Wenn Nagellack zäh wird: So retten Sie Ihre Lieblingsfarbe
Kaum etwas ruiniert eine Maniküre so zuverlässig wie ein Lack, der sich wie Kaugummi zieht. Die gute Nachricht: In vielen Fällen ist er noch nicht verloren. Wer weiß, warum Nagellack eindickt und wie man ihn behandelt, kann seine Lieblingsfarbe oft noch eine ganze Weile weiterverwenden. Im Folgenden geht es darum, was im Fläschchen passiert, welche Maßnahmen sinnvoll sind – und welche Sie sich sparen können.
Warum Nagellack dick wird – und was dahintersteckt
Nagellack besteht grob gesagt aus drei Bausteinen: Farbpigmenten, Filmbildnern und Lösungsmitteln. Letztere halten den Lack flüssig und sorgen dafür, dass er sich glatt auftragen lässt.
Sobald die Flasche geöffnet wird, beginnen diese Lösungsmittel zu verdunsten. Je nach Umgang passiert das schneller oder langsamer – besonders ungünstig ist es, wenn
- der Lack lange offen herumsteht
- die Flasche nicht richtig verschlossen ist
- der Lack warm oder in der Sonne gelagert wird
Mit der Zeit wird der Lack dann zäher, zieht Fäden, lässt sich schwerer verteilen und trocknet oft ungleichmäßig. Komplett ausgehärteter Lack ist praktisch nicht mehr zu retten. Leicht bis mittelstark eingedickte Lacke lassen sich dagegen meist noch gut bearbeiten.
Schritt für Schritt: So machen Sie dickflüssigen Nagellack wieder geschmeidig
Bevor der Lack im Müll landet, lohnt sich ein geordneter Versuch, ihn zu retten.
1. Flasche überprüfen
Kontrollieren Sie zunächst den Flaschenhals. Angetrocknete Lackreste dort sorgen dafür, dass der Deckel nicht mehr dicht schließt – der Lack dickt dadurch schneller ein.
2. Flaschenhals reinigen
Befeuchten Sie ein Wattepad oder Wattestäbchen mit Nagellackentferner ohne Öl und reinigen Sie den Flaschenhals gründlich. Kurz trocknen lassen, dann die Flasche wieder fest verschließen. So verhindern Sie, dass noch mehr Lösungsmittel entweichen.
3. Flasche erwärmen
Rollen Sie die gut verschlossene Flasche ein paar Minuten zwischen den Händen oder stellen Sie sie für kurze Zeit in eine Schale mit handwarmem Wasser. Kein heißes Wasser verwenden – es reicht, wenn sich der Lack leicht erwärmt. Oft wird die Textur dadurch schon etwas gleichmäßiger.
4. Speziellen Verdünner verwenden
Bleibt der Lack nach dem Erwärmen zäh, hilft ein Nagellack-Verdünner. Geben Sie zunächst 1–2 Tropfen in die Flasche, schließen Sie sie und rollen Sie sie zwischen den Handflächen, bis sich alles gut verteilt hat. Bei Bedarf wiederholen – lieber mehrmals sparsam dosieren als zu viel auf einmal.
Was Sie besser vermeiden: Typische Fehler bei zähem Nagellack
Im Versuch zu retten, was zu retten ist, verschlimmert man die Situation manchmal unbewusst. Auf diese „Lösungen“ sollten Sie daher eher verzichten:
Kein Nagellackentferner als Dauerlösung
Nagellackentferner kann den Lack kurzfristig flüssiger machen, verändert aber die Rezeptur. Das kann dazu führen, dass der Lack schlechter haftet, streifig wird oder schneller absplittert. Für den absoluten Notfall in minimaler Menge vertretbar – als Standardmethode ungeeignet.
Flasche nicht schütteln, sondern rollen
Kräftiges Schütteln bringt Luft in den Lack. Diese Bläschen landen später auf dem Nagel und sorgen für Unebenheiten. Ruhiger wird das Ergebnis, wenn Sie die Flasche nur sanft rollen.
Keine starken Hitzequellen verwenden
Heizung, Föhn oder heißes Wasser können den Lack überhitzen und seine Struktur dauerhaft verändern. Handwarmes Wasser reicht völlig aus.
Nicht endlos retten
Wenn der Lack sehr dick, gummiartig oder krümelig ist, merkwürdig riecht oder sich trotz Verdünner kaum noch vernünftig verteilen lässt, hat er sein Lebensende erreicht. In solchen Fällen ist Entsorgen sinnvoller, als sich über ein schlechtes Ergebnis zu ärgern.
So bleibt Nagellack länger flüssig: einfache Praxistipps
Mit ein paar einfachen Gewohnheiten lässt sich die Lebensdauer von Nagellack deutlich verlängern:
Kühl und dunkel lagern
Ideal ist ein trockener, eher kühler Platz ohne direkte Sonne, etwa eine Schublade oder ein Schrank.
Flasche nur kurz öffnen
Während des Lackierens die Flasche nicht minutenlang offen stehen lassen, sondern zwischen den Schichten immer wieder zudrehen.
Ränder regelmäßig säubern
Nach dem Lackieren den Flaschenhals mit etwas Entferner reinigen. So schließt der Deckel beim nächsten Mal wieder dicht.
Nagellack nicht im Bad aufbewahren
Temperaturschwankungen und hohe Luftfeuchtigkeit im Badezimmer tun den meisten Lacken auf Dauer nicht gut.
Kurz zusammengefasst
Dickflüssiger Nagellack ist meist die Folge verdunsteter Lösungsmittel und undichter oder zu lange geöffneter Flaschen. Mit gereinigtem Flaschenhals, vorsichtigem Erwärmen und einem passenden Verdünner lässt sich die Konsistenz häufig wieder verbessern. Wer Lack kühl und dunkel lagert, Flaschen nur kurz öffnet und die Ränder sauber hält, verzögert das Eindicken deutlich.