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Wie gehe ich bei der Auswahl eines neuen Duftes vor, wenn ich Parfum-Anfänger bin?

Ihren ersten Duft finden: Wie Sie als Einsteiger ein Parfum wählen, das zu Ihnen passt

Ein neuer Duft ist mehr als „etwas, das gut riecht“. Er kann Ihre Ausstrahlung verändern, Erinnerungen anstoßen und wie ein leiser, unsichtbarer Teil Ihres Auftretens wirken. Gerade am Anfang wirkt die Parfumwelt allerdings schnell unübersichtlich: Reihenweise Flakons, Fachbegriffe, und dann die Erkenntnis, dass ein Duft an jedem Menschen anders riecht.

Im Folgenden finden Sie einen klaren, alltagstauglichen Leitfaden, der Sie Schritt für Schritt zu einem Duft führt, der wirklich zu Ihnen passt – ohne Parfum-Sprachexzess, ohne Verkaufsdruck.


Warum Düfte so unterschiedlich wirken – und was das für Ihre Wahl bedeutet

Düfte sind eng mit Erinnerung und Emotion verknüpft. Deshalb kann derselbe Duft bei einer Person ein Wohlgefühl auslösen und bei einer anderen Kopfschütteln. Außerdem „lebt“ ein Parfum auf der Haut und verändert sich im Laufe der Zeit.

Vereinfacht besteht ein Duft aus drei Phasen:

  • Kopfnote: das, was Sie in den ersten Minuten wahrnehmen
  • Herznote: entwickelt sich nach einiger Zeit und bildet den eigentlichen Charakter
  • Basisnote: hält am längsten und klingt langsam aus

Wie ein Duft sich an Ihnen entwickelt, hängt u. a. ab von Hauttyp, Temperatur, Ihrer Umgebung und Ihrem Alltag (Büro, Freizeit, Ausgehen). Genau deshalb lohnt es sich, nicht spontan nach dem ersten Sprühstoß zu kaufen, sondern bewusst zu testen – und sich auf die eigene Wahrnehmung zu verlassen, nicht auf Beschreibungen oder Bewertungen anderer.


Schritt für Schritt zum passenden Duft: So gehen Sie als Einsteiger vor

  1. Überlegen Sie, wann Sie den Duft tragen möchten
    Soll er Sie im Büro begleiten, beim ersten Date, bei Familienfeiern oder beim Ausgehen am Abend? Für den Einstieg reicht meist ein vielseitiger Duft, den Sie im Alltag problemlos tragen können.

  2. Mit grundlegenden Duftfamilien Orientierung schaffen
    Häufige Duftrichtungen sind zum Beispiel:

    • frisch (zitrisch, aquatisch)
    • blumig
    • fruchtig
    • holzig
    • orientalisch / warm

    Fragen Sie sich: Fühle ich mich eher zu frischen, leichten Düften hingezogen oder zu warmen, gemütlichen? Oft haben Sie dazu schon eine Intuition – etwa über Duschgel, Kerzen oder Raumduft, die Sie mögen.

  3. Im Geschäft: Auswahl begrenzen und zuerst auf Papier testen
    Riechen Sie zunächst an Teststreifen, und zwar wirklich nur 3–4 hintereinander. Dazwischen neutralisieren: kurz an der eigenen (parfumfreien) Kleidung riechen reicht meist aus.

  4. Die engere Auswahl auf der Haut testen
    Wählen Sie 1–2 Favoriten und sprühen Sie sie auf unterschiedliche Hautstellen, etwa auf die Handgelenke. Nicht verreiben – das kann die Entwicklung des Dufts beeinträchtigen.

  5. Zeit lassen und Entwicklung beobachten
    Geben Sie den Düften mindestens 30–60 Minuten. Riechen Sie zwischendurch immer wieder: Gefällt Ihnen der Duft auch nach einer halben Stunde? Oder kippt er in eine Richtung, die Sie stört? Noch wichtiger: Fühlt sich der Duft „stimmig“ an, als würden Sie ihn gern den ganzen Tag tragen?

  6. Bei Unsicherheit: nicht am selben Tag kaufen
    Bitten Sie, wenn möglich, um eine Probe und tragen Sie den Duft im Alltag. So merken Sie, ob Sie ihn nach mehreren Stunden noch mögen – und ob er zu Ihren typischen Situationen (Arbeitsweg, Büro, Freizeit) passt.


Typische Stolperfallen – und wie Sie sie vermeiden

  • Zu viele Düfte auf einmal testen
    Der Geruchssinn ermüdet schnell. Halten Sie die Zahl der getesteten Düfte pro Besuch klein, sonst verschwimmt alles zu einem Einheitsbrei.

  • Nur nach dem ersten Eindruck entscheiden
    Die Kopfnote ist oft spektakulär, aber nicht entscheidend. Viele Fehlkäufe entstehen, weil nach den ersten Minuten gekauft wird, bevor Herz- und Basisnote sich überhaupt zeigen konnten.

  • Annehmen, der Duft rieche bei Ihnen wie bei anderen
    Was bei einer Freundin oder einem Freund großartig wirkt, kann an Ihrer Haut ganz anders wirken. Empfehlenswert ist höchstens: sich inspirieren lassen – nicht kopieren.

  • Zu schwere Düfte für den Alltag wählen
    Vor allem am Anfang kann ein sehr intensiver, süßer oder schwerer Duft im Büro oder in öffentlichen Verkehrsmitteln schnell „zu viel“ sein. Für die ersten Schritte sind dezentere Varianten oft angenehmer.


Praktische Tipps, die Ihnen die Duftauswahl erleichtern

  • Mit leichten Düften anfangen
    Frische, zitrische oder allgemein zurückhaltende Düfte sind für Einsteiger meist unkompliziert und wirken seltener aufdringlich.

  • Auf die eigene Stimmung hören
    Fragen Sie sich bewusst: Fühle ich mich mit diesem Duft sicherer, entspannter, eleganter – oder fremd im eigenen Körper? Ihre innere Reaktion ist letztlich wichtiger als jede Duftbeschreibung.

  • An Kleidung oder Taschentuch testen, wenn Sie empfindlich reagieren
    Wenn Sie zu Kopfschmerzen oder Übelkeit durch Parfum neigen, sprühen Sie anfangs lieber auf ein Taschentuch oder ein Kleidungsstück, das nicht direkt an der Haut liegt.

  • Kleine Flakons bevorzugen
    Gerade in der Orientierungsphase sind kleinere Größen sinnvoll. So können Sie ausprobieren, ohne sich über Monate an einen Duft zu binden, der sich später doch nicht richtig anfühlt.

  • Ein Duft pro Tag
    Testen Sie einen Duft idealerweise einen ganzen Tag lang, bevor Sie den nächsten ausprobieren. So merken Sie besser, wie er sich entwickelt und ob er Ihnen über Stunden hinweg treu bleibt oder irgendwann stört.


Kurz zusammengefasst

Ein gelungener Einstieg in die Duftwelt hat viel mit Tempo und Aufmerksamkeit zu tun. Überlegen Sie zunächst, in welchen Situationen Sie den Duft tragen wollen, testen Sie eine überschaubare Anzahl an Kandidaten, unbedingt auch auf der Haut, und geben Sie ihnen Zeit, sich zu entfalten. Trends, Markenname oder Fremdurteile sind zweitrangig. Entscheidend ist, dass Sie sich mit Ihrem Duft authentisch, wohl und nicht verkleidet fühlen.


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