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Welche Schulungen zur Hygiene sind für Mitarbeiter in Nagelstudios sinnvoll oder vorgeschrieben?

Hygiene im Nagelstudio: Welche Schulungen für Mitarbeiter wirklich wichtig sind

Ein professionelles Nagelstudio definiert sich nicht nur über perfekt gestaltete Nägel, sondern über verlässliche Hygiene. Kundinnen und Kunden dürfen erwarten, dass Instrumente sauber aufbereitet werden, Arbeitsflächen keimarm sind und Infektionen keine Chance haben. Für Mitarbeitende heißt das: hohe Verantwortung, tägliche Routine – und dafür braucht es mehr als „gesunden Menschenverstand“. Es braucht solides Wissen und klare Abläufe. In diesem Artikel geht es darum, welche Hygieneschulungen sinnvoll sind, welche rechtlichen Grundlagen eine Rolle spielen und wie Sie Ihr Team praxisnah schulen.


Hygiene im Nagelstudio: Warum Schulungen mehr sind als nur Pflicht

Nagelstudios arbeiten nah an Haut und Nagelbett – häufig auch an bereits gereizten oder vorgeschädigten Stellen. Kleinste Verletzungen der Nagelhaut reichen, damit Keime eindringen können. Dazu kommen gemeinsam genutzte Werkzeuge, Feilen, Auflagen und Geräte, die von Kundin zu Kundin wandern.

Gut konzipierte Hygieneschulungen sorgen dafür, dass diese Risiken nicht dem Zufall überlassen werden. Sie vermitteln unter anderem:

  • Grundlagen zu Bakterien, Viren und Pilzen
  • korrekte Reinigung, Desinfektion und ggf. Sterilisation von Instrumenten
  • wirksame Händehygiene und richtigen Einsatz von Handschuhen
  • sicheren Umgang mit kleinen Verletzungen
  • fachgerechte Entsorgung von Abfällen

Je nach Land und Region sind bestimmte Schulungen gesetzlich vorgeschrieben. Andere sind zwar freiwillig, aber praktisch unverzichtbar, wenn Sie rechtssicher und auf professionellem Niveau arbeiten möchten.


Was in vielen Ländern Pflicht ist – und was in Nagelstudios sinnvoll dazukommt

Welche Unterweisungen und Schulungen zwingend notwendig sind, regeln nationale und regionale Bestimmungen. Häufig betreffen sie die folgenden Bereiche:

  • Grundschulung Hygiene / Infektionsschutz
    Wird oft verlangt, sobald körpernahe Dienstleistungen erbracht werden. Typische Inhalte: Infektionswege, Basishygiene, persönliche Schutzmaßnahmen und der Umgang mit infektiösem Material.

  • Erstunterweisung vor Arbeitsbeginn
    Arbeitsschutz- und Hygieneregeln sehen meist vor, dass Mitarbeitende vor Aufnahme ihrer Tätigkeit und in regelmäßigen Abständen unterwiesen werden. Dazu gehören Studio-spezifische Hygieneregeln, Arbeitskleidung, Handschuhe, Schutzbrillen bei staubenden Arbeiten und der richtige Umgang mit Chemikalien.

  • Unterweisung zu Desinfektion und Instrumentenaufbereitung
    Wie Instrumente gereinigt, desinfiziert oder ggf. sterilisiert werden müssen, ist in vielen Ländern relativ detailliert geregelt. Eine dokumentierte Schulung belegt, dass das Team weiß, wie die einzelnen Schritte auszusehen haben – und dass sie einheitlich umgesetzt werden.

Über diese Mindestanforderungen hinaus lohnt es sich, gezielt nachzuschärfen:

  • Spezielle Hygieneschulungen für Nagelstudios / Kosmetik
    Mit Fokus auf typische Risiken im Studioalltag: Nagelpilz, Hautirritationen, Mikroverletzungen, Umgang mit Kundschaft mit Vorerkrankungen, sinnvolle Reihenfolge von Arbeitsschritten und sichere Kundenbetreuung.

  • Haut- und Arbeitsschutz für Mitarbeitende
    Wer täglich mit Feilen, Staub, Flüssigkeiten und Reizstoffen arbeitet, braucht Strategien, um die eigene Haut und Atemwege zu schützen. Solche Schulungen helfen, Ekzeme, Allergien und langfristige Schäden zu vermeiden.

