Spielen mit Licht und Schatten: So betonen oder kaschieren Sie Ihre Gesichtszüge mit Make-up
Viele Menschen wünschen sich, bestimmte Gesichtsmerkmale stärker hervorzuheben – und andere etwas in den Hintergrund treten zu lassen. Ob Nase, Stirn oder Kinn: Mit Make-up lassen sich Proportionen sichtbar beeinflussen, ohne dass das Ergebnis „angemalt“ wirkt. Entscheidend sind Technik, Textur und ein Gefühl für Licht und Schatten. In diesem Artikel geht es darum, wie Contouring und Highlighting tatsächlich funktionieren, welche Schritte sich im Alltag bewähren – und wo typische Fehler lauern.
Wie Licht das Gesicht formt: Das Prinzip hinter Contouring und Highlighting
Unser Gehirn liest Gesichter über Hell-Dunkel-Kontraste. Helle Flächen springen ins Auge, dunklere Zonen treten zurück. Genau hier setzt Contouring an:
- Dunklere Töne (etwas tiefer als Ihr Hautton) lassen Partien schmaler oder unauffälliger wirken – etwa an den Seiten der Nase oder am unteren Kinnrand.
- Hellere Töne (etwas heller als Ihr Hautton) holen Bereiche optisch nach vorne – z. B. die Wangenknochen, das Lippenherz oder den Nasenrücken.
Wichtig ist, in der Nähe Ihres natürlichen Hauttons zu bleiben und sorgfältig zu verblenden. Ziel ist nicht, ein neues Gesicht zu konstruieren, sondern Ihre vorhandenen Strukturen stimmig zu unterstützen.
Praktische Make-up-Tricks für Nase, Stirn und Kinn
Nase optisch schmaler oder gerader wirken lassen
- Einen leicht dunkleren Ton sehr schmal an den Seiten des Nasenrückens auftragen.
- Optional einen hellen, matten Ton ganz fein auf die Mitte des Nasenrückens setzen.
- Alle Übergänge weich verblenden, bis keine harten Linien mehr erkennbar sind.
Hohe oder breite Stirn ausbalancieren
- Einen etwas dunkleren Ton entlang des Haaransatzes auftragen.
- Sanft in Richtung Stirnmitte ausblenden, ohne sichtbare Kante.
- So wirkt die Stirn optisch etwas kürzer und weicher.
Kinn und Kieferpartie harmonisieren
- Ein sehr markantes oder vorstehendes Kinn kann mit einem dezent dunkleren Ton am unteren Kinnrand optisch abgemildert werden.
- Bei Ansätzen eines Doppelkinns vorsichtig unterhalb des Kinns und entlang der Kieferkante schattieren – immer gründlich verblenden, damit nichts wie „aufgemalt“ aussieht.
Typische Stolperfallen – und wie Sie sie vermeiden
- Zu dunkle Produkte: Starke Kontraste wirken schnell hart und fleckig. Besser nur 1–2 Nuancen dunkler oder heller als den eigenen Hautton wählen.
- Glänzende Produkte zum Kaschieren: Schimmer und Glanz ziehen den Blick an – zum Zurücknehmen von Merkmalen daher auf matte Texturen setzen.
- Unverblendete Linien: Sichtbare Streifen entlang der Nase oder unter dem Kinn springen sofort ins Auge. Nehmen Sie sich Zeit für weiche Übergänge, vor allem an den Rändern.
- Zu viel Produkt auf einmal: Lieber in dünnen Schichten arbeiten und Schritt für Schritt aufbauen, statt direkt stark zu konturieren.
Feine Justierungen statt komplette Veränderung: Tipps aus der Praxis
- Natürliche Basis: Eine leichte Foundation oder ein getönter Moisturizer sorgt für einen gleichmäßigen Untergrund, auf dem Schattierungen deutlich harmonischer wirken.
- Tageslicht nutzen: Wenn möglich, das Ergebnis kurz im Tageslicht überprüfen. Kunstlicht verfälscht Farben und Kontraste gern.
- Gesamtbild im Blick behalten: Wer ein Merkmal etwas zurücknimmt, kann ein anderes bewusst betonen (z. B. Augen oder Lippen), um den Blick gezielt zu lenken.
- Weniger ist mehr im Alltag: Für Büro und Alltag reichen sehr subtile Schattierungen. Stärkeres Contouring eignet sich eher für Abend-Make-up oder Fotos.
- Werkzeug sauber halten: Ein sauberes, fluffiges Pinsel- oder Schwämmchenwerkzeug erleichtert weiche Übergänge – besonders an Nase, Stirn und Kinn.
Kurz zusammengefasst
Mit Make-up lassen sich Gesichtszüge nicht grundlegend verändern, aber sehr wohl anders inszenieren. Dunkle, matte Töne lassen Bereiche zurücktreten, helle Töne bringen sie nach vorn. Dezent konturierte Nase, Stirn und Kinn können Proportionen ausbalancieren, ohne künstlich zu wirken. Ausschlaggebend sind passende Nuancen, sparsame Dosierung und konsequentes Verblenden.