Wunschliste Telefon 0800 / 5550025
alle Preise inkl. MwSt. & zzgl. Versandkosten  ·  1 Preis auf parfumagic.de (Panda Perfumes Ltd.) vom 25.08.2019 03:58 Uhr und daraus abgeleitete prozentuale Ersparnis

Jean Louis Scherrer Scherrer: Eine Verneigung vor weiblicher Verführungskunst

Würziger Klee, raschelndes Laub, feuchtes Moos - wie ein geheimnisvoller Streifzug durch einen verwunschenen Wald kommt diese Damenduftkreation daher. Mit hellen, grünen Lichtungen, warm-holzigen Gewächsen im Halbschatten und geheimnisvoll-mystischen Aromen aus dunklen Winkeln. Jean Louis Scherrer Scherrer ist ein gehaltvoller, grüner Chypre, den der französische Modedesigner 1979 auf den Markt brachte. Er wurde auf Anhieb als olfaktorisches Kunstwerk gefeiert und zählt bis heute unbestritten zu den all-time-favorites der hohen Parfumkunst. Seine Textur aus erlesenen Ingredienzien und sein opulenter Aufbau zeichnen für eine Parfumpersönlichkeit verantwortlich, die als klassisch gefeiert wurde und wird.

Kopfnoten:
Herznoten:
Basisnoten:

Jean Louis Scherrer Scherrer umgibt eine Aura femininer Stärke, eine Anmutung von Opulenz, die aber nicht überbordet, eine vielschichtige Raffinesse, die sich nicht verliert. Den Streifzug durch den noch im Dämmerlicht liegenden Wald eröffnet eine grün-herbe Briese: Intensive Hyazinthe, waldig-balsamisches Galbanum und grüne Aldehyde erfahren durch verhaltenes Veilchen und eine Nuance von schwarzer Johannisbeere eine kongeniale Abrundung. Auf der Lichtung, im Herzen des Arrangements, vereinigen sie sich mit weißer Gardenie und betörendem Jasmin, mit intensiver Iriswurzel, sanfter Tuberose und würziger Gartennelke zu einem entwaffnenden, energiegeladenen Bouquet. Die Reichhaltigkeit der Ingredienzien - eine Spezialität aus dem Haus Jean-Louis Scherrer, mit der von Anbeginn an jene subtile Raffinesse erreicht wurde, die allen Parfums des Labels zu eigen ist - diese dosierte Überschwänglichkeit offenbart sich besonders in dem austarierten Fundament von Jean Louis Scherrer Scherrer: Rauchiger Amber und erdiges Eichenmoos, würziger Moschus und milchiges Sandelholz verbinden sich mit herbem Vetiver, ledrigem Zibet und balsamischen Zedernholz zu einem warm-dunklen, mystischen Geheimnis. Eine Verneigung vor der Unergründlichkeit femininer Verführungskunst.

aller Kunden bewerten
Jean Louis Scherrer Scherrer positiv
4 oder 5 Sterne

5 von 5 Sternen — basierend auf 4 Kundenmeinungen

Kommentar von vom
Ein toller und einzigartiger Duft
Dem ich schon seit Jahren „verfallen“ bin. Leider hat Scherrer den Nachteil, dass sie dieses unsägliche On/Off-Spielchen mit der Verfügbarkeit betreiben - ein echtes Ärgernis!
Kommentar von vom
Lieblingsparfum meiner Frau
Jean Louis Scherrer ist schon seit Jahren auf dem Markt mit einem sehr diskreten Duft, richtig verführerisch. Meine Frau benutzt dieses schon Jahre und wird immer wieder nach dem Hersteller gefragt. Leider ist es ab und zu schwierig es zu kaufen.

Die stilgebende Handschrift des Parfumeurs

Jean Louis Scherrer war ein Feingeist. Nicht im Sinne distinguierter Zurückhaltung, sondern vielmehr in der - gegenteiligen - Ausprägung detailbesessener Kunstfertigkeit. Seine Kollektionen haben keine rebellischen, revolutionären Trends gesetzt, er "verfeinerte" klassische Schnitte, interpretierte Vorhandenes in stilgebender Unverkennbarkeit neu. Seine Couture präsentierte sich wie ein Feuerwerk aus exquisiten Stoffen und edelsten Materialen. Er liebte Samt, Seide, Pelz - und Perlenbesatz, Handstickereien, verschwenderische Verzierungen. Nie jedoch geriet ihm die aufwendige Ausstaffierung zum Selbstzweck, sie blieb stets dem Ziel der Darstellung individueller, weiblicher Schönheit verhaftet. Scherrer wollte eigentlich Ballett-Tänzer werden, musste seine Ausbildung aufgrund eines Unfalls jedoch abbrechen.

