Präziser Eyeliner trotz Schlupflidern: So gelingt der saubere Strich
Ein sauber gezogener Eyeliner gehört für viele zum perfekten Augen-Make-up – gerade bei Schlupflidern stellt er aber oft die Nerven auf die Probe. Die Linie verschwindet in der Lidfalte, stempelt sich ab oder wirkt unruhig. Dabei lässt sich der Blick mit der richtigen Technik sichtbar öffnen und betonen, ohne dass das Ergebnis überladen wirkt. Im Folgenden geht es darum, worauf es bei Schlupflidern wirklich ankommt, welche Form schmeichelt – und wie Sie Schritt für Schritt zu einem sauberen Eyeliner-Strich kommen.
Warum Schlupflider den Eyeliner zur Herausforderung machen
Bei Schlupflidern liegt ein Teil der beweglichen Lidfläche unter einer Hautfalte, sobald das Auge geöffnet ist. Das ist weder ungewöhnlich noch ein „Fehler“, sondern meist schlicht Veranlagung. Für den Eyeliner hat das allerdings ein paar praktische Konsequenzen:
- Ein Teil der Linie verschwindet in der Falte.
- Die Lidkante ist schwerer zugänglich.
- Die Haut am Oberlid ist oft weicher und stärker beweglich.
Klassische, geschwungene Wings orientieren sich an einer klar sichtbaren Lidfläche – die ist bei Schlupflidern nur teilweise zu sehen. Entscheidend ist deshalb nicht, wie der Lidstrich bei geschlossenem Auge wirkt, sondern wie er aussieht, wenn Sie geradeaus in den Spiegel schauen.
Eine Rolle spielt auch die Textur: Sehr cremige oder langsam antrocknende Produkte setzen sich leichter in die Lidfalte und stempeln ab. Präzise, gut haftende Formulierungen geben deutlich mehr Kontrolle und Halt.
Schritt für Schritt: So gelingt ein sauberer Eyeliner-Strich bei Schlupflidern
1. Vorbereitung der Lidpartie
- Oberlid sanft reinigen und trocknen.
- Überschüssiges Öl vorsichtig mit einem Wattepad oder Papiertuch abnehmen.
- Eine dünne Schicht neutralen Lidschatten oder Puder auftragen, um die Haut zu mattieren.
2. Sitzend in den Spiegel schauen
Setzen Sie sich aufrecht hin und blicken Sie geradeaus in den Spiegel – genau so werden andere Sie später sehen. Zeichnen Sie den Strich nicht ausschließlich mit geschlossenem Auge; sonst landet die Linie schnell dort, wo die Lidfalte sie optisch „bricht“.
3. „Mapping“-Technik statt freier Hand
- Setzen Sie zunächst kleine Punkte oder kurze Striche entlang des Wimpernkranzes.
- Verbinden Sie diese anschließend behutsam, statt direkt eine durchgehende Linie zu ziehen.
- Halten Sie den Strich möglichst nah an den Wimpern, vor allem im inneren Bereich.
4. Der Winkel für den „Wing“
- Orientieren Sie sich an einer gedachten Linie vom äußeren Nasenflügel über den äußeren Augenwinkel in Richtung Augenbraue.
- Zeichnen Sie den Wing nur so weit, dass er bei geöffnetem Auge sichtbar bleibt und nicht in der Lidfalte knickt.
- Bei Schlupflidern wirken meist eher kurze, leicht nach oben gezogene Wings harmonischer als sehr lange.
5. Optional: „Puppenhaus-Trick“
Wenn das Lid den Strich stark verdeckt, können Sie den Wing in zwei Etappen anlegen:
- Zuerst mit geöffnetem Auge die gewünschte Form skizzieren.
- Beim Schließen des Auges kann die Linie leicht „gebrochen“ erscheinen – das ist in diesem Fall völlig in Ordnung.
Entscheidend ist, dass die Form bei geöffnetem Auge stimmig wirkt.
Typische Stolperfallen – und wie Sie sie vermeiden
Zu dicker Strich:
Ein sehr breiter Eyeliner lässt die ohnehin kleine sichtbare Lidfläche noch kompakter erscheinen. Besser: am Wimpernkranz schmal starten und nur zum äußeren Drittel hin dezent verbreitern.
Zu weit nach unten gezogener Wing:
Folgt der Wing der natürlichen, leicht nach unten verlaufenden Augenform, kann der Blick schnell müde wirken. Ein minimal nach oben ausgerichteter Winkel lässt das Auge wacher erscheinen.
Nur mit geschlossenem Auge schminken:
So landet die Linie gern mitten in der Lidfalte. Zwischendurch immer wieder die Augen öffnen, in den Spiegel schauen und die Form kontrollieren.
Zu viel Produkt auf einmal:
Eine dicke, noch feuchte Farbschicht verschmiert leichter und ist schwerer zu korrigieren. Lieber in dünnen Schichten arbeiten und bei Bedarf nachlegen.
Praktische Profi-Tipps für mehr Kontrolle und Halt
Hand stabilisieren:
Stützen Sie den Ellenbogen auf dem Tisch ab und legen Sie den kleinen Finger leicht an Wange oder Kinn. Die Hand wird ruhiger, der Strich gleichmäßiger.
Von außen nach innen arbeiten:
Zeichnen Sie den Wing zuerst außen und arbeiten Sie sich dann in kleinen Schritten zum Innenwinkel vor. So bleibt die Gesamtform leichter im Blick.
Soft statt messerscharf:
Wenn ein millimetergenau scharfer Lidstrich (noch) schwierig ist, ziehen Sie eine feine Linie und verwischen die Kante minimal mit einem kleinen Pinsel oder Wattestäbchen. Der Look bleibt definiert, verzeiht aber kleine Unebenheiten.
Gezielt korrigieren statt alles neu:
Kleine Patzer lassen sich mit einem in Mizellenwasser getränkten Wattestäbchen präzise „wegradieren“. Das spart Zeit – und das restliche Augen-Make-up bleibt unberührt.
Kurz zusammengefasst
Bei Schlupflidern entscheidet weniger die Lidform als die Vorgehensweise. Planen Sie den Eyeliner immer am geöffneten Auge, bleiben Sie nah am Wimpernkranz und halten Sie den Wing eher kurz und leicht nach oben gezogen. Mit gut vorbereiteter Lidpartie, kleinen Stricheinheiten statt einem großen Zug und einer stabilen Hand wirkt der Blick klar definiert, ohne schwer oder überladen zu sein.