Wunschliste Telefon 0800 / 5550025
alle Preise inkl. MwSt. & zzgl. Versandkosten  ·  1 Preis auf parfumagic.de (Panda Perfumes Ltd.) vom 16.06.2019 03:58 Uhr und daraus abgeleitete prozentuale Ersparnis

Stabilisierend, fragil und unverwechselbar: Der Duft Serge Lutens L'Orpheline

Unser Leben ist zerbrechlich: Es gleicht einem Balanceakt, dessen einzelne Schritte wir uns abringen in der Hoffnung, nicht abzustürzen. Diese Fragilität offenbart der reine, graue Duft von Serge Lutens L'Orpheline, der seit 2014 erhältlich ist. Der Pariser Parfum-Künstler Serge Lutens schuf die schöne ebenso wie zerbrechliche Komposition in Erinnerung an seine Kindheit als Orpheline, als Waisenkind. L'Orpheline zelebriert die Vergänglichkeit des Lebens mit einem Wechselbad warmer, sinnlicher Aromen, frischer Beiklänge und ätherisch-metallischer Noten. Dieser außergewöhnliche Aldehyd-Duft, der für Damen ebenso wie für Herren geschaffen wurde, beruhigt aber auch und ist somit ein idealer Alltagsbegleiter.
Kopfnoten:
Herznoten:
Basisnoten:
Eröffnet wird das rauchig-würzige Serge Lutens L'Orpheline mit grünen Noten von Limone und fruchtig-süßem Citronellol, eingefangen in Nelken- und Zimtnuancen. Dieses frischwürziges Entrée von Serge Lutens L' Orpheline, die aromatischen Beiklänge von Geranie evoziert, wirkt phytosensitiv: Sie erfrischt die Sinne, stabilisiert und beruhigt. Aschiges Castoreum, synthetisch nachempfundener Biberduft mit einer vanilligen Nuance, bildet danach ein unerwartet aschiges Duft-Herz, das aber antibakteriell wirkt, entspannend und sedierend. UV-Filter-Aldehyde, umfangen von kräutig-blumigem Linalool, runden die ungewöhnliche Liaison ab. Sie ruhen auf einem Fond würzig warmer Weihrauch- und Moschusnoten.

Christopher Sheldrake komponierte den Duft Serge Lutens L'Orpheline

Kühl, versilbert, rauchig, ein Duft, welcher symbolisch die Grenze zwischen der kühlen und rauchigen Schwärze des Mondes und der bernsteinfarbenen, würzigen, reichen Erdwärme erkundet: So beschrieb Serge Lutens seinen Duft anlässlich seiner Einführung. War Serge Lutens' Vorgänger-Parfum Laine de Verre seiner Mutter gewidmet, die ihn weggab, so verwandelt er mit L'Orpheline seine innere Zerrissenheit in Intimität.
An Lutens' Seite stand sein Projektpartner Christopher Sheldrake. Sheldrake entwickelte die sehr spezielle Parfumformel für Serge Lutens L'Orpheline. Hierfür transponierte er ausdrucksstarken Avignon-Kirchenweihrauch und sogenannte High-Mass-Aldehyde in ein Bett aus warmen Weihrauch- und Moschusaromen mit Spuren von Bernstein und cremigem Kaschmir. Meisterparfümeur Sheldrake, der bei Chanel die Forschungs- und Entwicklungsabteilung leitet und mit Olivier Polge die Chanel-Düfte entwickelt, kam als Sohn britischer Eltern in Indien zu Welt und wollte ursprünglich Architekt werden. Der auch für Shiseido, Avon und Rochas schaffende Parfümeur ist ebenso ambitioniert und künstlerisch beseelt wie Serge Lutens. Seine Düfte gewinnt Sheldrake aus Natursubstanzen, die er in Hexan und Blütenwachs mazeriert, um das Wachs anschließend mit Alkohol herauszulösen. So entstehen die "Absolues" für seine spektakulären Düfte. Arabie (2000), Serge Noire (2008), Veilleur de Nuit (2016): Fast alle Lutens-Düfte tragen Sheldrakes Signatur, so auch die berühmte Palais-Royale-Duftkollektion.
Das Innere Kind, zwischen Mond und Erde gefangen: Für die Umsetzung dieses delikaten Themas wählte Sheldrake Kopfnoten zitrischer Aldehyde und verknüpfte diese mit einem Ambergris- und Kumarin-Herz auf einer hölzernen Basis aus milder Zeder, besänftigendem Weihrauch, edlem Kaschmir und tröstendem Patchouli. Er schuf zudem zwei Sondereditionen des Parfums und ein Kompaktpulver "Danse Macabre Coquilles d'Oeufs" (etwa: Makabrer Tanz auf der Eierschale) anlässlich der Dufteinführung von Serge Lutens L'Orpheline.

