Aufgewachsen in Grenoble, hat Daphné Bugey ihre Neugier auf die Welt früh zur treibenden Kraft ihrer Parfümeurkarriere gemacht. Sie meditierte in Nepal, arbeitete auf einem Biobauernhof in Japan, vertiefte sich in Ayurveda in Indien und erlernte Italienisch, während sie Zeit an der Fabrica und der Biennale für zeitgenössische Kunst in Venedig verbrachte. Diese Offenheit für fremde Kulturen und Denkweisen prägt bis heute ihre Kompositionen: spontan, mutig und frei.
Bei Firmenich – heute dsm-firmenich – entwickelte sie ein breites Spektrum an Signaturen. Schon früh entstanden Klassiker wie Kenzo Amour (2006) und Bergamote 22 für Le Labo (2006), gefolgt von den Holzduft-Zwillingen He Wood und She Wood für DSQUARED² (2007/2008). Für Issey Miyake schuf sie 2009 das puristische A Scent by Issey Miyake.
Besondere Konsequenz bewies Bugey 2016: Für L'Artisan Parfumeur entwickelte sie im Rahmen der *Natura Fabularis*-Kollektion gleich sechs Kreationen auf einmal – darunter Arcana Rosa, Tenebrae und Glacialis Terra – jede inspiriert von einem imaginären Garten. Im selben Jahr entstanden für Penhaligon's die Portraits-Kollektion mit The Revenge of Lady Blanche und Much Ado About The Duke.
Ihre bekannteste Zusammenarbeit ist wohl Scandal für Jean Paul Gaultier (2017), gemeinsam mit Fabrice Pellegrin und Christophe Raynaud entwickelt, sowie Aura Mugler (2017) mit vier Co-Kreatoren. 2022 folgte Scandal Le Parfum als konsequente Weiterentwicklung. Heute lebt Bugey in Lissabon.