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Serge Lutens Baptême du Feu: Feuertaufe zwischen winterlichen Köstlichkeiten

Ein Weihnachtsmarkt, auf dem sich süße Zimt- und Lebkuchenaromen mit kandierter Orange und Schießpulver vermengen: So offenbart sich Serge Lutens' Unisexparfum Baptême du Feu von 2016. Serge Lutens wäre nicht Duftexzentriker, wenn er diese verlockenden Aromen nicht einem dunklen Geheimnis gegenüberstellen würde: Seinen Erinnerungen an Jahrmärkte während seiner tristen Nachkriegskindheit als Waise, vertieft durch die aktuellen Anschläge und Amokläufe von Nizza bis Berlin. Baptême du Feu bedeutet Feuertaufe, im Militärjargon war sie die Bewährungsprobe für neue Rekruten. Lutens will damit wohl ausdrücken, dass Kindlichkeit und Frohsinn heutzutage harten Bewährungsproben ausgesetzt sind, ähnlich wie bei ihm, der als Kind ohne Eltern erst lernen musste, die süßen Düfte und das Lachen an den Schießbuden zu genießen.
Kopfnoten:
Herznoten:
Basisnoten:
Aromatisch, genussvoll und tröstlich ist das Gewürzbouquet, welches das Serge Lutens Baptême du Feu dem entgegensetzt: Verführerische Aromen kandierter Mandarinenschale im Entrée werden eingefangen von weichen Gourmand-Noten. Das würzig-beruhigende Herz bilden die Traditionsdüfte Ingwer, Nelke und Zimt sowie Holzaromen. Süße Osmanthusblüten, wie sie dem weißen Glühwein zugesetzt werden, bilden den Fond des Serge Lutens Baptême du Feu, dunkel kontrastiert mit Bibergeil-Nuancen und molekularen Schießpulver-Aromen. Diese bilden einen ausgeprägten Duftschweif und erinnern an das Menschliche ebenso wie die Vergänglichkeit des Moments.
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Kommentar von vom
Aussergewöhnlicher Duft
Dieser außergewöhnliche Duft gehört für mich zur Winterzeit, wie kein anderes Parfum. Sehr empfehlenswert und ein muss für jede Frau, die auffallen möchte. Der Duft gehört eher zu den herberen Düften, der aber auch weiche Noten beinhaltet.

Christopher Sheldrake schuf den kontrastreichen Duft des Serge Lutens Baptême du Feu

Serge Lutens Baptême du Feu entstand in Kooperation mit Serge Lutens' Mitstreiter und Chef-Parfümeur Chistopher Sheldrake. Sheldrake, Genialist in der Entwicklung hochwertiger Düfte aus Natursubstanzen, ist ebenso besessen und talentiert wie Lutens. Für Serge Lutens Baptême du Feu schuf er eine rot-schwarze Komposition, die an Himmel, Blut und Erde erinnert, an den Kampf des Guten gegen das Böse. Sie beinhaltet aber auch verführerische Lebkuchen- und Zimtaromen, typische Gerüche aus Serge Lutens' Kindheit. Sie waren auf Märkten ebenso präsent wie bei den kirchlichen Messen, denen das bei Verwandten aufwachsende Kind, von der Mutter weggegeben, beiwohnen musste.
Der "freche Onkel der Parfumindustrie", wie Lutens lästerhaft genannt wird, beweist mit Serge Lutens Baptême du Feu und gemeinsam mit Christopher Sheldrake, dass er auch die schwersten Themen offensiv aufgreift und kontrastiert. Mandarinenschale, Ingwer und Zimt, fruchtiger Osmanthus und sinnliches Castorum: Einladender kann ein Weihnachtsduft nicht sein, wenn da nicht die provokativen Schießpulver-Noten im Abgang des Bouquets wären.
Christopher Sheldrake, Chef-Parfümeur bei Chanèl, schuf mit Serge Lutens Baptême du Feu einen Winterduft, der an die Aromen von Lutens orientalischer Wahlheimat erinnert, ebenso wie an die Gerüche, die Sheldrake auf seinen Reisen rund um den Globus inhaliert. Die raffinierten Essenzen, aus denen er Lutens' Düfte kreiert, gewinnt Christopher Sheldrake ausschließlich aus Natursubstanzen. Dabei setzt er auf Nachhaltigkeit und engagiert sich persönlich für das Nachwachsen der von ihm geernteten Rohstoffe. So pflanzt er in einem Wiederaufforstungsprojekt in Neukaledonien, gemeinsam mit einheimischen Bauern und einem Agraringenieur, den vom Aussterben bedrohten Sandelholzbaum wieder an. Gemeinsam mit Serge Lutens gewann Sheldrake für sein Werk den FIFI- Award der Fragrance Foundation.