Der Flakon von Serge Lutens L'Orpheline: Schlank, flüchtig und elegant

Der schlanke Glasquader von Serge Lutens L'Orpheline zeigt auf schwarzem Grund das stilisierte Logo des eingefangenen Herzens. Lutens selbst steht hinter dem edlen Flakondesign von L'Orpheline. 1942 in Lille geboren, wuchs er ohne Eltern in der Obhut von Verwandten auf. Sein Schicksal gab Lutens die kreative Kraft eines Phönix: Der Friseurlehrling wurde erst Modefotograf, dann Filmemacher, Illustrator und, Anfang der 1990er schließlich Star-Parfümeur so gefragter High-End-Nischendüfte wie L'Orpheline.
Lutens, in Marrakesch lebend, konzipiert alle seine Parfums von der Idee bis zur Vermarktung selbst. Sein klassisch-schlankes Flakondesign aus eigener Feder wurde gemeinsam mit Vertriebspartner Shiseido umgesetzt. Verpackungs-Designmanager Hiroshi Wakui definierte zwei Produktvarianten: Eine mit edlem Stöpsel und eine mit Sprühkopf.
Produziert werden die Glasflakons im weltberühmten Cosmetic Valley zwischen der Loire und der Region Haute-Normandie. Hier entstand 1994 das weltweit größte Kompetenzzentrum der Parfümerie- und Kosmetikindustrie. Lutens klassische Flakons werden vom Produktionspartner SGD zu 100 Prozent aus recyceltem Glas hergestellt.

Eine Hommage an die russische Avantgarde-Kunst: Die Werbekampagne für Serge Lutens L'Orpheline

Eine balancierende Gliedergestalt auf einem Seil vor dunklem Raum, ein Friedhofskreuz auf der Flakon-Sonderedition, der Tod mit der Schippe auf dem Kompaktpuder: Die Werbekampagne, mit der Serge Lutens L'Orpheline 2014 promotete, machte seinem Ruf als Enfant Terrible der Parfum-Szene alle Ehre.
Lutens' Werbevideo rückt sein Schaffen in die Nähe der abstrakten Kunst, ähnlich den russischen Suprematisten Wlademir Malevich und El Lissitzky. Ebenso wie die Avantgardisten der 1920er zerlegt Lutens seine Puppe in geometrische Formen, hier die Buchstaben ihres Namens Orpheline. Diese bewegt er wie ein Puppenspieler vor leerem Raum und erzielt damit eine abstrakte Dreidimensionalität.
Die düstere Vision des stürzenden Kindes im Menschen, das nach seinem Gang durch die Tür des Lebens vom Hochseil zu stürzen droht, wurde per Video und auf Facebook lanciert. Die Produkteinführung von Serge Lutens L'Orpheline im Palais Royale, seinem ersten Haus der Düfte in Paris, glich einer Vernissage mit Parfum-Ausstellern als Objektkunst, umrahmt von Lutens' Bildern und einer Modenschau. Eingeladen war ein illustrer Kreis aus Künstlern, Designern, Modeschaffenden und Bloggerinnen wie Giulia Bianca Demaria, Fotografin des italienischen Trend-Magazins Grey, Modebloggerin Aryanà Francesca Urbani, Schauspielerin Maria-Elena Morelli und die Soziologin und Modebloggerin Lyn Slater.
Seinen Duft L'Orpheline beschrieb Serge Lutens bei der Produkteinführung so: Zerbrechlich aber ganz, eine Pause, bevor sich die Risse zeigen, die auf Orpheus hinweisen, der sogar die Steine zu bezaubern vermochte. Orpheus hatte bekanntlich die Gabe, selbst Steine zu verwandeln, während die zweite Namenshälfte "-line" die Weiblichkeit, die Verletzlichkeit, die dünne Linie zwischen Himmel und Erde bezeichnet. So verarbeitete Lutens seine intimen, schmerzhaften Erinnerungen an eine elternlose Kindheit in einem außergewöhnlichen Duftprojekt.