Telefon 0800 / 5550025
Was ist der Unterschied zwischen Baking, Strobing und Contouring?

Licht, Schatten, Glow: Was Baking, Strobing und Contouring wirklich unterscheidet

Baking, Strobing, Contouring – die Begriffe klingen nach Profi-Studio und aufwendigen Looks, die man meist nur von Instagram-Filtern kennt. In der Praxis lassen sich viele dieser Techniken aber deutlich zurückhaltender einsetzen, als es online wirkt. Entscheidend ist, zu verstehen, was jede Methode eigentlich macht. Dann können Sie auswählen, was zu Ihrem Gesicht, Ihrem Alltag und Ihrer Haut wirklich passt – statt alles gleichzeitig auszuprobieren.


Drei Techniken, ein Ziel: Das Gesicht gezielt formen

Alle drei Methoden verfolgen letztlich dasselbe: die Gesichtsstruktur optisch zu beeinflussen. Sie arbeiten aber mit unterschiedlichen Effekten – Schatten, Licht, Textur.

  • Contouring nutzt dunklere Töne, um bestimmte Partien optisch zurückzunehmen. So lassen sich Wangenknochen stärker modellieren, der Haaransatz definieren oder die Nase schmaler wirken.

  • Strobing verzichtet auf dunkle Töne und setzt nur mit Highlighter Akzente. Durch gezielte Lichtpunkte wirkt der Teint frischer, die Haut erhält einen Glow, und einzelne Bereiche treten hervor.

  • Baking arbeitet mit einer großzügigen Menge transparentem Puder, der einige Minuten auf der Haut „stehen“ bleibt. Dadurch werden Foundation und Concealer fixiert, aufgehellt und geglättet – vor allem unter den Augen oder in der T-Zone. Das Ergebnis ist ein eher mattes, sehr ebenmäßiges Finish.

In Kurzform:

  • Contouring = Schatten setzen
  • Strobing = Licht und Glow
  • Baking = Haltbarkeit, Aufhellung und glattes „Airbrush“-Finish durch Puder

So setzen Sie Contouring, Strobing und Baking praktisch um

Contouring – sanfte Schatten statt harte Linien

  1. Zuerst die Basis: Foundation oder getönte Pflege auftragen und sauber verblenden.
  2. Einen etwas dunkleren Ton unter den Wangenknochen, an den Schläfen und – falls gewünscht – seitlich entlang der Nase platzieren.
  3. Die Ränder sorgfältig verblenden, bis keine klar abgegrenzten Linien mehr zu sehen sind.
  4. Wer möchte, kann mit einem leicht helleren, aber nicht zu stark schimmernden Ton Nasenrücken, Kinn oder Stirnmitte subtil hervorheben.

Strobing – gezielter Glow für frische Ausstrahlung

  1. Nach Foundation oder getönter Pflege einen Highlighter wählen, der zum Hauttyp passt (Creme bei trockener, Puder bei eher öliger Haut).
  2. Auf die höchsten Punkte des Gesichts setzen: obere Wangenknochen, sehr sparsam auf dem Nasenrücken, am Lippenherz und unter dem höchsten Punkt der Augenbraue.
  3. Die Ränder sanft einarbeiten, damit der Glow weich verläuft und eher wie „natürliches Licht“ wirkt als wie ein Streifen Produkt.

Baking – wenn das Make-up besonders lange halten soll

  1. Flüssige Foundation und Concealer wie gewohnt auftragen und verblenden.
  2. Auf die gewünschten Bereiche – klassisch unter den Augen, in der Mitte der Stirn, am Nasenrücken und am Kinn – großzügig losen, transparenten Puder geben.
  3. 3–10 Minuten einwirken lassen, damit der Puder sich mit den cremigen Produkten verbindet.
  4. Überschüssigen Puder mit einem sauberen, weichen Pinsel gründlich abnehmen.

