Amandine Clerc-Marie stammt aus Grasse, der historischen Hauptstadt der französischen Parfümerie. Als Parfümeurin bei Robertet und dsm-firmenich hat sie sich durch ihre meisterhafte Beherrschung von Vanille einen Namen gemacht — sie arbeitet mit verschiedenen Extraktionsverfahren, um diesem vertrauten Rohstoff immer neue Facetten von Tiefe und Komplexität zu entlocken.
Ihr kreatives Selbstverständnis beschreibt sie als Bildhauerin des Unsichtbaren: Für Clerc-Marie gleicht das Komponieren eines Duftes dem Entwerfen von Architektur. Diese skulpturale Herangehensweise zeigt sich bereits 2003 in Lui von Rochas, einem markanten Herrenduft. 2008 folgte die ikonische Komposition Chloé Eau de Parfum, die zum Signaturduft des Modehauses wurde.
Mit La Nuit Trésor schuf sie 2015 für Lancôme einen sinnlichen Damenduft, der ihre Vanille-Expertise eindrucksvoll unter Beweis stellt. 2017 entstanden gleich zwei bemerkenswerte Kreationen: Aura für Mugler und Izia für Sisley. Beide Düfte zeigen ihre Fähigkeit, für sehr unterschiedliche Marken jeweils eine eigenständige olfaktorische Handschrift zu entwickeln.
In jüngerer Zeit prägte Clerc-Marie mit Voce Viva (2020, Valentino) und Burberry Goddess (2023) weitere erfolgreiche Launches. 2024 folgte Goddess Intense als intensivere Interpretation, und 2025 kehrte sie mit La Nuit Trésor Vanille Noire zu Lancôme zurück. In enger Zusammenarbeit mit Parfümeuren wie Michel Almairac, Honorine Blanc und Alexis Grugeon beweist sie immer wieder, dass große Düfte oft im Dialog entstehen.