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Wie gehe ich vor, wenn mir ein geschenktes Parfum nicht gefällt?

Wenn das geschenkte Parfum nicht Ihr Duft ist – elegante Wege, damit umzugehen

Ein Parfum zu verschenken ist etwas sehr Persönliches – und genau das macht die Sache heikel, wenn der Duft so gar nicht Ihrem Geschmack entspricht. Viele geraten dann in den Zwiespalt: ehrlich sein oder höflich bleiben? Im Folgenden geht es darum, wie Sie respektvoll mit der Situation umgehen, worauf Sie bei einem geschenkten Duft achten können und welche Möglichkeiten Sie haben, wenn Sie ihn wirklich nicht tragen möchten.


Warum Parfum-Geschenke so emotional sein können

Parfum hat viel mit Identität zu tun. Es begleitet uns im Alltag, prägt Erinnerungen und ist oft ein stiller Kommentar zur eigenen Persönlichkeit. Wenn ein geschenkter Duft nicht zu Ihnen passt, fühlt sich das schnell fremd an – manchmal sogar so, als wolle jemand ein Bild von Ihnen zeichnen, in dem Sie sich selbst nicht wiederfinden.

Gleichzeitig steckt im Geschenk meist eine gute Absicht: Nähe, Wertschätzung, vielleicht auch der Wunsch, Ihnen „etwas Besonderes“ zu geben. Ein schlichtes „Das mag ich nicht“ kann dann wie eine Zurückweisung wirken, obwohl es inhaltlich nur eine Geschmacksfrage ist.

Hinzu kommt: Duft ist extrem individuell. Was an einer Person elegant und dezent wirkt, kann an einer anderen schwer, süß oder überwältigend sein. Die Chemie der Haut, der eigene Stil, das Umfeld – all das verändert die Wirkung.

Sich klarzumachen, dass es hier nicht um richtig oder falsch geht, sondern um persönliche Vorlieben, nimmt viel Spannung aus der Situation.


Schritt für Schritt: So gehen Sie respektvoll und ehrlich mit dem geschenkten Parfum um

1. Dankbarkeit zeigen

Ob Ihnen der Duft zusagt oder nicht: Am Anfang steht der Dank. Nicht nur für die Flasche Parfum, sondern für die Aufmerksamkeit dahinter – jemand hat an Sie gedacht, überlegt, ausgesucht. Das darf anerkannt werden, auch wenn das Ergebnis nicht hundertprozentig Ihr Geschmack ist.

2. Duft in Ruhe testen

Bevor Sie innerlich abhaken, lohnt ein fairer Test auf der Haut:

  • Ein bis zwei Sprühstöße reichen völlig.
  • Geben Sie dem Duft ein paar Stunden Zeit, um sich zu entwickeln.

Viele Parfums verändern sich deutlich zwischen Kopf-, Herz- und Basisnote. Was anfangs zu laut, zu süß oder zu scharf wirkt, kann in der späten Phase deutlich angenehmer werden.

3. Sich selbst gegenüber ehrlich sein

Danach geht es um eine nüchterne Bestandsaufnahme:

  • Fühle ich mich mit diesem Duft wirklich wohl?
  • Passt er zu meinem Alltag – Büro, Freizeit, Abend, besondere Anlässe?

Wenn Sie beim Tragen jedes Mal das Gefühl haben, „kostümiert“ zu sein, statt Sie selbst, ist das ein klares Signal. Und das ist völlig legitim.

4. Die richtige Kommunikation wählen

Wie offen Sie mit Ihrer Meinung umgehen, hängt stark von der Beziehung zur schenkenden Person ab:

  • Bei lockerer Beziehung
    Hier müssen Sie nicht alles bis ins Detail klären. Es reicht oft, sich zu bedanken und den Duft gelegentlich zu Anlässen zu tragen, bei denen Sie der Person begegnen. Niemand erwartet in einem losen Umfeld eine tiefenpsychologische Duftanalyse.

