Mit Licht und Schatten: So nutzen Sie Concealer zum Konturieren und Highlighten
Concealer kann weit mehr, als nur Augenringe kaschieren. Richtig eingesetzt, formt er das Gesicht optisch, lässt es wacher wirken und lenkt den Blick gezielt auf bestimmte Partien. Für alle, die sich mit komplexen Contouring-Routinen schwer tun oder morgens schlicht keine Zeit haben, ist Concealer eine unkomplizierte, alltagstaugliche Lösung. Im Folgenden lesen Sie, wie Sie mit wenigen Schritten Konturen setzen, Highlights platzieren und typische Fehler umgehen.
Concealer als Formgeber: Warum Licht und Schatten so viel ausmachen
Gesichter gewinnen ihre Plastizität durch Licht und Schatten. Helle Bereiche treten hervor, dunkle wirken zurückgenommen – darauf basiert jede Contouring-Technik.
Concealer eignet sich dafür besonders, weil er:
- sehr nah an echter Haut wirkt
- sich gut einarbeiten und ausblenden lässt
- punktgenau eingesetzt werden kann
Mit einem etwas helleren Ton setzen Sie Highlights, ein etwas dunklerer schafft weiche Schatten. Die Effekte sind meist subtiler und natürlicher als mit stark pigmentierten Contouring-Produkten – ideal, wenn das Ergebnis auch bei Tageslicht noch nach eigener Haut aussehen soll.
Schritt für Schritt: So arbeiten Sie mit hellem und dunklem Concealer
1. Vorbereitung der Haut
- Gesicht reinigen und pflegen
- Leichte Tagespflege und bei Bedarf eine Foundation auftragen
- Concealer kommt immer im Anschluss
Eine gut vorbereitete Haut verhindert, dass sich der Concealer in Trockenheitsfältchen absetzt oder fleckig wirkt.
2. Highlighting mit hellem Concealer
Wählen Sie einen Ton, der etwa eine Nuance heller ist als Ihre Haut – nicht weißlich, sondern einfach ein Hauch frischer.
Typische Highlights:
- Unter den Augen: in einem umgedrehten Dreieck unterhalb des inneren Augenwinkels, nicht nur als schmaler Strich direkt am Rand
- Nasenrücken: ein feiner Streifen in der Mitte, der nicht bis ganz zur Nasenspitze reicht
- Stirnmitte: ein kleiner, heller Bereich oberhalb der Augenbrauen
- Kinnmitte: ein dezenter Punkt in der Mitte des Kinns
- Am Mund: etwas über dem Lippenherz, um die Oberlippe optisch anzuheben
Den Concealer mit Schwämmchen, Pinsel oder Fingern sanft einklopfen und ausblenden, bis keine scharfen Kanten mehr sichtbar sind. Je weniger man das Produkt hin und her schiebt, desto natürlicher wirkt es.
3. Konturieren mit dunklerem Concealer
Für Schatten nutzen Sie einen Concealer, der etwa eine bis zwei Nuancen dunkler ist als Ihr Hautton und zum Unterton Ihrer Haut passt (kühler, neutral oder warm).
Typische Konturen:
- Wangen: entlang der natürlichen Schattenlinie unterhalb der Wangenknochen, Richtung Ohr – lieber etwas höher ansetzen als zu tief
- Stirn: am Haaransatz, um die Stirn optisch zu verkürzen oder weicher zu rahmen
- Nase: sehr fein seitlich am Nasenrücken, wenn sie schmaler wirken soll – hier genügt wirklich wenig Produkt
- Kieferlinie: entlang der Kieferkante für mehr Definition
Anschließend alles weich verblenden, bis der Übergang zur Foundation fließend ist. Man sollte Schatten sehen, aber keine Linie.
Typische Stolperfallen – und wie Sie sie vermeiden
- Zu starke Farbkontraste: Extrem helle oder deutlich zu dunkle Töne lassen das Gesicht schnell unnatürlich wirken. Bleiben Sie in einem Bereich von ein bis maximal zwei Nuancen Unterschied zu Ihrem Hautton.
- Zu viel Produkt: Contouring lebt von feinen Abstufungen, nicht von dicken Schichten. Tragen Sie lieber wenig auf und bauen Sie nach Bedarf auf.
- Harte Ränder: Sichtbare Linien lassen den Effekt künstlich erscheinen. Nehmen Sie sich Zeit zum Verblenden – gerade an den Übergängen.
- Falsche Textur für den Hauttyp: Trockene Haut profitiert von cremigen Formulierungen, die nicht betonen, was sie verdecken sollen. Bei öliger oder Mischhaut funktionieren leichtere, länger haltbare Texturen besser.
Alltagsnahe Tipps für ein frisches, konturiertes Ergebnis
- Fokussieren Sie sich im Alltag auf wenige Zonen: Wangen, unter den Augen und ein Hauch am Kinn reichen meist völlig.
- Wenn möglich, schminken Sie sich bei Tageslicht – Kunstlicht verfälscht, wie weich oder stark der Effekt tatsächlich ist.
- Verblenden Sie eher in Richtung Haaransatz als nach unten, sonst wirkt das Gesicht optisch länger und müder.
- Fixieren Sie das Ergebnis bei Bedarf mit wenig transparentem Puder, vor allem an Partien, die schnell glänzen.
- Ein kurzes Foto mit und ohne Blitz zeigt ehrlich, ob der Concealer zu hell, zu gelblich oder zu stark ist.
Kurz zusammengefasst
Concealer ist ein vielseitiges Werkzeug: Er deckt nicht nur, sondern modelliert das Gesicht, setzt Highlights und schafft sanfte Schatten. Helle Töne lassen Partien frischer und präsenter wirken, dunklere definieren und formen. Für ein glaubwürdiges Ergebnis sind drei Dinge entscheidend: Nuancen, die wirklich zu Ihrem Hautton passen, eine sparsame Dosierung und gründliches Verblenden. So wirken Konturen sichtbar, aber nie wie aufgemalt.