Da sich rechtliche Vorgaben ändern können, führt kein Weg daran vorbei, in die jeweils gültigen Hygieneregeln vor Ort zu schauen – oder sich bei Behörden, Innungen oder Berufsverbänden zu erkundigen.


Häufige Fehler bei Hygieneschulungen – und wie Sie sie vermeiden

Viele Studios wollen es richtig machen und verlieren sich dann im Alltag. Die häufigsten Probleme sind erstaunlich ähnlich:

  • Einmalige Schulung – und dann nie wieder
    Hygiene ist kein Projekt, das man „abschließt“. Ohne regelmäßige Auffrischung schleifen sich Abkürzungen ein, bis Standards nur noch auf dem Papier existieren.

  • Nur Theorie, keine Praxis
    Folien und Vorträge ersetzt keine praktische Einweisung. Wer nie gezeigt bekommen hat, wie ein Instrument konkret aufbereitet wird oder wie ein Arbeitsplatz zwischen zwei Kundinnen hygienisch vorbereitet wird, improvisiert – und das ist in der Hygiene selten eine gute Idee.

  • Keine Dokumentation
    Schulungen, die nur „mündlich“ stattgefunden haben, sind im Ernstfall kaum nachweisbar. Bei Kontrollen oder nach einem Zwischenfall fehlt dann die Grundlage, um zu zeigen, dass Sie Ihre Pflichten ernst nehmen.

  • Unklare Zuständigkeiten
    Wenn „alle für Hygiene zuständig“ sind, fühlt sich häufig niemand wirklich verantwortlich. Standards werden dann eher situativ als konsequent umgesetzt.


So setzen Sie Hygieneschulungen im Alltag sinnvoll um

Hygieneschulungen müssen in den Alltag passen – sonst werden sie zur lästigen Pflicht und nicht zur Selbstverständlichkeit. Ein praxisnaher Ansatz kann so aussehen:

  • Verbindlicher Standard für alle Mitarbeitenden
    Jede Person im Studio – auch Aushilfen, Empfangskräfte und Teilzeitkräfte – sollte eine grundlegende Hygieneschulung erhalten, bevor sie Kundinnen und Kunden berührt oder Arbeitsplätze vorbereitet.

  • Regelmäßige Auffrischungen einplanen
    Ein fester Termin pro Jahr hat sich bewährt, zusätzlich bei Änderungen in Produkten, Geräten oder Abläufen. Kurzschulungen von 30–60 Minuten genügen oft, um Wissen aufzufrischen und neue Punkte zu verankern.

  • Klare, einfache Arbeitsanweisungen
    Sichtbare Checklisten am Arbeitsplatz (z. B. „Schritte der Instrumentenreinigung“, „Reinigung nach jeder Kundin“) helfen, das Gelernte in Routine zu überführen. Je konkreter die Anweisungen, desto weniger Interpretationsspielraum.

  • Praktische Demonstrationen
    Üben Sie gemeinsam: korrektes Händewaschen, Einwirkzeiten von Desinfektionsmitteln, Umgang mit Einwegmaterialien und Abfalltrennung. Einmal gesehen und selbst gemacht bleibt besser hängen als jede Präsentation.

  • Verantwortliche Person benennen
    Eine Person sollte das Thema koordinieren: Schulungen organisieren, Unterlagen aktuell halten, neue Mitarbeitende einweisen und im Alltag darauf achten, dass Standards nicht verwässern.


Kurz zusammengefasst

Hygieneschulungen sind im Nagelstudio kein lästiger Formalakt, sondern die Grundlage für sichere Behandlungen, ein vertrauenswürdiges Image und rechtliche Absicherung. Welche Schulungen verpflichtend sind, hängt vom Standort ab; meist geht es um Infektionsschutz, Basishygiene, Arbeitsschutz und Instrumentenaufbereitung. Ergänzend empfehlen sich spezialisierte Angebote für Nagelstudios, regelmäßige Auffrischungen und eine saubere Dokumentation. So entsteht ein Umfeld, in dem sich sowohl Team als auch Kundschaft auf die Hygiene verlassen können.


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