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Amouage Imitation Man: Zurück in die wilden Siebziger

Was war das doch für eine faszinierende Zeit! Überall schien Aufbruch zu herrschen, man blickte voller Optimismus in die Zukunft und genoss das Leben in vollen Zügen. Ja, die wilden siebziger Jahren waren das, was man wohl eine verwegene Ära nennen könnte - dreist, kühn und auch ein klein wenig durchgeknallt. Höchste Zeit also, dass sich auch die Welt der Düfte mal etwas intensiver mit diesen Jahren beschäftigt. Mit Amouage Imitation Man und dem weiblichen Gegenstück ähnlichen Namens geht es nun also mit Vollgas zurück in die wilden Siebziger.
Folgerichtig ist der Duft vor allem von blumigen und ledrigen Noten geprägt, denen zum Glück noch ganz viel Frische beigegeben ist. Die Kopfnote hebt mit Zitronatzitrone, Muskat und schwarzem Pfeffer mit einer gewissen Spritzigkeit und Schärfe an. Die Herznote ergeht sich dann ganz in floralen Assoziationen. Veilchen dominieren daran und werden flankiert von der türkischen Rose und der Iris. In der Basisnote schließlich dominiert ganz klar Leder. Es wird elegant begleitet von Myrrhe, Vetiver, Patchouli und Bibergeil.
Kopfnoten:
Herznoten:
Basisnoten:
Der Gesamteindruck ist überaus reizvoll und verlockend. Ja, so können die Siebziger geduftet haben. Zumindest handelt es sich dabei um eine gelungene Imitation einer Zeit, die auf seltsame Weise längst vergangen und doch noch gegenwärtig ist.

Rätselraten um die Nase hinter Amouage Imitation Man

Sieht man sich die Veröffentlichungen des Dufthauses Amouage zu Amouage Imitation Man an, dann fällt schnell auf, dass zwar Kreativdirektor Christopher Chong sehr häufig darin auftaucht, vom Parfümeur des Duftes aber keine Rede ist. Man kann deshalb getrost davon ausgehen, dass Chong, der seinen Position seit dem Jahr 2007 bekleidet, auch so etwas wie die kreative Kraft hinter dem Parfum gewesen ist. Ungewöhnlich wäre das nicht, schließlich gehören derartige Impulse zu den Aufgaben eines Kreativdirektors. Dennoch dürfte Christopher Chong natürlich nicht derjenige gewesen sein, der Amouage Imitation Man dann auch tatsächlich kreiert hat - und zwar ganz einfach deshalb, weil ihm dafür das nötige Knowhow und die Erfahrung fehlt.
Stattdessen taucht vereinzelt ein anderer Name als Parfümeur auf, der von Leslie Girard nämlich. Über den Mann oder die Frau ist freilich so gut wie nichts in Erfahrung zu bringen. Forscht man nach, stößt man mit Masterpiece First Breath nur auf einen der wenigen anderen Düfte, die sich Girard zuordnen lassen. Der Parfümeur hinter Amouage Imitation Man bleibt somit ein gewisses Rätsel. Gut möglich, dass es sich dabei lediglich um jemanden handelte, der Chongs Vorstellungen und Ideen praktisch umzusetzen hatte.
Auch das ist alles andere als ein untypisches Vorgehen. Überhaupt spielt Teamarbeit auch bei der Kreation eines Duftes längst eine ungemein große Rolle. Nicht umsonst werden ganze Projekte an Duftmanufakturen wie etwa Givaudan ausgelagert. Der Vorteil dabei: Man kann sich darauf verlassen, dass dann echte Profis am Werk sind, die genau wissen, was wirklich machbar ist und was nicht.

Ein Flakon ganz ohne Klischees

Der Herrenduft Amouage Imitation Man zeichnet sich nicht zuletzt auch dadurch aus, dass er praktisch vollkommen auf irgendwelche Klischees verzichtet. Das gilt auch und gerade für die Gestaltung des Flakons. Beim Thema Siebziger Jahre schießen einem unwillkürlich diverse Bilder in den Kopf. Man könnte an Flowerpower und psychedelische Experimente denken, an eine bunte, unbeschwerte und nicht selten auch verrückte Welt. Davon ist in dem Flakondesign allerdings kaum etwas zu finden.
Ganz im Gegenteil: Es geht geradezu brav, nostalgisch und sehr stilvoll zur Sache. Das doppelwandige, als quaderförmige Flasche konzipierte Glasgefäß punktet mit klaren Linien und einem gelungenen, sehr dezenten pinkfarbenen Ton, der lediglich an der Basis einen geradezu giftgrünen Einschlag aufweist. Die Vorderseite schmückt ein goldfarbenes, an die Mutter Sonne erinnerndes Symbol und natürlich der Schriftzug Amouage. Bekrönt wird das Ganze schließlich durch einen ebenfalls in Gold gehaltenen Verschluss, eine Hommage an die Große Sultan-Qabus-Moschee im Oman, der Heimat von Amouage.

Werbung mit ganz viel Stil und einem Hauch Nostalgie

Die Werbekampagne zur Markteinführung des Herrenduftes Amouage Imitation Man war eigentlich gar keine richtige Kampagne. Zumindest lief sie sehr dezent ab. Oder war genau das die Strategie des Hauses Amouage? Understatement und Zurückhaltung als Verkaufsstrategie? Das beginnt schon damit, dass der Duft zunächst nur exklusiv im Londoner Edel-Kaufhaus Harrod's erhältlich war. Erst ein paar Monate später wurde es auch in den Amouage-Läden angeboten, bis es dann wiederum einige Monate später im gesamten Handel verfügbar war. Die Markteinführung erfolgte gewissermaßen Tröpfchenweise. Klar, dass damit immer wieder Ansatzpunkte gegeben waren, die für Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit sorgen konnten. Wenn man also insgesamt von einer Kampagne sprechen will, dann muss man konstatieren, dass ihr eigentlich typische Merkmale fehlen. So gibt es beispielsweise kein Gesicht zur Kampagne.
Auch der kleine Film zu Amouage Imitation Man, der unter anderem auf der Homepage von Amouage zu finden ist, ist kein Werbespot im klassischen Sinne. Mit einer Länge von gut drei Minuten wäre er damit auch viel zu lang. Das Video ist aufgebaut wie ein klassischer Spielfilm samt Vorspann. Im Mittelpunkt steht dabei als Hauptdarsteller Christopher Chong, der Kreativdirektor des Hauses Amuoage. Er und seine Erinnerungen werden im New York der 1970er Jahre in Szene gesetzt. Genauer gesagt, sind es ganz bestimmte Vorstellungen aus dieser Zeit, die da aufleuchten - sehr persönliche Imaginationen, sollte man hinzufügen. Es geht um eine bestimmte Form der Imitation, der Nachahmung, die mit der Realität nicht unbedingt deckungsgleich sein muss.
Auch dieser Spot zu Amouage Imitation Man macht deshalb deutlich, dass man sich von allen Arten von Klischees fernhalten wollte. Er ist gleichzeitig eine fantasievolle Herausforderung für die Zuschauer und kein plumpes Werbeformat.