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Müssen Instrumente im Nagelstudio nach jedem Kunden desinfiziert oder sterilisiert werden?

Hygiene im Nagelstudio: Wie sauber müssen Instrumente wirklich sein?

Für viele gehört der Termin im Nagelstudio zur festen Routine. Über Form, Farbe und Design wird ausführlich gesprochen – über Hygiene deutlich seltener. Dabei ist genau das entscheidend: Wie sauber müssen Feilen, Zangen und Fräser eigentlich sein? Reicht eine Desinfektion aus, oder ist nach jedem Kunden eine Sterilisation Pflicht?

Im Folgenden geht es darum, welche Hygieneschritte sinnvoll und fachlich notwendig sind, worin sich Desinfektion und Sterilisation unterscheiden – und worauf Sie als Kundin oder Kunde konkret achten können.


Desinfektion oder Sterilisation: Was ist was – und warum es wichtig ist

Im Nagelstudio kommen die Instrumente direkt mit der Haut in Kontakt, teils auch mit kleinsten Verletzungen, die man kaum sieht. Darüber können Keime, Pilze und Bakterien weitergegeben werden. Um dieses Risiko zu verringern, gibt es zwei zentrale Verfahren:

  • Desinfektion:
    Die Anzahl der Keime wird stark reduziert. Viele Erreger werden abgetötet oder unschädlich gemacht, aber nicht zwangsläufig alle. Typisch sind dafür Haut- und Flächendesinfektionsmittel oder spezielle Instrumenten-Desinfektionsbäder.

  • Sterilisation:
    Hier geht es einen Schritt weiter: Alle vermehrungsfähigen Mikroorganismen – auch widerstandsfähige Sporen – werden entfernt bzw. abgetötet. Das geschieht in der Regel mit einem Sterilisationsgerät, etwa mit Heißluft oder Dampf (Autoklav).

Für Nagelstudios ist in vielen Ländern klar geregelt:
Wiederverwendbare Instrumente, die mit der Haut und möglicherweise mit Blut in Kontakt kommen, müssen nach jedem Kunden mindestens gründlich gereinigt und desinfiziert werden.

Für Instrumente, die die Haut anritzen oder verletzen können – zum Beispiel scharfe Zangen, Fräseraufsätze oder Nagelhautschneider – wird je nach nationalen Vorschriften zusätzlich eine Sterilisation empfohlen oder sogar verlangt.


Schritt für Schritt: So sollte die Aufbereitung der Instrumente ablaufen

In einem professionell arbeitenden Studio hat die Aufbereitung eine feste Routine. Typischerweise läuft sie so ab:

  1. Direkt nach der Anwendung
    Grobe Rückstände wie Nagelstaub, Hautpartikel oder Gelreste werden entfernt. Je weniger daran haftet, desto besser kann der nächste Schritt wirken.

  2. Reinigung
    Die Instrumente werden unter fließendem Wasser mit einem geeigneten Reinigungsmittel oder in speziellen Reinigungsgeräten vorgereinigt. Dieser Schritt ist wichtig, damit Desinfektionsmittel später überhaupt an die Oberfläche gelangen.

  3. Desinfektion
    Danach kommen die gereinigten Instrumente in ein Desinfektionsbad oder werden mit einem zugelassenen Mittel behandelt. Entscheidend ist: Das Mittel muss passend dosiert sein und die vorgeschriebene Einwirkzeit einhalten – sonst bleibt der Effekt unzureichend.

  4. Sterilisation (falls erforderlich und möglich)
    Metallinstrumente können anschließend in einem Sterilisationsgerät aufbereitet werden. Poröse Materialien wie viele Feilen oder Buffer eignen sich dafür nicht. Sie sollten – aus hygienischer Sicht konsequent – als Einwegmaterial verwendet und nach jeder Kundin bzw. jedem Kunden entsorgt werden.

  5. Trockene, saubere Lagerung
    Aufbereitete Instrumente gehören trocken und staubgeschützt gelagert, etwa in geschlossenen Behältern oder Sterilbeuteln, bis sie wieder zum Einsatz kommen.


Typische Hygiene-Fehler – und warum sie problematisch sind

Im Studioalltag schleichen sich leicht Gewohnheiten ein, die harmlos wirken, es aber nicht sind:

  • Eine Feile für mehrere Kunden
    Poröse Feilen lassen sich in der Praxis kaum vollständig reinigen oder desinfizieren. Wird dieselbe Feile für mehrere Personen verwendet, können Erreger von Nagel zu Nagel, von Mensch zu Mensch übertragen werden.

  • Nur kurzes Abwischen statt korrekter Desinfektion
    Einmal sprühen, kurz drüberwischen – das ist keine Desinfektion. Ohne die korrekte Einwirkzeit hat das Mittel kaum Wirkung.

  • Feuchte Lagerung nach der Aufbereitung
    Bleiben Instrumente feucht, schaffen sie eine ideale Umgebung für Keime. Sie sollten nach der Reinigung und Desinfektion vollständig trocknen, bevor sie verstaut werden.

  • Kein Wechsel von Handtüchern und Unterlagen
    Textilien oder Einmalunterlagen sammeln Hautschuppen, Staub und Produktreste. Sie müssen nach jedem Kunden gewechselt werden – alles andere ist ein klarer Hygienemangel.


Woran Sie ein hygienisch arbeitendes Nagelstudio erkennen

Sie müssen keine Fachperson sein, um sich ein Bild von der Hygiene zu machen. Einiges lässt sich mit bloßem Auge erkennen:

  • Sichtbare Sauberkeit
    Arbeitsplätze, Geräte, Lampen, Ablagen und Boden wirken sauber und gepflegt, nicht staubig oder klebrig von Produktresten.

  • Frische Einwegmaterialien
    Feilen, Buffer, Holzstäbchen, Unterlagen oder Handschuhe werden pro Kunde sichtbar frisch verwendet oder aus der Verpackung genommen – nicht „irgendwoher“ geholt.

  • Sinnvoll aufbereitete Metallinstrumente
    Zangen, Scheren oder Fräseraufsätze kommen aus geschlossenen Boxen, Beuteln oder Schubladen – und liegen nicht lose auf dem Tisch herum.

  • Konsequentes Händewaschen und Desinfizieren
    Die Fachkraft desinfiziert vor der Behandlung die eigenen Hände, idealerweise auch Ihre. Waschbecken, Seife und Desinfektionsmittel sind vorhanden und werden benutzt.

  • Offene, sachliche Auskunft
    Wenn Sie nach der Hygienepraxis fragen, bekommen Sie klare Antworten: Welche Geräte werden wie aufbereitet, was ist Einweg, was wird sterilisiert. Ausweichende oder genervte Reaktionen sind kein gutes Zeichen.


Kurz zusammengefasst

Instrumente im Nagelstudio sollten nach jedem Kunden gereinigt und desinfiziert werden. Je nach Instrumententyp und gesetzlichen Vorgaben kommt zusätzlich eine Sterilisation dazu. Einwegmaterialien gehören – im Wortsinn – nur einmal benutzt.

Für Sie bedeutet das: Achten Sie auf klare Hygieneschritte, frische Einwegmaterialien und einen insgesamt sauberen, organisierten Eindruck. Dann ist der Besuch im Nagelstudio nicht nur schön, sondern auch gesundheitlich vertretbar.


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