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Benötige ich zusätzlich zur Feuchtigkeitscreme noch eine Augenpflege?

Braucht die Augenpartie wirklich eine eigene Pflege?

Die Regale sind voll mit speziellen Augencremes – aber ist das tatsächlich nötig, wenn Sie ohnehin eine gute Feuchtigkeitscreme benutzen? Die Frage liegt nahe: Ist Augenpflege ein überbewertetes Extra oder bringt sie einen echten Mehrwert?
Im Folgenden geht es darum, wie sich die Haut um die Augen vom restlichen Gesicht unterscheidet, in welchen Fällen eine eigene Augenpflege sinnvoll ist – und worauf Sie bei der Auswahl achten sollten.


Die sensible Augenpartie: Warum sie anders reagiert als der Rest des Gesichts

Die Haut rund um die Augen ist deutlich dünner als an Wangen oder Stirn. Sie verfügt über weniger Talgdrüsen, neigt schneller zu Trockenheit und zeigt feine Linien daher früher und deutlicher. Dazu kommt die starke Beanspruchung: blinzeln, lachen, Augen reiben – all das arbeitet ununterbrochen an dieser ohnehin empfindlichen Zone.

Blut- und Lymphgefäße liegen hier zudem näher an der Oberfläche. Das begünstigt Schwellungen und dunkle Schatten und sorgt dafür, dass Reizungen schneller sichtbar werden. Duftstoffe, sehr reichhaltige Texturen oder ungeeignete Wirkstoffe können dadurch eher zu Brennen oder Tränen führen – vor allem, wenn Produkte ins Auge „kriechen“.

Aus genau diesen Gründen sind Augenpflegeprodukte meist leichter, gezielter formuliert und auf bessere Verträglichkeit in diesem Bereich ausgelegt. Ob Sie das persönlich brauchen, hängt im Kern von Ihrer Haut und Ihrer bisherigen Routine ab – nicht vom Marketing.


Wann eine Augenpflege sinnvoll ist – und wann Ihre Creme völlig ausreicht

Eine eigene Augencreme ist kein Automatismus. Orientieren Sie sich lieber an diesen Punkten:

  • Ihre Feuchtigkeitscreme ist mild und unkompliziert:
    Enthält sie keine stark reizenden Inhaltsstoffe (z. B. hoch dosierte Peelingsäuren, potenziell irritierende Duftstoffe) und Ihre Augenpartie reagiert nicht empfindlich, können Sie die Creme häufig einfach vorsichtig bis an den Augenbereich heran auftragen.

  • Sie haben sehr empfindliche Augen:
    Wenn die Augen nach der Gesichtspflege brennen, tränen oder sich röten, spricht das dafür, dass die aktuelle Creme für diese Zone zu „scharf“ ist. Dann lohnt sich ein sanfter formuliertes Augenprodukt.

  • Sie kämpfen mit Trockenheitsfältchen:
    Sind die Fältchen unter den Augen deutlich ausgeprägter als im restlichen Gesicht, kann eine etwas reichhaltigere, gezielt formulierte Augenpflege helfen, die Haut glatter und praller wirken zu lassen.

  • Sie neigen zu Schwellungen oder Schatten:
    Spezielle Augenprodukte setzen hier auf kühlende Texturen, entstauende Wirkstoffe oder optisch aufhellende Pigmente – etwas, das klassische Gesichtscremes selten leisten.


Häufige Fehler rund um Augenpflege – und wie Sie es besser machen

  • Zu viel Produkt verwenden:
    Ein Stecknadelkopf pro Auge reicht in der Regel. Zu große Mengen können leichter ins Auge gelangen und reizen.

  • Zu nah ans Auge auftragen:
    Die Creme gehört auf den Knochenrand (Orbitalbereich), nicht direkt an das Unterlid oder an den Wimpernkranz. Die natürliche Wärme der Haut verteilt das Produkt von selbst ein Stück weiter.

  • Aggressive Wirkstoffe direkt unter das Auge geben:
    Hoch dosierte Peelingsäuren oder sehr starke Retinoide sind im Augenbereich oft schlicht zu viel. Hier ist Zurückhaltung sinnvoll – oder ein Produkt, das ausdrücklich für die Augenpartie formuliert wurde.

  • Von Augenpflege „Wunder“ erwarten:
    Tiefe Falten, ausgeprägte genetische Augenringe oder deutliche Tränensäcke lassen sich mit Pflege nur begrenzt beeinflussen. Gute Produkte können mildern und optisch verbessern, aber nicht komplett korrigieren.


Praxistipps für eine entspannte und gut versorgte Augenpartie

  • Abends sanft reinigen:
    Entfernen Sie Make-up behutsam, ohne Rubbeln. Mechanische Reibung begünstigt auf Dauer Fältchen und Rötungen.

  • Augenpflege oder Creme einklopfen, nicht reiben:
    Nutzen Sie den Ringfinger und arbeiten Sie das Produkt mit leichten Tupfbewegungen ein. So üben Sie weniger Druck aus und ziehen weniger an der Haut.

  • Auf die Reihenfolge achten:
    Leichte Texturen wie Seren oder Augenpflege kommen vor reichhaltigeren Cremes. So können sie besser einziehen und werden nicht „abgesperrt“.

  • Auf die Bedürfnisse hören:
    Wenn die Augenpartie sich ruhig, gut durchfeuchtet und nicht gereizt anfühlt, besteht kein Handlungsdruck. Erst bei Spannungsgefühl, Trockenheitsfältchen oder Reizungen lohnt es sich, die Routine zu überdenken.


Kurz zusammengefasst

Ob Sie zusätzlich zur Feuchtigkeitscreme eine Augenpflege brauchen, entscheidet Ihre Haut, nicht der Trend. Verträgt die Augenpartie Ihre normale Creme gut und fühlt sich ausreichend versorgt an, ist eine separate Augencreme kein Muss.
Sind Ihre Augen allerdings besonders empfindlich, sehr trocken, zu Schwellungen oder Schatten neigend, kann ein gezielt formuliertes Produkt sinnvoll sein – vor allem, weil die Haut rund um die Augen dünner und damit anfälliger ist.


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