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Wie stark belastet der Online-Kauf von Kosmetikprodukten (Versand, Retouren) die Umwelt im Vergleich zum stationären Handel?

Beauty-Shopping und Klima: Wie umweltbelastend ist Online-Kosmetik wirklich?

Ein Klick, ein Warenkorb, ein Paket vor der Tür – bequem ist das allemal. Aber was bedeutet das für die Umwelt? Gerade bei Kosmetik, die oft in kleinen Mengen, dafür aber regelmäßig bestellt und häufig retourniert wird, steht schnell die Frage im Raum: Ist Online-Shopping wirklich schädlicher fürs Klima als der Einkauf im Laden?
Im Folgenden geht es darum, welche Faktoren die Bilanz tatsächlich bestimmen, wie sehr Versand und Retouren ins Gewicht fallen – und in welchen Situationen der stationäre Einkauf im Vorteil ist. Und wann eben nicht.


Was bei der Umweltbilanz von Kosmetik-Shopping wirklich eine Rolle spielt

Ob im Onlineshop oder im Drogerieregal: Ganz ohne Emissionen kommt kein Produkt zu Ihnen. Der größere Hebel liegt dabei weniger im Produkt selbst als in der gesamten „Reise“ drum herum. Entscheidend sind vor allem:

  • Transportwege
    Also der Weg vom Hersteller oder Großhandel ins Lager oder in den Laden – beziehungsweise direkt zu Ihnen nach Hause.

  • Letzte Meile
    Die finale Strecke: Fahren Sie selbst zum Geschäft oder übernimmt der Paketdienst die Auslieferung? Und wie effizient passiert das?

  • Verpackung
    Versandkartons, Füllmaterial, Produktverpackungen, Tragetaschen – all das braucht Ressourcen und verursacht Abfall.

  • Retouren
    Rücksendungen bedeuten zusätzliche Transporte. Je nach Zustand der Ware kommt noch Aufbereitung, Abschreibung oder schlimmstenfalls Vernichtung dazu.

  • Energieverbrauch
    Beleuchtung, Heizung/Klimatisierung und Kühlung im Geschäft, Lagerlogistik, Rechenzentren und IT-Strukturen im Onlinehandel.

Aus verschiedenen Studien lässt sich ein Muster erkennen: Wird der Versand effizient geplant und sind die Fahrzeuge gut ausgelastet, kann Online-Shopping in vielen Fällen ähnlich klimabelastend sein wie der Ladenkauf – mitunter sogar günstiger. Vor allem dann, wenn wenige Retouren anfallen.
Problematisch wird es, wenn sich ungünstige Verhaltensweisen addieren: viele Einzelbestellungen, hohe Retourenquoten, lange Autofahrten.


Wann Online-Shopping besser abschneidet – und wann der Ladenkauf

Online-Bestellungen können vergleichsweise klimafreundlich sein, wenn ein paar Rahmenbedingungen stimmen:

  • Gebündelte Bestellung
    Sie bestellen mehrere Produkte gleichzeitig, statt jede Kleinigkeit separat zu ordern.

  • Wenig Retouren
    Sie kennen Ihre Marken, Farben und Texturen und informieren sich vorab, sodass Sie selten etwas zurückschicken müssen.

  • Effiziente Zustellung
    Der Paketdienst bringt viele Sendungen in einer Tour und nutzt gut ausgelastete Fahrzeuge, idealerweise mit moderner Antriebstechnik.

Der stationäre Handel hat seine Stärken, wenn:

  • Sie zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln einkaufen.

  • Sie mehrere Besorgungen kombinieren – also Kosmetik, Drogerieartikel, vielleicht noch Lebensmittel in einem Weg erledigen.

  • Die Distanz zum Geschäft gering ist, etwa im selben Viertel oder auf dem täglichen Arbeitsweg.

Fahren Sie dagegen mehrere Kilometer mit dem Auto in ein Einkaufszentrum, nur um ein einzelnes Lippenprodukt zu kaufen, kann der Online-Kauf mit einem gut ausgelasteten Lieferfahrzeug unter dem Strich die bessere Klimabilanz haben.


Typische Stolperfallen – und wie sie die Umweltbilanz verschlechtern

Einige Muster machen Kosmetik-Bestellungen online deutlich belastender, als sie sein müssten:

  • Spontankäufe und viele Einzelbestellungen
    Jede einzelne Order löst einen eigenen Versandprozess aus – mit Karton, Label, Transport und Handling. Das summiert sich.

  • Hohe Retourenquoten
    Bei dekorativer Kosmetik wird oft nach Bildern entschieden: Foundations, Concealer, Lippenstifte „auf Verdacht“. Passt der Ton nicht, geht alles zurück – mit doppelten Transportwegen und zusätzlicher Verpackung.

  • Expressversand
    Schnell bedeutet häufig: weniger Bündelung, schlechter ausgelastete Fahrzeuge, teils Umwege in der Logistik. Pro Produkt steigen die Emissionen.

  • Lange Autofahrten zum Laden
    Wer für ein paar kleine Produkte weite Strecken mit dem Auto zurücklegt, verursacht leicht mehr Emissionen als ein gewöhnlicher Paketversand zu Hause.


Konkrete Schritte für ein umweltbewussteres Beauty-Shopping

Mit ein paar einfachen Anpassungen lässt sich die eigene Beauty-Routine deutlich klimafreundlicher gestalten – unabhängig vom Kanal:

  • Einkäufe planen statt ad hoc bestellen
    Führen Sie eine Liste und bestellen oder kaufen Sie erst, wenn sich mehrere Produkte angesammelt haben. Das reduziert Transporte und Verpackungsaufwand.

  • Farben und Texturen im Laden testen
    Neue Nuancen, Foundations oder Concealer lassen sich vor Ort besser einschätzen. Wenn Sie danach online nachbestellen, reduzieren Sie Fehlkäufe und Retouren deutlich.

  • Retouren gezielt minimieren
    Inhaltsstoffe, Untertöne, Hauttyp – je mehr Sie vorab über das Produkt wissen, desto geringer ist das Risiko, dass es wieder zurück muss.

  • Versandoptionen bewusst wählen
    Standardversand bevorzugen, keine unnötigen Expressoptionen anklicken und, wo möglich, Sammel- oder Zustelloptionen nutzen, die Pakete bündeln.

  • Wege kombinieren
    Den Drogeriebesuch mit dem Wocheneinkauf oder der Fahrt von oder zur Arbeit verbinden, statt dafür eine eigene Autofahrt einzuplanen.

  • Verpackung korrekt entsorgen
    Kartons flach machen, Materialien (Papier, Kunststoff, ggf. Polstermaterial) trennen und entsprechend den lokalen Vorgaben entsorgen.


Kurz zusammengefasst

Entscheidend für die Umweltbilanz von Kosmetik ist nicht allein die Wahl zwischen Online-Shop und Ladentheke, sondern das „Wie“.
Online-Einkäufe mit wenigen Retouren, gebündelten Bestellungen und effizienter Zustellung können ähnlich gut oder sogar besser abschneiden als Einzel-Fahrten mit dem Auto zum Geschäft. Besonders klimafreundlich wird es, wenn Sie Wege kombinieren, kurze Distanzen nutzen und Ihre Einkäufe planen – egal, ob Sie letztlich klicken oder zur Kasse im Laden gehen.


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