Die Ästhetik des Tanzes und die Anziehungskraft, die die Welt der Kostüme auf ihn ausübte, prägten nachhaltig seine Handschrift. Schon früh trug sich der ehemalige Assistent von Christian Dior und zeitweilige Arbeitskollege von Yves Saint Laurent mit dem Gedanken, seine exquisiten Modekollektionen mit kongenialen Parfums zu ergänzen. Die Düfte sollten sich wie seine Couture verhalten: Im Grunde ihres Wesens eine klassische Basis tragen, auf der eine atemberaubende, spektakuläre Fassade errichtet werden konnte. Jean Louis Scherrer Scherrer war der erste Duft, den der Designer 1979 lancierte und der genau diesem Anspruch Tribut zollte: Klassisch war (und ist) der Aufbau des Duftes als Chypre, überschwänglich dagegen seine Opulenz und die Reichhaltigkeit der Essenzen. Das Arrangement ist Ergebnis der akribischen Feindosierung der Inhaltskomponenten - genau wie bei den Kunstwerken seiner mit fast mikroskopisch kleinen Perlen bestückten, handgefertigten Couture-Stickereien.

Der majestätische Flakon des Glasmeisters

Eine schlanke Säule mit nahezu figürlicher Ausstrahlung: Der Flakon von Jean Louis Scherrer Scherrer trägt unverkennbar die Zeichen des Art-Déco-Stils, der Mitte der 1930er seine Spuren auch in der Hochhaus-Architektur New Yorks hinterließ. Wie ein majestätischer Wolkenkratzer aus dieser Zeit beansprucht der sechseckige, hochgewachsene Glaskörper Ehrerbietung und sympathische Wohlgefälligkeit gleichermaßen. Die schlanke, goldfarbene Kappe thront wie ein erhabener Kopf auf der Lichtgestalt. Die Formgebung des Flakons stammt von Serge Mansau, jenem eigenwilligen, französischen Künstler, der mit seinen extravaganten Entwürfen zu den weltweit renommiertesten Flakon-Designern zählt. Seine Leidenschaft gilt dem Theater, sein "Arbeitsmaterial" ist Glas: Mansau-Skulpturen, stets in limitierten Auflagen gefertigt, avancierten zu begehrten Objekten der internationalen Kunstliebhaberszene; für Hermès und Kenzo, für Cerruti und Azzaro entwarf er vielbeachtete Flakons. Das "Kleid" für Jean Louis Scherrer Scherrer zeugt einmal mehr von der Kunstfertigkeit des oft als "Glasmeister" titulierten Franzosen. Die subtile Raffinesse der klaren, schlichten Form unterstreicht die Kostbarkeit des schimmernden Elixiers.

Der Glamour ohne Glitter

Nicht wenige Rezensenten haben in ihrer Würdigung von Jean Louis Scherrer - der Couturier verstarb 2013 - sinngemäß angemerkt, dass der Franzose von selbstbewussten, erfolgreichen Frauen vor allem deshalb so geliebt wurde, weil er stets das Kunstwerk vollbrachte, mit seiner Mode Glamour auszustrahlen, ohne dafür Glitter zu verwenden. Exemplarisch wurde dafür millionenfach das legendäre (eigentlich klassisch geschnittene) Kostüm publiziert, dem Scherrer mit den ultratief gezogenen, seidigen Aufschlägen, den auf Ellenbogenlänge gestutzten Ärmeln und der superschlanken Taille mit breitem Gürtel eine atemberaubende Weiblichkeit voller Chic und Eleganz verliehen hatte.

Kein anderes Detail als die fast bis zur Taille reichenden, schwalbenartig zulaufenden Kostümaufschläge hätte sich besser als Anzeigenmotiv für Jean Louis Scherrer Scherrer geeignet. Das schwarz-weiße Original zeigt nichts weiter als den so gekleideten (kopflosen) Oberkörper einer Frau, die mit dem Parfumkopf des Duftes sanft ihren Hals berührt. Das Motiv hat in seiner Attraktivität und Ausstrahlung bis heute nichts von seiner Wirkung eingebüßt - mit Ausnahme der Tatsache, dass zur Zeit seiner Entstehung Parfums ohne Zerstäuber angeboten und bevorzugt mit dem Kappenkopf aufgetragen wurden. Gleichwohl ist die Abbildung nicht in der Versenkung der Parfumhistorie verschwunden und findet sich noch an ausgewählten Plätzen.