Klassisch-edel in Rot-Schwarz

Duftkünstler Serge Lutens designt seine Flakons eigenhändig, so auch den des Serge Lutens Baptême du Feu.
Die klassische Parfumflasche mit ausgeprägter Schulter und edler Verschlusskappe ist schwarz etikettiert und verschlossen. Burgunderfarben, fast blutrot, scheint die in ihr enthaltene kostbare Parfumessenz. Das Etikett ziert Lutens' Logo, ein in die Initialen "SL" eingefangenes Herz. Das Etikett verweist darauf, dass das Serge Lutens Baptême du Feu Teil der Haute-Concentration-Collection ist, einer Edition besonders kostbarer Düfte wie Serge Noire und L'Orpheline.
Serge Lutens wurde 1942 in Lille geboren und lebt in Marrakesch. Seinen Sinn für Ästhetik bewies er bereits in seiner Jugend als Friseur und später als Fotograf. Nihilistisches Schwarz war immer Lutens' Lieblingsfarbe. Es dominiert auch sein Werk als Make-up-Artist und Schmuckdesigner. In den 1980ern arbeitete Lutens als Fotograf für Shiseido. Hieraus entwickelte sich ab 1982 eine ideenreiche Duftkooperation. Shiseido ist heute Lutens Vermarktungspartner und setzt seine Designs um, die in Frankreich produziert werden.

Eine zerstörte Kindheit in Traumbildern

Serge Lutens' Parfum-Werbekampagnen sorgen stets für Furore. Mit einem Presseempfang in seinem luxuriösen Salon du Palais Royal in Paris führte er sein Serge Lutens Baptême du Feu Eau de Parfum im Juli 2016 ein. Jedem seiner Düfte hat Lutens einen philosophischen Wahlspruch zugeordnet, den er verliest. Für Serge Lutens Baptême du Feu lautete dieser: "Meine Emotionen sind fließend, wie aus Wachs, das in eine Form fließt, stärkt es das, was mich, wie hier dieses Lebkuchenherz, verführt." Spitze Zungen kommentierten die dem Kreis vorgestellte Duftinnovation danach so: Die Kindheit sei Lutens' Orientierungshilfe, das Parfum seine Therapeutenliege und die Nasen seines Publikums die Therapeuten.
Kontrapunkte setzte das "Enfant Terrible" der Parfum-Szene auch diesmal weder mit seiner Social-Media-Kampagne. Das Poster für Baptême du Feu ist Ausdruck roher Gewalt: Es zeigt eine knallrote Zielscheibe, deren Objekt der schwarz-rote Parfumflakon mit seiner runden Verschlusskappe ist. Das Kampagnenvideo ist aufwühlend: Durch einen Birkenhain laufend, entdeckt Serge Lutens die Trümmer eines zerstörten Kinderkarussells in Form eines Riesenrads. Wie abgestürzte Flugzeugteile verrotten diese zwischen Rasen und Bäumen und erinnern an die zerstörte Kindheit ihres Protagonisten. In einem schwer verständlichen Monolog erzählt Lutans, wie im Traum, von einem herzförmigen Lebkuchen, in den er beißt. Während noch auf die Überreste des Karussells zuläuft und einen schaukelnden, leeren, zerstörten Kindersitz findet, hat ihn von hinten ein Zielfernrohr im Visier. Ein schneller Schnitt führt ins nächste Bild: Lutens ist plötzlich selbst der Schütze, hält Gewehr und Zielfernrohr in seiner Hand. Er feuert mitten ins Herz der Zielscheibe und trifft sein Parfum, ähnlich der Objektkünstlerin Künstlerin Niki de Saint Phalle, die in "Schießbildern" ihre Leinwände attackierte.