Typische Stolperfallen – und wie Sie sie vermeiden

  • Zu starke Konturen: Deutlich sichtbare, dunkle Streifen lassen das Gesicht schnell angemalt wirken. Besser ist es, mit wenig Produkt zu starten und gründlich zu verblenden – so bleibt die Kontur im Alltag tragbar.
  • Zu viel Glow beim Strobing: Wenn Highlighter zu großflächig oder zu intensiv aufgetragen wird, betont er Poren und Unebenheiten und lässt die Haut schnell speckig wirken. Lieber kleine Zonen akzentuieren und bei Bedarf leicht nachlegen.
  • Baking auf trockener Haut: Viel Puder auf ohnehin trockener Haut bringt jedes Schüppchen und jede Linie zum Vorschein. In diesem Fall ist klassisches Abpudern oder nur sehr punktuelles „Mini-Baking“ meist sinnvoller.
  • Unpassende Contouring-Farben: Zu warme, orangestichige Produkte erinnern eher an Bronzer als an natürliche Schatten. Etwas kühlere, neutrale Töne kommen der realen Schattierung des Gesichts näher.

Praxistipps für einen modernen, tragbaren Look

  • Entscheiden Sie sich im Zweifel für eine Haupttechnik: etwa leichtes Contouring für mehr Struktur oder dezentes Strobing für Frische. Alle drei Methoden gleichzeitig funktionieren nur sehr reduziert eingesetzt, sonst wirkt der Look schnell überladen.
  • Richten Sie sich nach Ihrem Hauttyp: Bei fettiger oder Mischhaut verstärken stark glänzende Strobing-Produkte den ohnehin vorhandenen Glanz, bei trockener Haut kann intensives Baking unnötig altern lassen.
  • Arbeiten Sie in dünnen Schichten: Lieber langsam aufbauen als von Anfang an zu viel Produkt verwenden. Das wirkt natürlicher und lässt sich leichter korrigieren.
  • Kontrollieren Sie das Ergebnis im Tageslicht: Kunstlicht schluckt Kontraste; was im Bad noch zurückhaltend aussieht, kann draußen deutlich dramatischer wirken.
  • Für den Alltag reichen oft: weiche Übergänge, eher dezente Produkte und eine Auftragetechnik, die in wenigen Minuten sitzt.

Kurz zusammengefasst

Contouring formt das Gesicht über Schatten, Strobing setzt Lichtpunkte und Glow, Baking fixiert die Base mit viel Puder für ein besonders glattes, langanhaltendes Finish. Keine dieser Techniken ist Pflicht. Wählen Sie, was zu Ihrem Stil, Ihrem Zeitbudget und Ihrer Haut passt. Dezent eingesetzt können sie Ihre Gesichtszüge klarer hervorheben, ohne dass das Ergebnis maskenhaft wirkt.


Häufig gestellte Fragen

Brauche ich Contouring, Strobing und Baking wirklich alle drei?
Nein. Die meisten kommen mit einer oder zwei Methoden gut zurecht – häufig leichtes Contouring oder ein wenig Strobing. Baking wird eher für lange Tage, Events oder Fotos genutzt, bei denen das Make-up viele Stunden durchhalten soll.

Ist Strobing auch bei Mischhaut oder fettiger Haut geeignet?
Ja, solange der Glow gezielt gesetzt wird. Konzentrieren Sie sich auf Bereiche, die von Natur aus weniger glänzen, und meiden Sie Zonen wie die Stirnmitte oder die Nase, wenn diese ohnehin schnell fettig werden.

Kann ich statt Baking einfach weniger Puder verwenden?
Ja. Ein fein aufgetragener, transparenter Puder genügt im Alltag meist völlig, um Foundation und Concealer zu fixieren. Der typische, sehr geglättete Baking-Effekt ist dafür nicht zwingend notwendig.

Welche Technik wirkt am natürlichsten?
Am unauffälligsten ist in der Regel ein sehr zurückhaltendes Contouring, kombiniert mit einem dezenten, gut verblendeten Highlighter. Baking erzeugt eher einen „perfekten“, geschminkten Look, der schnell nach Foto-Make-up wirkt – und weniger nach „nackter Haut, nur besser“.

Ähnliche Fragen