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Braucht man eine spezielle Augencreme oder reicht die normale Gesichtspflege?

Braucht man wirklich eine eigene Augencreme? Ein ehrlicher Blick auf die Fakten

Die Frage, ob es eine spezielle Augencreme braucht oder ob die normale Gesichtspflege genügt, taucht früher oder später bei fast allen auf. Die Haut rund um die Augen ist empfindlich, die Produktregale voll – und dazwischen liegt viel Unsicherheit. Im Folgenden geht es darum, was die Augenpartie tatsächlich von der restlichen Gesichtshaut unterscheidet, in welchen Situationen eine eigene Augenpflege sinnvoll ist und worauf Sie im Alltag achten können. Ohne Zauberformeln, dafür mit nüchternem Blick.


Warum die Haut um die Augen anders reagiert als der Rest des Gesichts

Die Haut rund um die Augen ist deutlich dünner als an vielen anderen Stellen im Gesicht. Sie hat weniger Talgdrüsen, trocknet schneller aus und wirkt deshalb rasch feiner, knittriger oder „zerknittert“. Dazu kommt: Wir blinzeln, lachen, kneifen die Augen zusammen – die Region ist ständig in Bewegung. Das begünstigt mimikbedingte Fältchen.

Gleichzeitig liegt diese dünne Haut direkt über Muskeln, Gefäßen und Lymphbahnen. Alles, was den Flüssigkeitshaushalt beeinflusst – Schlafmangel, salzreiche Ernährung, hormonelle Veränderungen, aber auch mechanische Reibung – zeigt sich hier häufig besonders deutlich, etwa als Schwellung oder Schatten.

Aus all dem folgt dennoch nicht automatisch, dass jede Person eine spezielle Augencreme braucht. Entscheidend ist, wie Ihre Haut konkret reagiert und womit Sie den Rest Ihres Gesichts pflegen.


Wann die normale Gesichtspflege genügt – und wann nicht

Viele Menschen kommen problemlos damit zurecht, ihre reguläre, milde Gesichtspflege auch vorsichtig um die Augen zu verwenden. Das ist meist unproblematisch, wenn:

  • die Creme keine stark reizenden Duftstoffe enthält
  • auf hohe Konzentrationen potenziell irritierender Wirkstoffe verzichtet wurde
  • Ihre Haut insgesamt eher robust und wenig empfindlich ist

Es gibt aber Situationen, in denen eine eigene Augenpflege sinnvoll sein kann:

  • Empfindliche oder schnell gereizte Augenpartie
    Wenn es beim Auftragen der normalen Creme brennt, tränt oder sich die Haut rötet, spricht viel für ein speziell auf die Augenregion abgestimmtes Produkt.

  • Trockene, gespannte Augenlider
    Wirkt die Haut am Lid dauerhaft rau, schuppig oder gespannt, kann eine etwas reichhaltigere, gleichzeitig gut verträgliche Textur helfen.

  • Stark wirksame Produkte im restlichen Gesicht
    Intensiv peelende Produkte, sehr hoch dosierte Retinoide oder Säuren sind im direkten Augenbereich häufig zu viel. In solchen Fällen kann eine milde, einfache Augenpflege die Lücke schließen, ohne zusätzlich zu reizen.


Typische Stolperfallen rund um Augencreme – und wie Sie sie vermeiden

Viele Probleme entstehen weniger durch das Produkt, sondern durch die Anwendung oder falsche Erwartungen:

  • „Viel hilft viel“
    Zu großzügig dosierte Creme kann in die Augen „wandern“, reizen und Schwellungen begünstigen. Eine erbsengroße Menge für beide Augen reicht in der Regel.

  • Auftragen direkt am Wimpernkranz
    Wenn Produkte zu nah ans Auge gebracht werden, landen sie schnell auf der Schleimhaut. Besser entlang des knöchernen Augenrands auftragen und die natürliche Wanderung des Produkts mit einrechnen.

  • Reiben statt tupfen
    Ob beim Abschminken oder Eincremen: kräftiges Rubbeln stresst die ohnehin dünne Haut und kann langfristig Fältchen fördern. Sanftes Tupfen ist meist die bessere Wahl.

  • Überzogene Anti-Aging-Hoffnungen
    Keine Augencreme der Welt kann Mimik, Genetik und natürlichen Alterungsprozesse „löschen“. Was Pflege leisten kann: die Haut geschmeidiger machen, Trockenheitsfältchen abmildern und das Gesamtbild ruhiger und glatter wirken lassen.


Gut gepflegte Augenpartie: praktische Tipps für jeden Tag

Unabhängig davon, ob Sie eine spezielle Augencreme verwenden oder nicht, unterstützen diese Gewohnheiten die Augenregion:

  • Sanfte Reinigung wählen
    Milde Reinigungsprodukte nutzen und Make-up ohne Reiben lösen – z. B. mit einem geeigneten Entferner, feuchten Wattepads und etwas Geduld.

  • Gesichtspflege gezielt dosieren
    Produkte mit starkem Peelingeffekt oder hohen Wirkstoffkonzentrationen nicht zu nah an den Augen verwenden. Für die Augenpartie eine mildere Pflege wählen oder die normalen Produkte dort nur sehr sparsam einsetzen.

  • Sonnenschutz ernst nehmen
    Die dünne Haut um die Augen profitiert besonders von UV-Schutz, da Sonnenstrahlung die Hautstruktur schwächt. Ideal sind Formulierungen, die nicht in den Augen brennen und sich angenehm verteilen lassen.

  • Lebensstil-Faktoren im Blick behalten
    Ausreichend Schlaf, eine nicht übermäßig salzige Ernährung und regelmäßige Pausen bei intensiver Bildschirmarbeit können Schwellungen und müde wirkende Augen deutlich abmildern – oft effektiver, als es eine einzelne Creme könnte.


Kurz zusammengefasst

Ob Sie eine spezielle Augencreme brauchen, entscheidet weniger die Werbung als Ihre Haut. Verträgt die Augenpartie Ihre normale, milde Gesichtspflege gut, spricht nichts dagegen, dabei zu bleiben. Wird die Haut um die Augen hingegen leicht gereizt, ist sehr trocken oder reagiert empfindlich auf bestimmte Inhaltsstoffe, kann eine gezielt mild formulierte Augenpflege sinnvoll sein. Maßgeblich sind am Ende drei Punkte: gute Verträglichkeit, schonende Anwendung und ein realistischer Blick darauf, was Pflege tatsächlich verändern kann – und was nicht.


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