Von Zürich aus stellt Andreas Wilhelm die Spielregeln der Parfümindustrie auf den Kopf. Der Schweizer Parfümeur arbeitete bei Givaudan und Luzi AG, bevor er mit seinem eigenen Label Wilhelm Perfume einen radikal transparenten Weg einschlug. Sein Credo: Duft ist Erzählung, nicht Geheimnis.
Bereits 2012 legte Wilhelm I den Grundstein für seine unabhängige Kollektion. Es folgten Wilhelm II, Aerarium (2020) sowie Kreationen wie Carly, Das Rhein Rauschen, Schikkimikki und Essence Of Poland — jede mit eigenem narrativem Konzept. Für Gisada entwickelte er Gisada Donna (2017) und Ambassador Men (2019), für Pernoire die Unisex-Düfte Amoral und Mansa (beide 2022). Unter dem Label Bode Studios entstanden Fuchsrot, Satin Cache und Oud Sambac.
Wilhelms Projekt Perfume.Sucks bricht mit Branchenkonventionen: Die Düfte Fuel0987 und Love6567 tragen ihre vollständigen Formeln offen auf transparenten Flakons — ein bewusster Gegenentwurf zur Geheimniskultur der Industrie.
Die Fachwelt honorierte diesen Ansatz mehrfach. Gisada Donna erhielt 2018 den FiFi Award der Swiss Fragrance Foundation, Fuchsrot gewann 2023 den Art & Olfaction Award in der Kategorie Independent, und 2024 war Wilhelm erneut Finalist in der Kategorie Artisanal.
Neben klassischer Parfümerie bewegt sich Wilhelm an der Schnittstelle von Kunst und Duft. Mit seinem jährlichen Format Scent Cinema verbindet er Film und Geruchserlebnis, und in Street-Art-Performances erzählt er Duftgeschichten mithilfe von Ventilatoren.