over-Glow – ideal, wenn Sie keine sichtbaren Highlights setzen möchten, sondern nur insgesamt frischer aussehen wollen.
Kurz zusammengefasst
Für ein glaubwürdiges No-Make-up-Make-up eignen sich vor allem cremige oder flüssige Highlighter mit sehr feinem Schimmer in hauttonnahen Nuancen. Entscheidend sind ein minimaler Produktaustrag, sorgfältiges Verblenden und eine gezielte Platzierung auf den natürlichen Lichtpunkten des Gesichts. So wirkt der Glow wie gute Hautpflege – nicht wie ein sichtbarer Schminkeffekt.
Häufig gestellte Fragen zum natürlichen Highlighter-Look
Sollte ich beim No-Make-up-Make-up eher mattierende oder glowy Produkte kombinieren?
Eine leicht strahlende Base, kombiniert mit bewusst gesetzten Highlights, wirkt in der Regel natürlicher als ein komplett mattes Gesicht. Zu viel Glanz auf allen Flächen lässt die Haut dagegen schnell ölig oder „overdone“ erscheinen.
Kann ich Highlighter auch ohne Foundation tragen?
Ja. Auf gut vorbereiteter, nackter Haut sehen Creme- und Liquid-Highlighter oft besonders authentisch aus. Wichtig ist, sorgfältig zu verblenden, damit keine harten Kanten bleiben.
Ist Highlighter bei unreiner oder strukturierter Haut geeignet?
Schimmer lenkt den Blick auf Struktur – also auch auf Unebenheiten. In Bereichen mit vielen Unreinheiten, tiefen Poren oder Aknenarben sollten Sie vorsichtig sein oder den Highlighter dort weglassen. Setzen Sie ihn lieber auf relativ glatten Partien, zum Beispiel oberhalb der Wangenknochen.
Wie erkenne ich im Laden, ob der Highlighter natürlichen Schimmer hat?
Tragen Sie eine kleine Menge auf den Handrücken oder die Innenseite des Handgelenks auf und gehen Sie möglichst ans Tageslicht. Sehen Sie einzelne Partikel glitzern, ist das Produkt für einen No-Make-up-Look meist zu stark. Wirkt die Fläche gleichmäßig und nur sanft glänzend, passt es in der Regel besser zu einem subtilen Glow.