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Die Eiserne Jungfrau

Serge Lutens La Vierge de Fer wurde 2013 lanciert und ist ein Unisexduft. Die beiden Parfümeure des Labels, Christopher Sheldrake und Serge Lutens, mischen Lilien und mineralische Noten miteinander. Das führt zu dem Ergebnis, dass viele Menschen auch Birnen, Sandelholz und Weihrauch in dem eleganten Duft wahrnehmen. Obwohl diese bei Serge Lutens selbst nicht gelistet werden.
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Trotzdem der Name, der übersetzt "Eiserne Jungfrau" bedeutet, etwas Martialisches erwarten lässt, ist das Eau de Parfum das absolute Gegenteil. Es ist interessant, macht neugierig und überrascht. Serge Lutens La Vierge de Fer ist weich und schmeichelnd, elegant und stilsicher. Ausgestattet mit einer enormen Haltbarkeit und Sillage gehört Serge Lutens La Vierge de Fer zu den Düften, die man tragen muss. Denn er entwickelt sich auf der Haut von Damen und Herren unterschiedlich, was absolut faszinierend ist. Die Vielfalt der mineralischen Noten, die von Sand und Salz bis hin zu Kristallen oder Granit reicht, ist den meisten Menschen kaum bewusst, weil sie tatsächlich überwiegend eher zart sind. Dahingegen ist es die zerbrechlich wirkende Lilie, die einen oft spröden Charme verströmt. Kühl und warm kommt hier zusammen und wächst zu Serge Lutens La Vierge de Fer.

Zwei, die sich blind verstehen

Christopher Sheldrake ist ein Part von Serge Lutens La Vierge de Fer. Nachdem er anfänglich Architektur studieren will, ändert eine Begegnung mit einem Duft seine Meinung und er lässt sich bei Charabot zum Parfümeur ausbilden. Der Brite beginnt direkt nach seiner Ausbildung bei Charabot in Grasse zu arbeiten. Von dort aus führt sein Weg ihn zu Robertet, wo er seine ersten Düfte kreiert. Zu seinen Arbeiten gehören Düfte für Chanel, Avon, Jesus del Pozo, Shiseido, Space.NK und Rochas. Natürlich hat Sheldrake die meisten Düfte mit seinem guten Freund Serge Lutens entworfen. Ganze 65 Parfums hat er zusammen mit dem charismatischen Franzosen entwickelt.
Serge Lutens, der gezwungen wurde, eine Lehre als Friseur zu machen, hat ein überaus bewegtes Berufsleben hinter sich. Als er im zarten Alter von 18 Jahren nach Paris geht, schließt er mit seinem bis dahin trostlosen Leben in Lille ab und entdeckt die Welt der Mode für sich. Er arbeitet für die Vogue und macht sich in der Make-up- und Beauty-Industrie einen Namen. 1992 erscheint sein erstes Parfum Bois Oriental, welches schon in Zusammenarbeit mit Christopher Sheldrake entwickelt wird. Der Duft ist sehr beliebt, doch Lutens ist nach wie vor Rechenschaft schuldig, etwas, das er nicht mehr will. So gründet er sein eigenes Label, in dem der autodidaktische Parfümeur, wie er sich selbst bezeichnet, endlich tun kann, was er will. Zwar war es nie sein Plan, ein Nischenlabel daraus zu machen, doch sollte es so sein, so war und ist es ihm auch Recht. Denn er hat Erfolg, mit dem was er tut. Serge Lutens La Vierge de Fer beweist das mit Leichtigkeit.

Die Collection Noire und die Eiserne Jungfrau

Serge Lutens La Vierge de Fer ist Teil der Collection Noire und somit im gleichen Flakondesign gehalten. Schwarz, damit sind nicht nur die Etiketten auf den rechteckigen, beinahe schmucklosen Flakons gemeint. Für Serge Lutens, der mit ziemlicher Sicherheit diese Flakons entwarf, ist die Collection Noire auch etwas Tiefgründiges, wie die Namen beweisen. Denn welcher andere Parfümeur käme auf den Gedanken, seinen Duft "Eiserne Jungfrau" zu nennen? Serge Lutens macht genau das, nicht nur, weil er es kann.
Das geradlinige Design der Flakons ist streng, puristisch, schnörkellos. Das Etikett trägt den Namen des Labels, das ineinander verschlungene Logo und in kleiner Schrift den Namen des Duftes. Interessant ist der kugelförmige Verschluss, der in keinem Größenverhältnis zum Flakon steht. Mit diesem strengen Design möchte Serge Lutens verhindern, dass der Flakon von dem Duft ablenkt. Schließlich steht die Collection Noire und damit auch Serge Lutens La Vierge de Fer, für die verschiedenen Aspekte, die in jedem Mensch wohnen.

Von Lille nach Paris

Viele der Düfte, die Serge Lutens in seinem Label vorstellt, haben tiefe Bedeutungen. Vor allem, wenn es um die Düfte aus der Collection Noire geht. Sie widmen sich seiner Jugend und seiner Kindheit, aber auch späteren Erfahrungen in seinem Leben. Aus diesem Grund tragen viele Parfums von ihm auch "seltsam" anmutende Namen wie Serge Lutens La Vierge de Fer, die "Eiserne Jungfrau". Der Name hat die unterschiedlichsten Assoziationen, lässt an brutale Folterwerkzeuge aus dem Mittelalter oder Heavy Metal Musik denken. Doch tatsächlich wurde Serge Lutens La Vierge de Fer von Lutens’ Mutter inspiriert.
Seine Mutter gab ihn im Kleinkindalter zu Verwandten, weil sie nicht in der Lage war, sich um ihn zu kümmern. So wuchs der junge Serge, der 1943 in Lille geboren wurde, eigentlich als Waise auf. Über seinen Vater weiß man nichts, seine Verwandten interessierten sich nicht für ihn. Seine Mutter glorifizierte er als Kind, obwohl sie ihn in diese Trostlosigkeit geschickt hatte. Auch heute noch ist sie für ihn eine Mischung aus einer Heiligen und etwas anderem. Genau das spiegelt der Duft Serge Lutens La Vierge de Fer wider. Gleichzeitig zeigt der Name des Duftes die Faszination von Serge Lutens für den Romanismus des 19. Jahrhunderts mit all seinen, teils sehr düsteren, Facetten. So etwas lässt sich nicht in Werbeclips fassen. Und das will Serge Lutens auch gar nicht. Alle Düfte von ihm gelten als die besten Nischendüfte der Welt und dank dieses Erfolgs kann er es sich leisten, das zu machen, was er will und dabei auf Werbung zu verzichten, wenn ihm danach ist.