1959 in Cannes geboren, entwickelte Annick Ménardo schon früh eine Faszination für Düfte und Aromen. Ihr Studium der organischen Chemie und Biochemie führte sie 1985 an das renommierte ISIPCA in Versailles, wo sie unter anderem von Isabelle Doyen unterrichtet wurde. Nach drei Jahren bei Charabot vertiefte sie ihr Können bei Créations Aromatiques unter der Mentorenschaft von Michel Almairac.
Bei Firmenich, wo Ménardo 27 Jahre lang tätig war, etablierte sie sich als eine der einflussreichsten Parfümeurinnen ihrer Generation. Bereits 1992 schuf sie Roma Uomo für Laura Biagiotti, gefolgt von Xeryus Rouge für Givenchy (1995). Das Jahr 1998 wurde zu ihrem Durchbruchsjahr: Mit Hypnotic Poison für Dior, Boss Bottled für Hugo Boss und Black für Bvlgari — letzterer ausgezeichnet mit dem Fragrance Foundation Award als Men's Fragrance of the Year — setzte sie gleich drei Meilensteine.
Ihre Handschrift — rauchig, dunkel, samtig, ein Spiel aus Minimalismus und Tiefe — zeigt sich ebenso in Nischenkreationen wie Bois d'Argent für Dior (2004) und Patchouli 24 für Le Labo (2006). Gemeinsam mit Olivier Cresp entstand 2011 Kokorico für Jean Paul Gaultier.
Im November 2018 wechselte Ménardo als Master Perfumer zu Symrise. Dort kreierte sie Boss Alive (2020) und zusammen mit Suzy Le Helley Boss Bottled Elixir (2023), der sowohl den Duftstars People's Choice Award als auch einen Fragrance Foundation France Award erhielt. Mit Contre-Jour für Frédéric Malle (2026) beweist sie, dass ihre präzise und zugleich rebellische Kunst der Komposition nichts an Kraft verloren hat.