  • Bei enger, vertrauter Beziehung
    Auf Dauer ist eine vorsichtig formulierte Ehrlichkeit oft hilfreicher. Sie könnten etwa sagen, der Duft sei interessant oder schön, passe aber nicht ganz zu Ihrem gewohnten Stil – oder dass Sie sich mit leichteren / frischeren / weniger süßen Düften wohler fühlen.
    Wichtig ist, das Geschenk nicht abzuwerten, sondern Ihre Reaktion als persönliche Vorliebe zu rahmen, nicht als Urteil über den Duft oder die Geste.


Typische Stolperfallen – und wie Sie sie vermeiden

Zu direkte Kritik
Aussagen wie „Der ist ja furchtbar“ gehen schnell unter die Gürtellinie. Besser sind Formulierungen, die bei Ihnen ansetzen: „Ich fühle mich mit sehr süßen Düften nicht so wohl“ oder „An mir wirkt er etwas schwer“.

Komplett unehrliche Begeisterung
Ein überschwängliches „Ich liebe ihn!“ und anschließend nie tragen – das wirkt auf Dauer unglaubwürdig, vor allem bei Menschen, die Ihnen nahe stehen.

Kritik vor Publikum
Kommentare über Geschenke gehören nicht in die Runde. Wenn Sie etwas Klarstellendes sagen möchten, tun Sie das unter vier Augen.

Vorschnelles Weitergeben
Wenn Sie das Parfum unmittelbar weiterverschenken oder verkaufen und es später herauskommt, kann das verletzend sein. Überlegen Sie in Ruhe, wie Sie mit der Flasche umgehen möchten, bevor Sie sie aus der Hand geben.


Praktische Möglichkeiten: Was Sie mit dem ungeliebten Duft tun können

Wenn Sie den Duft nicht regelmäßig tragen wollen, müssen Sie ihn nicht zwangsläufig im Schrank verstauben lassen. Es gibt etliche respektvolle Alternativen:

  • Gelegentlich zu bestimmten Anlässen nutzen
    Sie können den Duft gezielt anziehen – etwa bei Treffen mit der schenkenden Person oder zu Gelegenheiten, bei denen er Sie weniger stört (draußen, abends, für kurze Zeiträume). So bleibt die Geste sichtbar, ohne dass Sie ihn in Ihren Alltag integrieren müssen.

  • Als Raum- oder Kleiderschrankduft verwenden
    Auf Textilien oder im Raum wirkt ein Parfum oft ganz anders als direkt auf der Haut. Ein Duft, den Sie an sich selbst zu dominant finden, kann auf einen Schal, ein Taschentuch im Kleiderschrank oder mit Abstand auf Gardinen gesprüht angenehm dezent wirken.
    Vorsicht bei empfindlichen Stoffen: lieber nicht direkt und nicht zu nah sprühen.

  • Diskrete Weitergabe
    Wenn das Geschenk nicht allzu intim war oder die Beziehung eher unkompliziert ist, können Sie den Duft später an jemanden weitergeben, zu dem er besser passt – verschenken, tauschen, spenden. Entscheidend ist, dass die schenkende Person dadurch nicht bloßgestellt oder verletzt wird.

  • Als Orientierung für die Zukunft nutzen
    Notieren Sie sich, welche Noten oder Duftfamilien Ihnen zu intensiv oder unangenehm sind (z. B. sehr süß, stark pudrig, schwere Orientalen). Das hilft Ihnen, künftig gezielter zu formulieren, was Sie mögen – und was nicht. So werden zukünftige Duftgeschenke treffsicherer.


Kurz zusammengefasst

Ein geschenktes Parfum, das nicht Ihr Duft ist, ist kein Affront, sondern eine Geschmacksfrage. Zeigen Sie Wertschätzung für die Geste, geben Sie dem Duft einen ehrlichen Test und entscheiden Sie dann je nach Beziehung, wie offen Sie sein möchten. Zwischen gelegentlichem Tragen, alternativen Verwendungen und diskreter Weitergabe gibt es genügend Spielraum, respektvoll mit dem Geschenk umzugehen, ohne sich selbst zu verleugnen.


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